Änderungen machen erneute Auslegung der Pläne notwendig
Neues wagen und planen

Zusammen mit den Bürgern Ideen sammeln und gestalten, das ist Bürgermeisterin Friederike Sonnemann wichtig, wenn der Markt ein neues Gesicht erhält. Freilich kann die Umgestaltung erst nach dem Bau der Ortsumgehung erfolgen. Bild: hd
Politik
Waldershof
14.01.2016
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Man muss nicht jedes Gebäude auf Biegen und Brechen erhalten, besonders wenn die Substanz schlecht ist.

Sporthalle, Stadtpark, Gewerbeansiedlungen. Drei wichtige Punkte auf der langen Aufgabenliste. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann macht aber klar: "Mir sind auch die kleinen, soften Faktoren wichtig, um das Leben in und um Waldershof attraktiv zu gestalten.

"Waldershof ist eine dynamische Stadt", hebt Friederike Sonnemann gleich am Beginn des Gesprächs mit unserer Zeitung hervor. Bereits im vergangenen Jahr seien zahlreiche wichtige Entscheidungen getroffen und Projekte auf den Weg gebracht worden, "die in 2016 weiterverfolgt werden". Sonnemann: "Stillstand gibt es in Waldershof nicht." Dabei gelte es auch Nischen und Ideen zu finden, über die sich Waldershof von anderen Städten abheben könne.

Als ein wichtiges Projekt nennt die Bürgermeisterin die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf moderne LED-Technik. Damit soll noch heuer begonnen werden. Es sei wichtig gewesen, alles gut vorzubereiten. "Dabei werden wir darauf achten, dass für die Bürger keine Mehrkosten entstehen." Untersucht werde im Zuge des Sporthallenneubaus, ob eine Stromversorgung mittels Photovoltaikanlage möglich sei. "Für den Bauhof prüfen wir den Einsatz von Elektrofahrzeugen." Natürlich sei die Stadt da auf Fördermittel angewiesen. Die Batterien der E-Fahrzeuge könnten während der Pausen aufgeladen werden. Auch dabei könnte Strom aus Photovoltaikanlagen zum Einsatz kommen. Stichwort Bauhof: Friederike Sonnemann sieht hier dringenden Sanierungsbedarf. Möglicherweise komme auch ein Neubau in Betracht. Wichtig sei bei allen Maßnahmen, auf Energieeffizienz zu achten.

Kritisch durchleuchten


Im Sommer soll der Breitbandausbau rund um Waldershof anlaufen. Dann werde das verwirklicht, was seit langem gepredigt werde: Gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern. Um die Arbeitsabläufe im Rathaus zu optimieren, erstelle der Bayerische Kommunale Prüfungsverband ein Organisationsgutachten. "Wir wollen uns da selbst überprüfen, kritisch durchleuchten - so wie Unternehmen das auch machen", erläutert Friederike Sonnemann. Stark wandeln werde sich der Stadtpark. "Da wird heuer der zweite Bauabschnitt fertiggestellt - mit Wasserspielplatz, Brücke und Calisthenics-Geräten." Die Calisthenics-Anlage werde die größte im Landkreis und sei auch für den Tourismus wichtig. Sport und Spiel für Jung und Alt. Im künftigen Stadtpark gebe es Angebote für alle Generationen.

Im Hinblick auf den Bau der Ortsumgehung (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite) will Waldershof den Markt umgestalten und aufwerten. "Dazu soll es in diesem Jahr eine umfassende Bürgerbeteiligung in Form eines runden Tisches geben", kündigt die Bürgermeisterin an. Es gilt Ideen zu sammeln, die ein Fachbüro dann in die Planung einarbeite. Ein erstes Treffen sei im Frühjahr geplant. Thema sei dabei sicher auch der Gebäude-Leerstand. Hier müsse etwas passieren - notfalls durch Abriss. Die Lücken ließen sich attraktiv gestalten. "Man muss nicht jedes Gebäude auf Biegen und Brechen erhalten, besonders wenn die Substanz schlecht ist."

Neues entsteht auf dem ehemaligen Rosenthal-Gelände. "Um den Wirtschaftsstandort Waldershof zu stärken, siedeln wir neues Gewerbe an. Dazu starten wir heuer die Infrastrukturplanung." Details dazu will die Bürgermeisterin noch nicht nennen, die aber wissen lässt, dass sie sich bereits nach weiteren möglichen Gewerbeflächen umschaut. Nicht minder wichtig ist die Ausweisung von Bauplätzen, "damit junge Familien sich in Waldershof ihr Heim schaffen können". Da sei die Stadt auf einem guten Weg.

Nachbarschaftshilfe


"Das Reparatur-Café mit Kleidertauschbörse im Alten Rathaus läuft gut", schwenkt Friederike Sonnemann auf ein anderes Thema um. "Ich bin da jeden Montag da. Das ist wirklich ein Gewinn für unsere Stadt." Auch plant die Bürgermeisterin bereits wieder Neues. "Wir streben an, ein Nachbarschaftshilfe-Büro zu schaffen." Der Förderantrag sei bereits gestellt. "Grundsätzlich bin ich dankbar für jede Idee, das Alte Rathaus weiter zu beleben."

"Wenn alles gut läuft und der Freistaat Bayern die nötigen Finanzmittel bereitstellt, dann könnte 2018 mit dem Bau der Ortsumgehung von Waldershof begonnen werden", informiert Henner Wasmuth auf Anfrage unserer Zeitung. Der Leiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach antwortet auf die Frage zum aktuellen Stand: "Jetzt sind wir im Planfeststellungsverfahren." Nach Einwendungen und Änderungswünschen der Firmen Cube und Scherdel habe das Bauamt Umplanungen vorgenommen. "Diese Änderungen sind nun eingearbeitet." Auch habe man weiter Flächen angekauft und auf naturschutzrechtliche Belange reagiert. In Kürze könne deshalb die erneute öffentliche Auslegung der Pläne erfolgen. Vier Wochen lang seien dann wieder Stellungnahmen und Einwände möglich. Dann folge der sogenannte Erörterungstermin. Hier komme jeder Einwand auf den Prüfstand. Im Hinblick auf eine rasche Verwirklichung der Pläne sei es wichtig, möglichst eine Einigung zu erzielen. Henner Wasmuth hält einen Erörterungstermin in der ersten Jahreshälfte für machbar. Dann prüfe die Regierung der Oberpfalz erneut. Komme grünes Licht, sei der Planfeststellungsbeschluss der nächste Schritt hin zur Ortsumgehung. "Das könnte Ende des Jahres 2016 der Fall sein." Allerdings schränkte der Leitende Baudirektor ein: "Wenn keiner klagt." Nur dann gebe es einen rechtskräftigen Beschluss, der Baurecht schaffe. Auf der Basis mache sich das Bauamt an die Ausführungsplanung und den Grunderwerb. Kosten dürfte die etwa drei Kilometer lange Umgehung rund 17 Millionen Euro. Stehen die zur Verfügung, könnten die Bauarbeiten Ende 2017 ausgeschrieben werden.

Man muss nicht jedes Gebäude auf Biegen und Brechen erhalten, besonders wenn die Substanz schlecht ist.Bürgermeisterin Friederike Sonnemann
Stillstand gibt es in Waldershof nicht.Bürgermeisterin Friederike Sonnemann
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