Mutmacher Maly

Dr. Ulrich Maly (rechts) nahm sich vor und nach seinem Referat Zeit zum Gespräch mit den Gästen, hier mit Brigitte und Reinhold Schraml. Bild: hd
Lokales
Waldershof
16.10.2015
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Ein SPD-Oberbürgermeister spricht in einem rot angestrahlten Rathaus vor Unternehmern. Unüberbrückbare Gegensätze? Nein. Dr. Ulrich Maly präsentiert sich als Mutmacher.

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann stellt gleich in der Begrüßung der zahlreichen Besucher des zweiten Waldershofer Unternehmer-Forums fest: "Heute ist das hier Ihre Bühne, liebe Unternehmer." Die Stadtverwaltung wolle wissen, "welche Wege wir ebnen können". Sonnemann bittet zu sagen, "wo der Schuh drückt".

Das kann auch als Aufforderung an den Hauptredner am Freitagabend verstanden werden. "Das Rad dreht sich immer schneller", sagt Dr. Ulrich Maly (Jahrgang 1960). Er fragt, was Industrie 4.0 bringt. Dabei interessiert ihn besonders das Verhältnis von Stadt und Land. Der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags sieht Positives für beide Seiten. Wenn Stadt und Land sich gegenseitig ausspielen - das habe keine Zukunft. "Man ist klug beraten zu kooperieren."

Entwicklungschancen

Der Wandel biete besonders kleineren Städten und Gemeinden Entwicklungschancen. Die erkennt Dr. Ulrich Maly unter anderem durch die Energiewende. "Früher standen die Kraftwerke bei den großen Städten, weil dort große Mengen Energie gebraucht wurden." Regenerative Energien führten nun aber dazu, dass Stromleitungen keine Einbahnstraßen mehr seien. "Die Wertschöpfung aus der Energiegewinnung findet jetzt nicht mehr in der Stadt statt."

Noch eines ist dem Nürnberger Oberbürgermeister wichtig: "Kleine Städte und ländliche Räume sind Kulturträger." Dr. Maly erzählt: "Wenn ich meinen Gästen was zeigen will, fahre ich auch aufs Land - nicht nur wegen des leckeren Schweinebratens." Er bekennt: "In kleineren Städten wartet Lebensqualität." Dr. Ulrich Maly sieht Stadt und Land auf Augenhöhe. Sein Appell: "Wir müssen uns in strategischen Allianzen wiederfinden." Die Veränderungen in den kommenden Jahren seien nicht zum Schaden des ländlichen Raums. Dabei gelte es die Unterschiede der Regionen zum Reiz zu erheben. "Wir müssen daran arbeiten, dass den Geheimtipp bald jeder kennt. Denn wir haben einiges zu bieten." Der Städtetagsvorsitzende schließt mit einem Kompliment: "Ich denke, dass ihr das hier sehr gut macht."

Überzeugend und zudem ein Genuss auch die Arbeit von Norman Ermer von "Lacocktail", der am Freitagabend die Gäste in die Geheimnisse Molekularer Cocktails einführt. Biologische und chemische Prozesse sorgten bei der Zubereitung, vor allem aber beim späteren Kosten für den Aha-Effekt. Oft komme auch Trockeneis zum Einsatz. "Denn der Faktor Show ist entscheidend."
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