Kriminalhauptkommissar Dieter Melzner zum Thema "Sicher wohnen" - Beratung auch direkt vor Ort
Gekipptes Fenster lädt Einbrecher ein

Lokales
Waldershof
01.10.2015
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Aktueller denn je ist das Thema Einbruchsschutz. Schließlich häufen sich die Polizeimeldungen - Stichwort "Bäcker-Bande" - über unliebsame Besucher, die hohen Schaden anrichten. Aber auch Diebstähle aus Wohnungen und Scheunen sind durchaus an der Tagesordnung.

Dennoch fanden sich nur wenige Interessenten im Waldershofer Bürgertreff ein, die den Weidener Kriminalhauptkommissar Dieter Melzner hören wollten. Er referierte zum Thema "Sicher wohnen". Der Themenabend gehörte zur Aktion "Soziale Stadt" und lockte mit der Initiatorin Sonja Kaatz gerade mal zehn Personen.

"Einbrecher kommen überall rein": Diese Meinung stimme nicht, betonte Melzner. Mit Technik, oft seien es Kleinigkeiten, könne man sehr gut vorbeugen. Ein Einbrecher könne eine ungesicherte Türe oder ein Fenster innerhalb zehn Sekunden öffnen, ohne dass man hinterher etwas sehe. Die Ansicht, "bei mir ist ja eh nichts zu holen", treffe zwar manchmal zu. Doch sei der angerichtete Schaden oft viel größer als der Wert der gestohlenen Sachen. Es gebe Tages-, Dämmerungs- und Nachteinbrecher, legte sich der Polizist nicht auf eine Schwerpunktzeit fest: "Es kommt immer auf die Umstände und die Gegend an." Dringend riet er davon ab, entdeckte Einbrecher aufzuhalten oder Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Sei einmal eingebrochen worden, gebe es oft psychische Probleme: "Die Leute fühlen sich dann nicht mehr sicher."

Das Wichtigste seien gesicherte Fenster und Türen, denn eine gute Mechanik halte die Einbrecher auf. Auch sei es zwingend erforderlich, stets die Haustüre abzusperren. Viele würden sie nur zuziehen, ein fataler Fehler. Ein gekipptes Fenster, so der Referent, sei grob fahrlässig, Sollte es hier zu einem Einbruch kommen, werde die Versicherung mit absoluter Sicherheit nicht zahlen. Wichtig seien auch wachsame Nachbarn. Melzner wusste, dass ein Drittel aller Einbrüche durch wachsame Nachbarn verhindert werden. Sollte man verdächtige Personen oder Fahrzeuge in einer Siedlung bemerken, sollte dies sofort der Polizei unter Telefon 110 gemeldet werden.

Detailliert ging Melzner auf die Einbruchsicherheit bei Fenstern und Türen ein. Sollte man neue Fenster kaufen, müsse die DIN EN 1627 beachtet werden. Diese Norm garantiere eine guten Einbruchsschutz. Alte Fenster könne man auch nachrüsten, etwa mit einem abschließbaren Fenstergriff. "Aber was nützt der, wenn der Schlüssel daran steckt. Das ist in 90 Prozent der Fälle so." Wichtig seien auch abschließbare Kellerfenster und Kellerschächte. "95 Prozent der möglichen Einbrecher bleiben draußen, wenn die Mechanik passt", betonte der Kriminalist. Nicht so viel hielt er von Alarmanlagen, nur die hochwertigen seien einbruchshemmend. "Finger weg von den billigen Alarmanlagen, außer Sie wollen ihren Nachbarn zum Feind haben nach dem x-ten Fehlalarm."

Melzner betonte, dass er gerne zu den Bürgern nach Hause komme und sie vor Ort in Sachen Einbruchsicherheit und Vorbeugung berate. Dieser Service sei kostenlos.
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