Leben und Arbeit der Porzelliner

Der Rundgang durch die Ausstellung weckte vor allem bei den Älteren viele Erinnerungen. Bild: kro
Lokales
Waldershof
11.02.2015
8
0

"Rosenthal in alten Ansichten ... und heute". Die Ausstellung im Waldershofer Rathaus stieß bereits bei der Eröffnung am Dienstagabend auf außergewöhnlich hohes Interesse.

Die Ausstellung mit Fotos, Bildern und Originaldokumenten bleibt bis zum Ostermarkt im Rathaus aufgebaut. Sie zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung die Porzellanindustrie einst in Waldershof hatte. Auch vermittelt sie einen Eindruck von der hochwertigen Qualität des hier hergestellten Porzellans.

In der Blüte-Phase waren weit mehr als 1000 Menschen in der Waldershofer Porzellanindustrie beschäftigt. 88 Jahre, von 1908 bis 1996, wurde in Waldershof Porzellan produziert, ehe sich die Werkstore der Fabrik für immer schlossen. 395 Arbeiter waren zuletzt in Waldershof bei Rosenthal beschäftigt.

Geschichte erleben

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann erinnerte am Dienstag daran, dass in Waldershof bei Haviland und Rosenthal über Jahrzehnte hinweg wertvolles Porzellan hergestellt wurde. Die Ausstellung gewähre in unterschiedlichen Betrachtungsweisen einen Einblick in die Porzellanindustrie. Die Fotos erzählten Geschichten aus dem Alltag, mal dokumentarisch, manchmal komisch, aber auch mal dramatisch. Die Menschen erlebten "ihre Fabrik" eben auf unterschiedliche Art und Weise. Der typische Blick eines Porzelliners sei der Blick auf die Unterseite der Tasse. Stand dann Rosenthal drauf, habe man einen gewissen Stolz verspürt, dass solch qualitativ hochwertiges Porzellan in Waldershof hergestellt worden ist. Sonnemann: "Viele Generationen in unserer Region konnten zu Recht stolz sein." Zahlreiche Firmen würden heute Tausende Euro ausgeben, um diese Identifikation, diese Verbundenheit der Mitarbeiter zu ihrem Unternehmen zu erreichen. Für die früheren Rosenthaler sei dies mehr als selbstverständlich gewesen. Die Ausstellung zeige Momentaufnahmen einer großen Epoche der Stadt. Dank zollte Friederike Sonnemann Friedebert Greger für die Gesamtorganisation, ferner Gerhard Hausner und Stadt-Archivar Josef Zöllner für die kompetente Beratung bei diesem für Waldershof so geschichtsträchtigen Thema.

Persönlicher Kontakt

Friedebert Greger verwies darauf, dass er im September vergangenen Jahres ein Gespräch mit der Bürgermeisterin hatte, in dem sie ihren Wunsch äußerte, eine Fotoausstellung über die Haviland-Fabrik zusammenzustellen. Da er keine eigenen Fotos hatte, folgte ein Aufruf, alte Bilder zur Verfügung zu stellen. Die Resonanz sei eher schwach gewesen. Erst mit dem persönlichen Ansprechen von Bekannten und ehemaligen Beschäftigten sei Bewegung in die Vorbereitung gekommen. Vor allem Wolfgang Erhard, aber auch viele andere hätten alte Bilder der Porzellanfabrik, zudem Aufnahmen aus der Endphase zur Verfügung gestellt. Greger hat diese Bilder digitalisiert und bearbeitet.

Sozial eingestellt

Josef Zöllner ging auf die Entstehungsgeschichte des Waldershofer Porzellans ein. Der Amerikaner Johann Haviland war der Geldgeber, Dr. Hermann Zimmer der Generalbevollmächtigte und der "Motor" für den Aufbau der Fabrik, so Zöllner. Dr. Zimmer sei fürsorglich und sozial eingestellt gewesen. "1937 kam die Fabrik zu Rosenthal."
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.