Spannende Speicherlösungen

Elektroautos bildeten einen Blickfang in der Ausstellung in Waldershof, stellen sie doch eine Möglichkeit dar, in Photovoltaikanlagen erzeugten Strom zu nutzen. Bild: lpp
Lokales
Waldershof
21.04.2015
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Der Anteil erneuerbarer Energie wächst stetig. Um Strom aber nicht durch Hunderte Kilometer lange Leitungen schicken zu müssen, sind intelligente Speicherlösungen nötig. Breitgefächerte Informationen dazu bot eine Ausstellung am Sonntag.

Die Messe zum Themenbereich Speicher und erneuerbare Energien in der Jobst-vom-Brandt-Schule lockte zahlreiche Interessierte an. Organisiert hatte sie die Bürgerinitiative "Steinwald sagt nein zur Monstertrasse", auch um der Energiewende mit dezentralen Lösungen einen Schub zu geben. Das Motto: "Speicher statt Trasse". Bekanntlich vereint die Bürgerinitiative Gegner der Gleichstromtrasse Süd-Ost aus den Gemeinden Neusorg, Pullenreuth und aus der Stadt Waldershof. Und so drehte sich am Sonntag alles um Stromspeicher, Photovoltaik und Anlagen, um erneuerbare Energien zu nutzen. Die durchgehend regionalen Dienstleister und Anbieter stellten sich gerne den Fragen der Besucher.

Geballte Information

Die Messe diente aber auch der Werbung für die zweite Konsultation, also die Stellungnahme zum Netzentwicklungsplan (NEP). Dieses mehrere Hundert Seiten umfassende Werk, in dem auch der Entwurf für die geplante Strompassage Süd-Ost steht, wurde umfassend erläutert. Einspruchwilligen halfen Mitglieder der BI, um letztendlich individuelle Stellungnahmen abgeben zu können. Die Strompassage bedrohe noch immer die Region und sei, so die Bürgerinitiative, unnötig. Selbst beim Energiedialog des Bayerischen Wirtschaftsministeriums mit Befürwortern und Gegnern der Höchstspannungsgleichstromtrassen sei deutlich geworden, dass die für die Versorgungssicherheit Bayerns nicht nötig seien, betonten Sprecher der BI.

Gut besucht waren am Sonntag auch die die Messe begleitenden Vorträge. Ralf Wittmann referierte über "Die Energiewende - aber braucht es so viele Stromtrassen?". Thomas Philipp aus Pullenreuth ging auf die Umsetzung von Stromspeichern im eigenen Haushalt ein und erklärte die technischen Rahmenbedingungen. Themen waren unter anderem die Eigennutzung des durch Photovoltaik-Anlagen erzeugten Stroms, der mögliche Einbau von Warmwasserwärmepumpen und die Elektromobiliät. Philipp wusste, dass es seit 2013 beim Einbau von Speichersystemen eine Förderung gibt. Martin Wittmann von der BI wies auf die Konsultation zum aktuellen Netzentwicklungsplan hin und lieferte eine Fülle an Hintergrundwissen. Der Waldershofer Sprecher der BI, Andreas Burger, wertete die Messe in der Kösseinestadt als gelungene Aktion. "Die BI konnte zeigen, dass sie sich nicht nur gegen die Stromtrassen wendet, sondern aktiv an der Zukunft einer dezentralen Energiewende zum Wohl der Region mitwirkt."

"Verwirrspiel" verärgert

Dritte Bürgermeisterin Gisela Kastner ging auf die Entstehung der BI und deren Arbeit ein. Die kritischen Einwände der Bürger würden gehört. Sie ging auf das "wenig zufriedenstellende Ergebnis" des Energiedialogs und die "wechselnden Marschrichtungen der Landesregierung" ein. Dieses "Verwirrspiel" um Zuständigkeiten mache das "Dranbleiben" der Bürgerinitiative dringend notwendig. Sie gratulierte der BI zur Messe in Waldershof. "Sie sagt nicht nur nein, sondern verweist auf Alternativen zum Stromtrassenbau."

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.steinwaldsagtnein.de/
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