Bürger-Ideen ausgebremst

Der Hügel in der Mitte des Kreisverkehrs ist bereits aufgeschüttet. Für die Gestaltungsvorschläge aus der Bevölkerung gab es im Stadtrat keine Mehrheit. Nun hat das Straßenbauamt freie Hand. Der Vorteil: Der Stadt Waldershof kostet das keinen Cent. Bild: jr
Politik
Waldershof
19.09.2015
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Die Waldershofer haben fleißig abgestimmt. Und das nicht nur fürs Bayern-3-Dorffest. Geklickt haben sie auch für die Gestaltung des Kreisverkehrs. Doch die Mehrheit der Stadträte war nun von den Vorschlägen aus den Reihen der Bürger wenig begeistert.

Bürgermeisterin Friederike Sonnemann berichtete von 15 Bürger-Vorschlägen zur Gestaltung des Kreisverkehrs. Die Vorschläge wurden dem Straßenbauamt zur sicherheitstechnischen Prüfung vorgelegt. In die engere Auswahl kamen sieben Ideen, wobei die beiden Erstplatzierten beim Voting jeweils über 30 000 Klicks erzielten. Die höchste Zustimmung fand ein Springbrunnen.

Gerhard Greger (SPD) vertrat die Ansicht: "Ein Springbrunnen gehört in die Stadt und nicht nach außerhalb." Gisela Kastner (FW) vermisste beim Springbrunnen irgendeinen Bezug zu Waldershof. Weiter fragte sie: "Können wir mit dem Kreisverkehr für unsere Stadt werben? Ansonsten geben wir ihn doch gleich dem Straßenbauamt, dann haben wir wenigstens keine Kosten." Stefan Müller (CSU) kritisierte den Wettbewerb, weil die Stadt nicht die richtigen Vorgaben gemacht habe. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann verteidigte den Wettbewerb: "Unser Ziel war es, die Bürger zu beteiligen. Das ist Demokratie. Dass es bei der Umsetzung schwierig wird, war von vornherein klar." Gisela Kastner hatte ein Problem mit dem Voting. "Keiner weiß doch letztendlich, wie die Stimmen zusammengekommen sind. Computer-affine Menschen werden da doch bevorzugt." Angela Burger (CSU) stellte den Antrag, die Lösung des Straßenbauamtes anzunehmen. "Die sollen den Kreisverkehr nach ihren Wünschen gestalten." Letztlich konnte sich keiner der Stadträte für einen Springbrunnen am Kreisverkehr begeistern. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann ließ abstimmen: Mit 9:8 Stimmen gab das Gremium dem Straßenbauamt freie Hand. Sonnemann vermutet eine pflegeleichte Gestaltungsvariante mit Steinen. Damit kommen auf die Stadt keine Unterhaltungs- und Pflegekosten zu.
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