Heimat an den Altären der Welt

Pfarrer Johannes Kappauf heftet während des Primizgottesdienstes ein Fahnenband an. Bild: kro
Lokales
Waldershof
05.07.2015
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Seit Monaten liefen die Vorbereitungen für die Primiz von Johannes Kappauf am Sonntag. Als "Geschenk Gottes" bezeichnete Hilmar Wollner im Namen der beiden Pfarreien Waldershof und Poppenreuth den herausragenden Festtag.

Schon frühmorgens waren fleißige Helfer auf den Beinen und ließen wunderschöne Kunstwerke entstehen. Blumenteppiche waren vor dem Elternhaus in Schafbruck gelegt, außerdem auf der Straße nach Poppenreuth vor der dortigen Expositurkirche und vor der neuen Pfarrkirche St. Sebastian in Waldershof.

Die vierte Primiz

Pünktlich um 10 Uhr der Einzug in die Pfarrkirche, angeführt von Vereinen und Ministranten, ehe mehr als 20 Priester mit den Primizianten Johannes Kappauf folgten. Mit dem Lied "Wer glaubt ist nie allein" wurde der Primizgottesdienst eröffnet. Im Namen beider Pfarreien willkommen hieß die Gottesdienstbesucher - unter ihnen war auch eine starke Abordnung aus dem Pfarreien-Verband Laim bei München - Hilmar Wollner. Es sei mittlerweile die vierte Primiz in der Pfarrkirche, sagte der Sprecher.

Die Primiz sei ein Tag des Dankes, dass Johannes Kappauf den Ruf Gottes gehört habe. "Der heutige Tag ist ein Geschenk Gottes". Unter den Besuchern waren auch MdL Tobias Reiß, Landrat Wolfgang Lippert, Bürgermeisterin Friederike Sonnemann und der Stadtrat.

Primizprediger Björn Wagner aus Mühldorf am Inn ging in seiner Predigt auf den Werdegang von Johannes Kappauf ein, der wieder in seine Heimat zurück gekommen sei. Er sei nun mit der Vollmacht Gottes ausgestattet, er spreche heute anders als vor einigen Jahren. Johannes liebe aber seine Heimat, sein Poppenreuth, seine Oberpfalz, hier sei er aufgewachsen. Hier spreche er auch gerne Oberpfälzer Dialekt. Aber diese Heimat, so der Primizprediger, werde nicht künftiger Lebensmittelpunkt sein, sondern er werde weiter ziehen. Heimat sei eine Art Verabschiedungsort, Johannes werde noch viele weitere Stationen vor sich haben. Sein erste auswärtige Station sei das oberfränkische Marktredwitz gewesen, hier habe er sein Abitur gemacht und auch zur Völkerverständigung zwischen der Oberpfalz und Oberfranken beigetragen, sagte er schmunzelnd. Danach folgten weitere Station in Namur, Wien und in Iskenderun (Türkei). Dort habe er erleben müssen, wie der dortige Bischof ermordet wurde. "So etwas vergisst man nicht".

Spontaner Applaus

Pfarrer Johannes Kappauf werde weiterziehen, zur ersten Kaplanstelle in Milbertshofen. Der Prediger wünschte dem Primizianten bei seiner ersten missionarischen Aufgabe viel Kraft. Kappauf habe nun eine neue Heimat gefunden - der Platz am Tisch des Abendmahles. Der priesterliche Dienst sei ein Spiegelbild von Gottes Gnade. Seine Aufgabe sei es nun, sich für andere einzusetzen, wenn diese die Orientierung verlieren. An seiner neuen Heimat, an den Altären der Welt, verkündet er nun das Wort Gottes. In Johannes spreche nun Christus zu uns. Nach seiner Predigt setzt in der Kirche spontaner Applaus ein.

Abschließender Höhepunkt: Der gemeinsame Primizsegen mit Neupriester Michael Maurer, ehe Kinder des Kindergartens eine Tanzeinlage vorm Altar boten. Eine Klasse für sich der Waldershofer Kirchenchor, der gemeinsam mit dem Kirchenchor Poppenreuth und einem Orchester die Primizmesse gestaltete. Die Gesamtleitung hatte Werner Stehbach.
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