So macht das Lernen Spaß

Lokales
Waldershof
17.06.2015
4
0

Frontalunterricht ist längst Geschichte. Moderne Lernlandschaften wecken in Waldershof stets aufs Neue das Interesse der Kinder. Rechnen, Lesen und Schreiben werden da fast zum Kinderspiel.

Die Umgestaltung an der Jobst-vom-Brandt-Schule ist weit fortgeschritten. Davon überzeugten sich Bürgermeisterin Friederike Sonnemann und zahlreiche Stadträte, die sich bei ihrem Besuch interessiert die flexible Lernlandschaft anschauten. Die Räte verfolgten eine Unterrichtsstunde der Klasse 1/2c unter der Leitung von Klassenlehrerin Daniela Faltenbacher.

Variabel

Die Stadträte sahen, dass sich die Lernlandschaften schnell und ohne Probleme verändern lassen. Gearbeitet wird an Dreieckstischen, die rasch als Einser-, Zweier- und Vierertische umgestellt sind. Wie schnell die Umgruppierung vonstatten geht, präsentierten die Schüler den erstaunten Gästen gerne.

Im Unterricht kommt modernste Technik zum Einsatz. Das zeigte die Klasse, als sie die Uhr kennenlernte. Die Besucher merkten, welch großen Spaß den Kindern der Unterricht macht. Klassenlehrerin Daniela Faltenbacher sorgte dafür, dass trotz der vielen Zuhörer keine Nervosität unter den Schülern aufkam.

Schulleiterin Petra Andritzky betonte, dass die Waldershofer Schule auf dem Weg zu einer modernen Schule sei. Gab es früher frühe Auslese und harte Disziplin, so setzen die Verantwortlichen heute mehr auf Lerneffizienz. Dies bedeute: Von- und miteinander lernen. Heute gebe es neue Methoden der Leistungsmessung. "Eine offene Lernlandschaft setzt ein neues Verständnis von Lernen und Teamarbeit voraus und ist ein beständiger Prozess", erläuterte Petra Andritzky. "Lernen gelingt dabei nur, wenn Raum-, Lern- und Teamkultur zu einer pädagogischen Einheit verschmelzen, die den Bedürfnissen von Lernenden und Lehrenden bestmöglich gerecht wird."

Der Einsatz neuer Schulmöbel ermögliche sowohl Einzel- als auch Gruppenarbeit binnen weniger Sekunden. Schnell wurde klar, dass durch das neue Schulmobiliar effizienteres und besseres Lernen möglich ist. Die Klasse 1/2c zeigte, wie es geht. Auch erfuhren die Stadträte, wie wichtig eine gute Raumakustik ist.

Beim abschließenden Rundgang durch das Schulgebäude bat Petra Andritzky die Stadträte, den angedachten Schulhausneubau und die Sanierungsmaßnahmen im alten Gebäude zu überdenken und nicht erst (wie geplant) 2017 auf die Tagesordnung zu setzen. "Für unsere Schule und unser Schulprofil ist die Jahrgangsmischung geradezu ideal. Zwei Jahre Wartezeit bis zum Umbau bedeuten zwei Jahre fehlende Entwicklungszeit", sagte Petra Andritzky.

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann zeigte sich von der neuen Unterrichtsform geradezu begeistert. "Fast hätte ich Lust, wieder die Schulbank zu drücken". Sonnemann dankte namens des Stadtrates der Schulleitung für die innovativen Ansätze. "Unsere Schule hat Dinge auf den Weg gebracht, die in Zukunft auf dem Lehrplan stehen werden", zeigte sich die Bürgermeisterin überzeugt. Dabei betonte sie, dass in keinem Land der OECD (34 Mitgliedsstaaten) die Diskrepanz zwischen der privaten Ausstattung mit digitalen Geräten und der schulischen Nutzung so groß sei wie in Deutschland. Viele Schulen seien nicht auf digitale Medien vorbereitet.

"Nervennahrung"

Umso mehr freue sie sich über die Fortschrittlichkeit der Jobst-vom-Brandt-Schule. "Darauf bin ich sehr stolz." Den Schülern überreichte sie am Ende der Unterrichtsstunde etwas "Nervennahrung". Dass die Waldershofer Schule auf dem richtigen Weg sei, zeigten auch die zahlreichen Gastschulanfragen von auswärts, wusste die Bürgermeisterin.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.