Mit den Bürgern planen

Links und rechts parken Autos, bis zu 11 000 Fahrzeuge passieren täglich den Waldershofer Markt. Abhilfe schafft die Ortsumgehung. Mit ihrer Fertigstellung bietet sich die Chance, den Markt aufzuwerten und Aufenthaltsqualität zu schaffen. Bei den Planungen sind die Ideen der Bürger gefragt. Bild: hd
Lokales
Waldershof
23.10.2015
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Wichtig ist, dass Leben in die Waldershofer Innenstadt kommt. Da sind sich Planer und Stadträte einig. Deshalb beginnt bereits jetzt die Ideensammlung für die Umgestaltung. Abhängig von der Fertigstellung der Ortsumgehung könnten die ersten Baumaßnahmen bereits 2018 starten.

Die Stadträte hatten am Donnerstagabend Architekt Peter Kuchenreuther eingeladen, um einen Sachstandsbericht zu hören. Er verwies auf 64 Beratungen im Zuge der Altstadtsanierung. Die Akzeptanz sei gut. Wichtig war ihm, "die Nebengebäude nicht zu vergessen". Thema müssten bei allen Überlegungen auch die Leerstände im Markt sein. Den Architekten freute: "Einige Hausbesitzer überlegen sich, mehr als nur die Fassade anzugehen." Peter Kuchenreuther berichtete von "intensiven Diskussionen" mit Vertretern der Regierung der Oberpfalz. Nun sollen in Workshops mit den Gewerbetreibenden und Bürgern die Ziele abgesteckt und debattiert werden. In Abstimmung mit der Regierung der Oberpfalz empfahl Kuchenreuther für den Straßenabschnitt zwischen der Walbenreuther Straße und dem neuen Kreisverkehr eine Abstufung zur Kreisstraße zu beantragen. Die Straßenbaulast läge dann beim Landkreis. Für die Städtebauförderung sollte der westliche Markt als Ortsstraße ausgewiesen werden. Das sei der Kernbereich. Der könnte bei einer Umgestaltung die nötige Aufenthaltsqualität gewinnen. Peter Kuchenreuther konnte sich in dem Bereich eine Vielzahl an Veranstaltungen vorstellen.

Auch Einzelgespräche

Mehrfach betonte der Architekt: "Wir wollen der Bevölkerung keinen Plan überstülpen." Die Betroffenen sollen den Rahmen definieren, so Kuchenreuther. Einzelgespräche mit den Gewerbetreibenden könnten die großen öffentlichen Info-Veranstaltungen flankieren. Hier sollten die Debatten über Begrünung, Parkplätze, Barrierefreiheit, Beleuchtung oder Infrastruktur (beispielsweise Nahwärmenetz) laufen. "Die Ergebnisse aus den Diskussionen sollen in unsere Planung einfließen."

Peter Kuchenreuther regte eine Impulsgruppe mit 10 bis 15 Teilnehmern an. Der Architekt sagte zum Zeitplan: 2016 Vorbereitungsphase mit intensiver Bürgerbeteiligung, 2017 Entwurfs- und Detailplanung, 2018 Umsetzung und Baubeginn (falls die Ortsumgehung bis dahin fertig ist). Kuchenreuther: "Wir sind zeitlich gut aufgestellt, um das Thema voranzutreiben." Er empfahl der Stadt ein Förderprogramm für private Maßnahmen aufzulegen. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann: "Wir werden das in Ruhe diskutieren." Sie sprach von einem attraktiven Weg, "den wir hoffentlich bald gehen". Eine Impulsgruppe sei für die Planung und Umsetzung von großer Bedeutung.

Gerhard Greger (SPD) fasste zusammen: "Wir müssen Leute in den Markt reinbringen, Häuser und Umfeld gemeinsam angehen." Einen Architektenwettbewerb könne man sich sparen. "Wir sind auf einem guten Weg. Packen wir es an." Hilmar Wollner (CSU) meinte: "Der Markt kann ein Schmuckkästchen werden." Vielleicht entstehe sogar eine Art neues "Baugebiet". Gisela Kastner (Freie Wähler) empfahl: "Wir sollten auch Workshops mit den Stadträten machen. Es geht ja um eine wichtige Weichenstellung." Die Stadt sei gefordert, "den Fans alter Häuser unter die Arme zu greifen", merkte Hubert Kellner (CSU) an.
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