Stadtratssitzung beschäftigt sich mit Sanierung des Stadtparks
Weniger Luxus, mehr Fantasie

Lokales
Waldershof
26.11.2014
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Eigentlich wollte Waldershof nächstes Jahr das Feuerwehr-Gelände umgestalten. Doch jetzt ziehen die Stadträte bei der Sanierung des Stadtparks eine Fläche vor, "die der gesamten Öffentlichkeit dient". Auch griffen die Räte zum Rotstift, was natürlich zu Diskussionen führte.

678 000 Euro waren für die Neugestaltung des Stadtpark-Kernbereichs am Bach veranschlagt. Ausgeführt werden sollte sie 2016/17. Das passiert nun schon im kommenden Jahr - vor allem aber kostengünstiger.

Landschaftsarchitektin Marion Schlichtiger erläuterte in der Stadtratssitzung am Dienstag die Einsparmöglichkeiten. So könnte man die Einfassungen der Wege im Stadtpark weglassen, weniger Granitmauern bauen, auf eine durchgehende Beleuchtung verzichten. Wegfallen könnten Hänge- und Granitbrücke, einige Spielgeräte (Seilfähre, Wasserfluter), Rundbank. Und wenn die Stadt auch weniger Sträucher pflanzen lässt, errechnete Schlichtiger eine Ersparnis von 175 000 Euro.

"Auch für insgesamt 503 000 Euro bekommt Waldershof einen attraktiven Stadtpark", war sich die Landschaftsarchitektin sicher. Mit aufnehmen sollte man aber den Ausbau des Mehrzweckplatzes mit einer wassergebundenen Decke, was rund 50 000 Euro koste. Bliebe immer noch eine Einsparung von 125 000 Euro.

Keine Luxusvariante

In der Diskussion konnte sich Hubert Kellner (CSU) gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass die Wegeinfassungen wegfallen sollen. Die Natur erobere sich den Weg zurück, Unkraut dringe ein, so seine Erfahrung. "Da bekommen wir dann eine Daueraufgabe für den Bauhof."

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann: "Wir brauchen keine Luxusvariante, sondern ein vernünftiges Maß." Und auch Gisela Kastner (Freie Wähler) sprach sich für Kürzungen aus. Granit sei Luxus. Einsparungen erkannte Kastner zudem beim Spielplatz. "Wir sollten das Abenteuerliche betonen." Um die Fantasie der Kinder anzuregen, brauche man nicht viel.

"Ich frage mich auch, ob wir im Stadtpark überhaupt eine Brücke brauchen." Gerhard Greger (SPD) wünschte sich einen möglichst naturbelassenen Park.

Keine Rolle rückwärts

Friederike Sonnemann warnte davor, in eine Detaildiskussion abzurutschen. Immerhin sei das Konzept schon einmal beschlossen worden. Wichtig sei ein zweckmäßiger Park, worauf Marion Schlichter hervorhob: "Das wird eine sehr natürliche Geschichte." Auch Hilmar Wollner (CSU) hielt nichts von einer Rolle rückwärts.

Er und Fraktionskollegin Angela Burger formulierten erneut einen Appell, nicht auf ein Einfassen der Wege (Kosten: rund 25 000 Euro) zu verzichten. Dem folgten schließlich alle Stadträte. Sie beschlossen, die Umgestaltung des Kernbereichs des Stadtparks im nächsten Jahr bei Kosten von 578 000 Euro anzupacken.
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