Hell und sparsam

Keine Augenweide und zudem teuer. Alte Lampen säumen viele Straßen in Waldershof. Die Stadt möchte sie gegen moderne Leuchten mit LED-Technik austauschen. Bild: jr
Politik
Waldershof
18.12.2015
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Strom und dabei Geld sparen - da sagt Waldershof nicht nein. Die Stadt will die Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umrüsten. Wichtig ist den Stadträten, dass auf die Anwohner keine Kosten zukommen.

Da Waldershof nicht die Fehler anderer Städte machen wollte, holten sich die Stadträte Fachwissen ins Rathaus. Zu Gast war Dominik Böhlein vom Planungsbüro "EVF-Energievision Franken". Er zeigte am Mittwoch die Vorteile einer Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik auf. LED-Licht sei insektenfreundlich und effizient, erreiche die volle Helligkeit direkt nach dem Einschalten. Eine Amortisation der Kosten stellte der Referent nach neun Jahren in Aussicht. Sein Rat: "Eine gute Planung erspart Ärger." In Waldershof sollte aus 504 von 697 Straßenleuchten möglichst bald LED-Licht leuchten. Er empfahl 295 Umrüstsätze und 209 neue Leuchten. Böhlein errechnete eine Einsparung von 145 000 Kilowattstunden pro Jahr (knapp 80 Prozent).

Der Geschäftsführer von "EVF-Energievision Franken" hatte einen detaillierten Kostenvergleich vorbereitet. Demnach würde ein Weiterbetrieb der bisherigen Straßenbeleuchtung (inklusive Wartung), gerechnet auf 15 Jahre, etwa 890 000 Euro kosten. Nimmt die Stadt selbst Geld in die Hand und rüstet auf LED-Technik um, sei mit 642 800 Euro zu rechnen. Hier müssten aber die Bürger mit zur Kasse gebeten werden. Die Straßenausbaubeitragssatzung zwinge dazu. Eine Belastung der Bürger möchte die Stadt aber vermeiden. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann empfahl daher eine sogenannte Contracting-Lösung. Die Kosten hier: etwa 722 500 Euro. In diesem Fall übernimmt der Contracting-Partner Investitions- und Wartungskosten.

Mario Rabenbauer (CSU) war wichtig, dass die Steuerung der Lampen bei der Stadt bleibe. Auch wollte er wissen: "Lassen sich einheimische Firmen einbinden?" Hier verwies Böhlein auf die nötige Ausschreibung. Bei der Frage nach Beispielen nannte der Referent Schönwald und Grafenwöhr. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann kündigte an: "Falls der Stadtrat die Ausschreibung beschließt, gibt es eine Info-Veranstaltung für alle Bürger.

Einstimmig


Gisela Kastner (Freie Wähler) hinterfragte die Contracting-Lösung, denn hier verliere die Stadt Einflussmöglichkeiten. Auch wunderte sie sich über das Ausbleiben von Nachfragen seitens der Stadtratskollegen, da es sich ja um ein vor nicht allzu langer Zeit noch sehr kritisiertes Public-Private-Partnership-Modell handle. Bürgermeisterin Sonnemann stellte dazu klar: "Wir suchen einen Weg, bei dem die Bürger nicht an den Kosten beteiligt werden." Das gehe eben nur über eine Contracting-Lösung. Letztlich vergaben die Stadträte die Ausschreibung eines LED-Contractings einstimmig an die "EVF-Energievision Franken".
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