Nächstes Mal mit Nähmaschine

Gerhard Greger (links) und Josef Nachbar (Zweiter von rechts) bereiten sich auf erste kleinere Reparaturen vor. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann (Zweite von links) freute sich über den guten Start des Angebots, das jeden Montag von 15 bis 16 Uhr im Rathaus jedem offensteht. Bild: jr
Lokales
Waldershof
08.07.2015
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Für den einen ist es ein unlösbares Ärgernis, für den anderen nur ein kleiner Handgriff. Das Reparatur-Café bringt Ratsuchende und geschickte Helfer zusammen.

Gleich gut gestartet ist das neue Angebot im alten Rathaus am Montag. Trotz sommerlicher Temperaturen kam eine Reihe von Interessenten, die Reparaturen an Elektrogeräten oder sonstige Wünsche hatten. Mal muss ein Knopf angenäht werden, mal geht die Klappe eines Kassettenrecorders nicht mehr auf: Oft sind es belanglose Sachen, die von einem geschickten Handwerker in wenigen Minuten gelöst sind. All dies gibt es jetzt jeden Montag von 15 bis 16 Uhr im Reparatur-Café. Jeder kann einfach vorbeikommen und um Hilfe bitten.

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann begrüßt am Eröffnungstag Stadtrat Gerhard Greger, der sich um Reparaturen rund um den Bau kümmert, sowie Josef Nachbar, der sich um die kleinen handwerklichen Dinge des Lebens kümmert. "Mal eine Vorhangleiste aufhängen, einen Bilderrahmen richtig platzieren oder kleinere handwerkliche Leistungen", beschreibt Josef Nachbar sein Metier. "Heute schlägt die Geburtsstunde unseres Reparatur-Cafés", freute sich die Bürgermeisterin.

"Die Idee ist nicht neu, in größeren Städten gibt es das schon lange." Ziel des bürgerschaftlichen Engagements ist es nicht zuletzt, Elektroschrott zu vermeiden. Oft sind es nur kleine Tricks, und Fön oder Mixer funktionieren wieder. Vor allem ältere Leute sollen die Möglichkeit haben, kleinere Dinge reparieren zu lassen, während sie Kaffee und Kuchen genießen. Gesucht werden noch ehrenamtliche Kräfte, Frauen und Männer, die mit handwerklichem Geschick anderen Menschen helfen können. "Wichtig ist, dass der Spaß nicht zu kurz kommt", betonte die Bürgermeisterin.

Eine Dame aus Immenreuth, die durch den Zeitungsbericht auf das neuartige Angebot aufmerksam wurde, meinte: "Mein Mann geht zum Reparieren und ich zum Kaffeetrinken." Als innovative und experimentierfreudige Stadt freue sich Waldershof auch auf Gäste aus der Nchbarstadt Marktredwitz und der weiteren Umgebung, sagte Friederike Sonnemann: "Unsere Idee soll sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Jeder kann helfen, egal wie auch immer."

Am Nachmittag kam beispielsweise eine Frau aus Wiesau mit ihrem Kassettenrecorder, der nicht mehr aufging. Mit wenigen Handgriffen war dieses Problem beseitigt. Eine Frau aus Mitterteich war so begeistert, dass sie ankündigte: "Das nächste Mal bring ich meine Nähmaschine mit."
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