Goldenes Buch der SPD?

Noch fließt die Kösseine nahezu schnurstracks am Waldershofer Stadtpark (rechts) vorbei. Die Umgestaltung lässt den Bach künftig mäandern. Auch sind Flachwasserzonen vorgesehen, die den Stadtpark nicht nur für Kinder erheblich aufwerten. Bild: hd
Lokales
Waldershof
10.04.2015
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Bürgermeisterin Friederike Sonnemann hatte die Stadträte nicht eingeladen, als Markus Rinderspacher Waldershof besuchte. Das verwunderte Amtsvorgänger Hubert Kellner, der nun fragte: "Ist das Goldene Buch der Stadt zum Goldenen Buch der SPD degeneriert?"

Markus Rinderspacher, Fraktionsvorsitzender der SPD im Bayerischen Landtag, war im Februar zum ersten Mal in Waldershof. Bei einem Empfang im Rathaus trug er sich in das Goldene Buch der Stadt ein. CSU-Stadtrat Hubert Kellner wollte nun am Donnerstag wissen, ob denn einer von den Stadtratskollegen dazu eingeladen gewesen sei. Die Antwort: Nein.

Die Bürgermeisterin erläuterte, sie habe sich vorher im Rathaus umgehört, wie solche Politiker-Besuche früher gehandhabt worden seien. Da habe es "mal so, mal so" geheißen. Deshalb habe sie sich beim Rinderspacher-Termin gegen eine Einladung an die Stadträte entschieden. "Ich muss das nicht weiter begründen."

Damit war Willibald Reindl (Wählerbund) nicht einverstanden: "Es gehört sich, dass bei solchen Besuchen das Stadtratsgremium eingeladen wird." Hubert Kellner bestritt zudem, dass das früher "mal so, mal so" gemacht worden sei. Christian Fritsch von der SPD-Fraktion merkte an: "Es spricht nichts dagegen alle Stadträte einzuladen." Stefan Müller (CSU) gelang es, die Gemüter zu beruhigen: "Ich halte nichts vom Nachkarten. Wir können uns doch darauf verständigen, dass es wünschenswert ist, dass künftig alle Stadträte eingeladen werden." Einstimmig beschlossen die Stadträte am Donnerstagabend die Ausschreibung der Arbeiten im Bauabschnitt II zur Neugestaltung des Stadtparks. "Das sind die Hauptmaßnahmen, Gewässerbau, Spiellandschaft und Wegebau", informierte Bürgermeisterin Friederike Sonnemann, die auch darauf hinwies, dass die Details bereits in früheren Sitzungen diskutiert und festgelegt worden waren. Die Kosten (einschließlich Mehrzweckplatz) bezifferte Sonnemann mit 578 000 Euro. Die Zustimmung der Regierung der Oberpfalz (Zuschussgeber) zum Beginn der Maßnahme liege bereits vor. "Derzeit werden die Grundlagen für den Antrag zur wasserrechtlichen Genehmigung erarbeitet." Bekanntlich soll die Kösseine künftig etwas mäandernd durch den Stadtpark fließen und so für eine Aufwertung des Areals sorgen.

Kein Bauplatz

Einen sogenannten Durchführungsbeschluss fassten die Stadträte zur Neugestaltung der Freiflächen Josefstadt 2 und 5 sowie Marktredwitzer Straße 13. Mit den Gebäudeabbrüchen auf diesen Flächen war die Auflage verbunden, der Regierung der Oberpfalz ein Neuordnungskonzept vorzulegen. Mario Rabenbauer, Fraktionsvorsitzender der CSU, erkundigte sich: "Gab es Verhandlungen, aus den Flächen mehr zu machen, als sie nur zu bepflanzen?" Bürgermeisterin Friederike Sonnemann bedauerte, dass die Idee, das Grundstück Josefstadt 5 als Bauplatz anzubieten, keinen Erfolg hatte.

Zuschuss nur bei einem Ja

Die Regierung habe sich klar für eine "schlichte Fläche" ausgesprochen und auch Zaun und Bäume gewünscht. Josef Kaiser von der Verwaltung verwies zudem auf den Hochwasserschutz. Sonnemann machte klar: "Wenn wir Fördermittel wollen, müssen wir uns dem unterwerfen." Kopfschütteln bei Willibald Reindl: "Es ist nicht verständlich, eine unsinnige Aktion durchzuwinken." Letztendlich stimmten aber alle Stadträte zu.
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