CSU nimmt neuen Anlauf

Neuer Schriftführer des CSU-Ortsverbandes Waldershof ist Thomas Frischholz (Zweiter von links). Seit 25 Jahren Mitglied ist Reinhold Köllner (Mitte), schon seit 40 Jahren dabei ist Peter Müller (Zweiter von rechts). Dazu gratulierten Ortsvorsitzender Mario Rabenbauer (links) und Kreisvorsitzender Tobias Reiß. Bild: jr
Politik
Waldershof
27.04.2016
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Seit zwei Jahren hat die Stadt eine SPD-Bürgermeisterin. Doch die CSU gibt sich kämpferisch: "Wir haben uns nicht ins stille Kämmerlein zurückgezogen, wir haben die Herausforderung angenommen", betonte Vorsitzender Mario Rabenbauer.

"Die Ereignisse des Frühjahres 2015 haben Spuren hinterlassen", spielte er auf den plötzlichen Tod des SPD-Ortsvorsitzenden an. Rabenbauer machte bei der Jahresversammlung der Christsozialen im "Grünen Baum" deutlich, dass bei ihm mehrmals der Gedanke aufkam, ob der politische Einsatz all dies wert sei: "Soll man Zeit, Kraft und Nerven opfern, die eigene Familie belasten? Glaubt mir, es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ich heute als Ortsvorsitzender dastehe. 2014 die Stichwahl verloren, 2015 als Person massiv öffentlich angegangen, auch von eigenen Mitgliedern. Ehrenamtliche Arbeit kann durchaus mehr Spaß machen, als das in dieser Zeit der Fall war."

Dennoch stelle er sich weiterhin seinen Aufgaben. "Verantwortung tragen wir alle, als Stadträte, als Kreisräte und als Mitglieder unserer Partei. Diese Verantwortung und die enorme Unterstützung aus Familie und Partei machen es mir möglich, weiterhin im Ehrenamt für unsere Gesellschaft aktiv zu sein", sagte Rabenbauer. Er blickte auf insgesamt 26 Veranstaltungen 2015 zurück. "Für unsere CSU ein großes Programm. Sieht so eine Partei aus, die am Ende die Macht verloren hat? Nein, mit Sicherheit nicht. Wir haben uns nicht ins stille Kämmerlein zurückgezogen, wir haben die Herausforderung angenommen."

Rabenbauer zitierte einige Anträge der CSU-Fraktion im Stadtrat. Noch nicht umgesetzt sei das kostenlose WLAN im Kösseinebad. Während dies in anderen Gemeinden schon längst passiert sei, werde in Waldershof noch lang und breit geprüft. Den Haushalten 2015 und 2016 habe die CSU zugestimmt, auch wenn der diesjährige Etat aufgrund der Neuverschuldung schon eine Herausforderung sei. Rabenbauer erinnerte sich, dass einst die SPD einen Stadthaushalt abgelehnt habe, nur weil damals keine Mittel für eine Bücherei eingeplant waren. "Viel Geschrei um vielleicht nichts" nannte er die Auseinandersetzung um den Bau von Flüchtlingsunterkünften. "Schon seit Wochen hören wir nichts mehr, nicht mal als Stadtratsmitglieder", sagte Rabenbauer.

Geehrt für 25-jährige Mitgliedschaft wurde Reinhold Köllner. Seit 40 Jahren bei der CSU ist Peter Müller. Für den ausgeschiedenen Schriftführer Stefan Neumann wurde Thomas Frischholz gewählt, zugleich übt er das Amt des Organisationsleiters aus. Delegierte für die Kreisvertreterversammlung zur Bundestagswahl sind Angela Burger, Thomas Frischholz, Monika Greger, Mario Rabenbauer und Christine Weidmann.

Über die Arbeit im Stadtrat berichtete stellvertretender Fraktionsvorsitzender Hilmar Wollner. Für die Schulsporthalle sollten Ende Mai die Bauarbeiten beginnen. "Das halte ich für nicht realistisch, da derzeit noch nicht mal die Ausschreibungsergebnisse vorliegen." Vermutlich werde es vor Juli nicht losgehen. Nach Meinung der CSU/WB-Fraktion wäre ein Neubau der Grundschule die wirtschaftlichste Lösung, bekräftigte Wollner: "Die Schule ist jetzt 53 Jahre alt und hat einfach zu viele Mängel." Auch im Gespräch mit dem Architekten sei deutlich geworden, dass ein Neubau kostengünstiger als eine Generalsanierung sei. Im September habe der Stadtrat beschlossen, einen wirtschaftlichen Vergleich in Auftrag zu geben. "Leider haben wir seitdem nichts mehr gehört."

Ein Thema war die Ortsumgehung. Hilmar Wollner erinnerte die Bürgermeisterin an ihre Aussage, dass sie notfalls wöchentlich nach München fahre, wenn dies notwendig sein sollte. Prognosen über Baubeginn und Fertigstellung wagte er keine abzugeben.

CSU-Kreisvorsitzender Tobias Reiß bescheinigte dem Ortsverband viel Engagement. Ausdrücklich dankte er Mario Rabenbauer, der in einer für ihn nicht einfachen Zeit Verantwortung übernommen und im Umgang mit anderen Menschen viel Sensibilität gezeigt habe. Die Ortsumgehung befinde sich auf der Zielgeraden, was den Planfeststellungsbeschluss angeht. An dem Projekt werde mit Hochdruck gearbeitet.

Insgesamt sah Reiß die Partei gut unterwegs: "Wir als CSU sind die Stimme Bayerns in Deutschland." Der Listenkandidat des Wahlkreises für die Bundestagswahl werde Albert Rupprecht sein, Reiner Meier solle über die Liste den Einzug schaffen.
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