Nach oben durchmarschiert

"Mein Ziel war es, dass sich die Bürger in Waldershof wohl fühlen und gerne hier leben", sagte Hubert Kellner (links), nachdem ihm der Stadtrat die Ehrenbezeichnung Altbürgermeister verliehen hatte. Erste Gratulantin war Bürgermeisterin Friederike Sonnemann (rechts). Bild: hd
Lokales
Waldershof
19.12.2014
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Alt fühlt sich der fitte Radsportler Hubert Kellner nicht. Doch wegen seiner vielfältigen Verdienste verliehen ihm seine Stadtratskollegen am Donnerstagabend die Ehrenbezeichnung Altbürgermister.

18 Jahre war Hubert Kellner Bürgermeister. Weit über vier Jahrzehnte arbeitete er im Rathaus. "Du hast dich in besonderer Weise verdient gemacht", würdigte Bürgermeisterin Friederike Sonnemann unter dem Beifall aller Stadträte. Die Silbe "Alt" vor dem Bürgermeister sei als Zeichen des Respekts zu verstehen. Auf das Wissen Kellners könne man weiter zurückgreifen, "denn als Stadtrat bleibst du uns erhalten".

Als erster Bürgermeister habe Hubert Kellner viele Weichen gestellt und Entscheidungen getroffen, die bis in die heutige Zeit und darüber hinaus wirken, lobte CSU-Fraktionssprecher Mario Rabenbauer. "Der Blick für das Gemeinwohl und die langfristige Ausrichtung der Stadtentwicklung waren und sind auch heute noch deine Grundpfeiler in der Kommunalpolitik."

Glückwünsche kamen auch von den Freien Wählern. Gisela Kastner hob hervor: "18 Jahre Arbeit für die Stadt - das hinterlässt Spuren." Und sie ergänzte: "Was ich zu schätzen wusste, war, dass du versucht hast, mit Geld wirtschaftlich umzugehen." Hubert Kellner habe sich den Titel mehr als verdient, meinte Gerhard Greger (SPD). "Du hast sehr gut gearbeitet." Für Heiterkeit sorgte Greger, als er mit einem Versprecher schloss: "Wir als CSU, äh SPD gratulieren herzlich."

Hubert Kellner dankte für die Verleihung der Ehrenbezeichnung Altbürgermeister. Schon im Sommer habe Gisela Kastner den Impuls dazu gegeben. Kellner erinnerte an 1996 und wie es war, "aus dem Schatten eines Manfred Heider herauszutreten". Dabei habe ihn aber immer ein "super Team im Rathaus und ein Stadtrat, der mit mir durch dick und dünn ging" begleitet. Es habe ihn nie gedrängt, in der ersten Reihe sein zu müssen. Sonst wäre er nicht er selbst gewesen. "Die Tür zum Rathaus stand jedem offen - ohne Einschränkung, ohne Anmeldung."

Schulden halbiert

Die Aufgaben seien gewaltig gewesen. Bei seinem Start als Bürgermeister habe Waldershof über sechs Millionen Euro Schulden gehabt und ein Steueraufkommen, das nur einen Bruchteil von dem des Jahres 2014 ausmachte. Letztlich sei es gelungen, die Verbindlichkeiten nahezu zu halbieren. "Konsolidieren und gleichzeitig investieren, geht das überhaupt?", fragte der Altbürgermeister und gab die Antwort selbst: "Bei uns war das möglich."

Deutlich wurde Kellner an anderer Stelle: "Und wenn jemand glaubt, dass der Kauf des 22 Hektar umfassenden Rosenthal-Areals - aus welchen Gründen auch immer - nicht richtig war, der soll seine Fragen da stellen, wo man solche Chancen auslässt, diese überhaupt nicht hat oder nicht nutzen kann."

Chancen ohne Risiken seien selten. "Unser Risiko war kalkulierbar. Die aktuellen baulichen Aktivitäten springen ins Auge." Die Erfolge der Rathauspolitik zeigten sich auch in der Steuerkraft. "Hier sind wir kontinuierlich von unten nach oben durchmarschiert wie keine andere der 2031 Kommunen Bayerns." Einst auf Platz 1689 liege Waldershof 2015 auf Platz 87. "Das ist traumhaft. Das bietet Perspektiven." Hubert Kellner setzte hinzu: "Ganz besonders, wenn man mit Geld ehrlich, transparent und überlegt umgehen kann."

Er sei mit den Ergebnissen seiner Amtszeit zufrieden, "auch wenn diese Einschätzung sicher nicht jeder teilt". Hubert Kellner schloss mit: "Es lebe meine Heimatstadt Waldershof."
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