Schau mir tief in die Augen

Nein, auf den Tischen des Waldershofer Rathaussaals tanzte Alexander Veit nicht. Er demonstrierte eindrucksvoll, was welche Körperhaltung - etwa in einem Gespräch mit einem Firmenkunden - vermittelt. Im Hintergrund von links Thomas Regnet, Rainer Lorenz, Felix Wiesel und Stephan Bechert. Bild: hd
Lokales
Waldershof
28.11.2014
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Mimik, Körperhaltung, Blickkontakt - drei wichtige Faktoren für den Kontakt mit Kunden und Geschäftspartnern. Auf was es sonst noch zu achten gilt, vermittelte Alexander Veit unterhaltsam beim ersten Waldershofer Unternehmer-Forum.

"Kommunikation ist wichtig. So wichtig, dass wir uns hier zusammengefunden haben", begrüßte Bürgermeisterin Friederike Sonnemann am Donnerstagabend die zahlreichen Gäste im Rathaus. Unter sie mischte sich auch Alexander Veit, Trainer für nonverbale Kommunikation. Was dies bedeutet, zeigte er eindrucksvoll in einem Vortrag, den man durchaus als gelungene Show oder Performance bezeichnen darf. Veit ermunterte die Zuhörer: "Schauen Sie sich heute tief in die Augen."

Vorher freilich ergriff die Bürgermeisterin kurz das Wort, die "Sie liebe Unternehmer" in den Mittelpunkt rückte. Sie wollte mit dem Unternehmer-Forum Gelegenheit geben, sich in angenehmer Atmosphäre kennenzulernen. "Als Bürgermeisterin fühle ich mich verantwortlich, wie die Kommunikation in unserer Stadt läuft." Sonnemann lud dazu ein, Gespräche mit den Fachleuten aus Wirtschaftsnetzwerken zu führen. Dabei verwies sie auf Rainer Lorenz (Leiter Innovations- und Technologiezentrum Bayern), Peter Bürkle (Bundesverband mittelständische Wirtschaft), Franz Weichselgartner (Wirtschaftsförderer an der Regierung der Oberpfalz), Manfred Dietrich (Wirtschaftsförderer im Landkreis Tirschenreuth), Jürgen Spickenreuther (Wirtschaftsclub Nordoberpfalz) und Thomas Regnet (Arbeitsgemeinschaft der Industrie Hochfranken plus). Bürgermeisterin Sonnemann betonte: "Ich möchte mit dem heutigen Abend auch den Grundstein setzen, um die Kommunikation zwischen Waldershofer Unternehmen und dem Rathaus zu verändern." Deswegen finde das Unternehmer-Forum auch im Rathaus statt. "Wir haben unsere Türen für Sie geöffnet."

Wege ebnen

Friederike Sonnemann setzte hinzu: "Geschäftsstellenleiter Josef Kaiser und ich sind zusammen erste Ansprechpartner für Sie." Das Angebot an die Waldershofer Unternehmer: Dienstleistungen abnehmen, vernetzen, Wege ebnen. Durch Kommunikationsrunden wolle sie erfahren, "wo wir Ihnen Nutzen bieten können", erläuterte Sonnemann.

Sie wusste bereits, dass es in einigen Betrieben Auszubildende gebe, die Nachhilfe bräuchten. "Ein Unternehmer hatte die Idee, die Nachhilfe für alle Betriebe an einem zentralen Ort durchzuführen. Da bieten wir das Rathaus mit dem Sitzungssaal an." Ein anderer Unternehmer habe die Betreuung der Kinder der Mitarbeiter thematisiert. Dazu Friedrike Sonnemann: "Wir wollen versuchen, das Angebot der Kinderbetreuung an Schule und Kindergarten zu verbessern." Außerdem kündigte die Bürgermeisterin Workshops zum Thema "Internet als Grundstein Ihres Unternehmens" im März und Oktober 2015 an.

Über die Bedeutung von E-Mails (Newsletter) als Marketing-Instrument referierten Stephan Bechert und Felix Wiesel (Werbeagentur 4c-Media). Das Trio "Taktikum" sorgte beim Waldershofer Unternehmer-Forum für die musikalische Gestaltung. Besonders würdigte Friederike Sonnemann das Rathaus-Team, das sich spontan bereiterklärt hatte, die Bewirtung der Gäste zu übernehmen.

Mit kräftigem Applaus bedachten die Gäste des Unternehmer-Forums den Auftritt von Alexander Veit. Der zeigte eindrucksvoll, welchen Einfluss die Körperhaltung auf ein Gespräch hat. Dabei merkte er an: "Der Verlust von Stehvermögen ist ein sehr, sehr großer." Bei einem Kundenkontakt gelte es Lebens- und Unternehmungslust zu vermitteln. "Verkaufen hat auch was mit der Haltung des Beckens zu tun." Amüsante Demonstrationen durften da nicht fehlen.

"Hände sind ein starkes Kommunikationselement", unterstrich Veit. Beispiele zeigten, was er meinte. Von großer Bedeutung sei die Mimik. Von einem Lächeln hätten nicht nur die Gesprächspartner etwas. "Den meisten Nutzen haben Sie selbst. Das tut gut." Bekanntlich mache der Ton die Musik - auch im Gespräch. Melodiöses Sprechen mache sympathisch.

Was tun, wenn einem jemand bei der Begrüßung oder im Gespräch im wahrsten Sinne auf die Pelle rückt? Der Rat von Alexander Veit: "Einfach stehenbleiben, aushalten." Wichtig sei Zuwendung zu zeigen. "Eine klare Botschaft, die vermittelt: Jetzt bin ich nur für dich da." Veits Bitte an die Zuhörer: "Schenken Sie sich heute Abend Zuwendung."
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