Kampf gegen Trasse geht weiter

Die Sprecher der Bürgerinitiative rufen zum Endspurt bei der Abgabe von Einwendungen gegen die Gleichstromtrasse auf. Unser Bild zeigt von links Andreas Burger (Waldershof), Gerald Braun (Neusorg) und Heiko Maskos (Pullenreuth) vor dem Rathaus in Neusorg, wo wie in Waldershof und Pullenreuth Konsultationsvordrucke ausliegen. Die ausgefüllten Briefe können in den Rathäusern oder bei den Sprechern abgegeben oder auch direkt an die Bundesnetzagentur nach Bonn geschickt werden. Bild: privat
Lokales
Waldershof
09.05.2015
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"Die Trasse führt an der Oberpfalz vorbei": Solche Aussagen hält Andreas Burger für verfrüht und gefährlich. Der Sprecher der Bürgerinitiative "Steinwald sagt nein zur Monstertrasse" ruft vielmehr zur Abgabe weiterer Stellungnahmen gegen die Gleichstromtrasse auf.

"Sämtliche aktuell vorliegenden Meldungen sagen nur aus, dass es unwahrscheinlicher wird, dass diese Trasse durch unsere Gegend läuft", verdeutlicht Andreas Burger im Gespräch mit unserer Zeitung. "Fakt ist, der Bau ist immer noch geltendes Gesetz", so der gebürtige Waldershofer, der an der Berufsschule Selb unterrichtet. Zusammen mit Elke Prechtl ist er Sprecher der Bürgerinitiative für das Gemeindegebiet der Stadt Waldershof.

Burger: Freilandstudie

Zum Warum des Kampfes gegen die Stromtrasse sagt Burger: "Zum einen ist es eine riesengroße und unnötige Umverlagerung von Vermögen aus der Privathand an die Stromindustrie, die den Strom durch das Netzentgelt auch noch verteuert. Zum anderen wäre der Betrieb der Leitung eine Freilandstudie über die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung." Der BI-Sprecher ergänzt: "Von der Optik und den Auswirkungen auf den Tourismus in der Region will ich gar nicht reden." Gebraucht werde die Stromtrasse wohl nur wegen der Überproduktion von Windstrom und fehlender, weil unrentabler Speicher. "Da das Bundeswirtschaftsministerium aber bereits einsieht, dass ein Kapazitätsmarkt aufgebaut werden muss, dürfen wir davon ausgehen, dass diese Begründung fällt. Tatsächlich wird diese Trasse nur für den internationalen Strommarkt gebraucht." Damit fließe auch in Frankreich billigster osteuropäischer Atomstrom. Deshalb appelliert Andreas Burger: "Jeder hat die Möglichkeit, an einer offiziellen Konsultation teilzunehmen", sprich eine Stellungnahme abzugeben. "Wenn die Politik in Berlin merkt, dass es großen Widerstand in Thüringen und Bayern gibt, wird sie einlenken." Burger rät: Am einfachsten kann man einen Brief an die Bundesnetzagentur, Stichwort Netzentwicklungsplan/Umweltbericht, Postfach 8001, 53105 Bonn, schreiben. Auch funktioniere eine E-Mail an nep2024-ub@bundesnetzagentur.de. "In der Kernaussage muss drinstehen, dass man mit dem ,Netzentwicklungsplan Strom 2014 - Zweiter Entwurf' nicht einverstanden ist." Der BI-Sprecher verweist in diesem Zusammenhang auf eine Liste von Gegenargumenten im Dokument "Argumentationshilfen" auf der Homepage der Bürgerinitiative. Auch in den Rathäusern der Gemeinden Neusorg, Pullenreuth und Waldershof lägen Briefvorlagen auf. "Allerdings ist für die Konsultation nur noch Zeit bis zum 15. Mai."

Auch nicht an der A 9

Übrigens sei das Aktionsbündnis mit über 70 Bürgerinitiativen solidarisch. "Wir distanzieren uns deshalb ganz deutlich von Aussagen, man solle die Trasse entlang der Autobahn A 9 legen", hebt Heiko Maskos hervor, Sprecher der BI "Steinwald sagt nein zur Monstertrasse" für den Bereich Pullenreuth. "Für uns stellt sich die Frage, wo die Trasse verlaufen soll, gar nicht. Denn die Netzbetreiber und die Verantwortlichen sind uns nach wie vor den Nachweis für die Notwendigkeit dieser Trasse schuldig." Andreas Burger schätzt, dass der Kampf gegen die Gleichstromtrasse wohl noch 2 bis 5 Jahre dauern werde.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.steinwaldsagtnein.de/
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