Geplanter Bau einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende
SPD für „Lösung mit Augenmaߓ

Günter Raithel
Politik
Waldershof
19.01.2016
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Es gibt wohl derzeit kein Thema, das die Waldershofer so sehr bewegt wie der geplante Bau einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende. Entschiedene Ablehnung kommt von der SPD. Sie hält das Projekt für "zu groß für unsere Stadt" und nennt Gründe und Argumente.

Die Planung, nördlich des Senioren-Servicehauses eine Unterkunft für Asylsuchende zu errichten, bereite vielen Bewohnern und künftigen Anwohnern Unruhe und Sorgen, schreiben die SPD-Stadträte Gerhard Greger, Günter Raithel, Jürgen Ranft und Christian Fritsch in einer Pressemitteilung. "Wir, die SPD-Stadträte, nehmen diese Sorgen unserer Bürger ernst." Der SPD-Stadtratsfraktion sei es ein Anliegen, "den Bürgern rechtzeitig unsere Sicht der Dinge" darzulegen. "Wir sind uns der aktuellen Lage und der Schwierigkeiten der Flüchtlingsunterbringung in Deutschland sehr wohl bewusst und wollen uns auch solidarisch mit allen anderen Landkreisgemeinden zeigen. Deshalb sind wir gerne dazu bereit, über eine verträgliche und nachhaltige Aufnahme zu diskutieren."

Kategorisch aber lehne die SPD die aktuelle Planung ab. Die SPD-Stadträte Gerhard Greger, Günter Raithel, Jürgen Ranft und Christian Fritsch argumentieren: "Wir halten das Konzept, über 150 Menschen auf engstem Raum zu konzentrieren für hoch problematisch. Konflikte sind hier aufgrund der Enge, verschiedener Ethnien und religiöser Anschauungen sehr wahrscheinlich. Hier werden die Fehler aus den 50er und 60er Jahren wiederholt und eine erfolgreiche Integration von Grund auf erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht."

Das Baugrundstück liege in dem wohl am dichtest bewohnten Gebiet der Stadt. Konflikte durch Lärm, nächtliche Ruhestörungen und Ängste der Anwohner seien zu befürchten. "Auf Dauer könnte das erforderliche Engagement die Kräfte und die Motivation unserer ehrenamtlichen Helfer, die schon jetzt Vorbildliches zur Integration für die bereits im Stadtgebiet wohnenden 22 Flüchtlinge leisten, überfordern."

Nachhaltige Integration

Wir sorgen uns um den sozialen Frieden in der Stadt.Günter Raithel

Waldershof gehe durch die Planung ein attraktiver Standort für Wohnungen in bester Lage verloren, so die SPD-Stadträte. "Wir sorgen uns um den sozialen Frieden in der Stadt. Wir wollen eine Lösung mit Augenmaß auf mehreren geeigneten Standorten im Landkreis. Nur so ist wirksame und nachhaltige Integration möglich."

Bei aller Solidarität für das Problem des Landkreises Tirschenreuth, Asylsuchende menschenwürdig unterzubringen, "sind wir davon überzeugt, dass das geplante Projekt zu groß für unsere Stadt Waldershof ist".
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