Sporthalle südlich der Schule

Mit 9:8 Stimmen beschloss der Stadtrat am Donnerstagabend den Abbruch des früheren Hauptschulgebäudes (rechts im Bild). An dieser Stelle entsteht die neue, langersehnte Sporthalle. Bild: hd
Lokales
Waldershof
14.03.2015
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"Wir haben hier eine sinnvolle und funktionelle Variante. Wir verzichten auf Luxus", präsentierte Bürgermeisterin Friederike Sonnemann die Pläne für die neue Sporthalle. Die Stadträte von CSU und Wählerbund aber sagten nein.

Das Veto bezog sich speziell auf den Standort. CSU und Wählerbund hätten die neue Schulsporthalle gerne nördlich der bestehenden Halle errichtet gesehen. Auch beantragten sie einen Abriss der Grundschule (Unterricht übergangsweise im Hauptschulgebäude) und den Neubau einer "zweckmäßigen, wirtschaftlichen und energieeffizienten Grundschule". Erst später könne das Hauptschulgebäude abgebrochen werden, womit dann Platz wäre für Wohnbebauung in einem bereits voll erschlossenen Gebiet.

Durchgesetzt haben sich mit 9:8 Stimmen Bürgermeisterin Friederike Sonnemann, Freie Wähler und SPD. Somit folgt auf einen Abriss des ehemaligen Hauptschulgebäudes an dieser Stelle der Neubau der Sporthalle. Sonnemann hob hervor: "Am 13. Januar haben alle Fraktionssprecher gemeinsam mit der Leiterin der Schule das Konzept intensiv durchgearbeitet und einige Veränderungen angeregt, die einvernehmlich angenommen wurden. Wesentlich war der Wunsch, den Funktionsbereich zu erweitern, um die Sanitärräume und das Raumangebot zu vergrößern."

Unmittelbar danach habe die Stadt den Förderantrag für den Rückbau der Hauptschule bei der Regierung der Oberpfalz eingereicht, "weil es seitens der Teilnehmer auch keine Einwendungen zum südlichen Standort der Sporthalle gab". Am 11. Februar habe es ein Gespräch mit den Vorsitzenden von TSV Waldershof und SV Poppenreuth gegeben. Bürgermeisterin Sonnemann: "Nach umfangreichen Erläuterungen waren die Vorsitzenden mit dem Konzept sehr zufrieden und stellten fest, dass die Belange der Sportvereine berücksichtigt sind."

Details noch offen

Etwas anders hatte Mario Rabenbauer, Sprecher von CSU und Wählerbund, das Treffen vom 13. Januar in Erinnerung: "Aus diesem Gespräch ging man in der Erwartung, dass der Stadtrat in seiner Gesamtheit alles Weitere abschließend beraten wird." Nun aber sehe man sich bereits mit dem Beschlussvorschlag konfrontiert. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht möglich, "da heute die erste Sitzung ist, in der dem Stadtrat zum einen die Kostenberechnung - nicht Kostenschätzung - vorliegt und zum anderen auch noch über das eine oder andere Detail mit allen Stadtratsmitgliedern zu sprechen sein wird." Erhebliche Bedenken hatten CSU und WB auch hinsichtlich der auf dem Hauptschuldach montierten Photovoltaikanlage. Rabenbauer: "Im Jahr 2004 gründete sich eine Sonnenstrom-GdbR. Dort investierten Bürger ihr Geld für eine Laufzeit von 20 Jahren. Die Module, die jetzt abgebaut werden sollen, sind elf Jahre alt und nicht mehr auf dem Stand der Technik." Eine erneute Installation nach der Bauphase könnte dazu führen, dass die Investoren nicht mehr die ihnen vor Jahren garantierte Einspeisevergütung bekommen. Auch warnten CSU und Wählerbund vor beträchtlichen Ab- und Wiederaufbaukosten der Solar-Module. Sie appellierten "Gründlichkeit vor Schnelligkeit walten zu lassen". Mario Rabenbauer: "Wir vergeben uns nichts, wenn wir den Beschluss zum Hallenbau im Mai oder Juni fassen - aber wir schaffen Sicherheit."

"Durchdachtes Konzept"

Dem trat Bürgermeisterin Friederike Sonnemann vehement entgegen: "Wir haben jahrelang diskutiert. Alles ist geprüft." Zur Abstimmung liege ein durchdachtes Konzept vor. "Wir sehen keinen Grund, die Genehmigung der Sporthalle zu verschieben." Auch versicherte die Bürgermeisterin hinsichtlich möglicher unerwarteter Kosten: "Es wird für den Bürger keine Nachteile geben."

Freie Wähler: Nur Vorteile

Für die Freien Wähler verdeutlichte Michaela Härtl: "Das Konzept ist mit allen Beteiligten besprochen. Es gab damals keine Einwendungen gegen den südlichen Hallenstandort." Das ehemalige Hauptschulgebäude habe bislang keiner Nachfolgenutzung zugeführt werden können. Härtl: "Wir sehen im vorgestellten Hallenkonzept nur Vorteile." Die Kinder kämen trockenen Fußes von der Schule in die Sporthalle. Auch könne die Außensportanlage erhalten bleiben.
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