Erst alle Zahlen auf den Tisch

Fünf Vergleichsangebote sollen die Weichenstellung für die Zukunft der Jobst-vom-Brandt-Schule bringen. Zur Debatte stehen Teil- oder Generalsanierung, aber auch ein kompletter Neubau. Bild: jr
Lokales
Waldershof
19.09.2015
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Neubau, Teil- oder Generalsanierung? Die Zukunft der Grundschule Waldershof bleibt offen. CSU-Fraktionsvorsitzender Mario Rabenbauer forderte: "Wir brauchen eine saubere Grundlage, um dann entscheiden zu können, was für Waldershof die beste Lösung ist."

Der Position Rabenbauers schlossen sich am Donnerstagabend außer Christian Fritsch und Günter Raithel (SPD-Fraktion) alle Stadträte an. Erst wenn bekannt ist, was die möglichen Varianten kosten, könne ein Beschluss zur Umsetzung fallen.

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann erinnerte an den Stadtratsbeschluss von Oktober 2014, das Thema erst wieder 2017 aufzugreifen. Zwischenzeitlich ging bei der Stadt aber ein Schreiben von Rektorin Petra Andritzky ein, in dem sie bat, eine Entscheidung vorzuziehen. Nur so habe sie als Schulleiterin die nötige Planungssicherheit. In dem Schreiben bat die Schulleitung darum, die bisher vorhandenen Flächen nicht zu beschneiden. Laut Bürgermeisterin wünscht die Grundschule nur eine Teil- oder Generalsanierung, aber keinen Abriss. Mario Rabenbauer (CSU) machte gleich deutlich, dass er erst entscheiden könne, wenn er wisse, was die einzelnen Maßnahmen kosten. Der pädagogische Bedarf sollte unbedingt in den Stadtratsbeschluss aufgenommen werden. Gisela Kastner (Freie Wähler) gab ihrem CSU-Kollegen recht und forderte Zahlen. Gerhard Greger (SPD) mahnte, eine Vergleichsberechnung koste viel Geld. Auch fragte er: "Bringt das überhaupt etwas?" Greger stufte einen Neubau als nicht bezahlbar ein. Auch sei schon viel Geld in die Grundschule investiert worden. Das sei dann bei einem Neubau verloren. Zudem befürchtete der SPD-Stadtrat erheblich weniger Zuschüsse als bei einer Sanierung.

Günter Raithel (SPD): "Ein Kostenvergleich bringt uns nicht wirklich weiter. Niemand außer der CSU will doch einen Neubau. Ist der notwendig?" Die Stadt habe schon mehr als 350 000 Euro in die Grundschule investiert. Michaela Härtl (Freie Wähler) und selbst Lehrerin meldete sich zu Wort: "Wir wollen doch nur wissen, wie es weitergeht." Viele Vereine und auch die Stadt nützten die Aula für Veranstaltungen. Bei einem Neubau würde es eine solche Aula nicht mehr geben. "Wir als Schule plädieren für eine Sanierung. Dies gibt uns Planungssicherheit."

Hilmar Wollner (CSU) war sich sicher: "Ein Neubau wird nicht mehr die Größe wie bisher haben. Aber wir brauchen einen Kostenvergleich. Wir können doch nicht in die Luft hinein entscheiden." Wollner wusste, dass eine Generalsanierung laut eines Architekten rund fünf bis sechs Millionen Euro kosten würde. Ausdrücklich sprach er sich gegen eine Teilsanierung aus und nannte diese ein Fass ohne Boden. Für Christian Fritsch (SPD) war klar, dass ein Neubau in der gegenwärtigen Größe völlig unwirtschaftlich sei. Ein Erhalt der vorhandenen Flächen sei nur über eine Sanierung möglich. Stefan Müller (CSU) merkte an: "Fakt ist doch: Wir haben hier gerade mal etwas mehr als 100 Schüler. Dafür braucht es keine so große Schule. Eine Nummer kleiner tut es auch." Michaela Härtl verwies auf die Kombiklassen und den differenzierten Unterricht, "dazu brauchen wir die Räumlichkeiten". Hubert Kellner (CSU) erinnerte daran, dass die Aula einst für 500 Kinder für die Grund- und Hauptschule gebaut wurde. "Heute haben wir nur gut 100 Kinder und den gleichen Raum. Das ist Luxus pur." Für Geschäftsleiter Josef Kaiser war unstrittig, dass eine Generalsanierung teurer wird als ein möglicher Neubau. Kaiser fragte: "Ist eine Generalsanierung überhaupt nötig, reicht es nicht auch, nur Teile zu sanieren?" Hilmar Wollner lehnte eine Teilsanierung erneut ab. "Eine Generalsanierung würde nicht teurer als eine Teilsanierung." (Weiterer Bericht folgt)
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