"Impulsgruppe" trifft sich im Juni das erste Mal
Markt ohne „Aufenthaltsqualität“

"Keine Aufenthaltsqualität": So beurteilt Architekt Peter Kuchenreuther den Markt in Waldershof. Das soll sich ändern. Für die Umgestaltung holt die Stadt auch die Bürger mit ins Boot. Bild: fph
Politik
Waldershof
29.04.2016
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Die "Impulsgruppe" trifft sich am 6. Juni zur ersten Arbeitssitzung. Anlieger, Händler, Experten sollen den "Ortsmitten-Prozess" vorantreiben. Abhängig ist die Umgestaltung vom Bau der Umgehung. Hier sind noch Fragen offen.

(fph) Architekt Peter Kuchenreuther präsentierte am Donnerstag in der Stadtratssitzung den Fahrplan für das weitere Vorgehen am Markt. Doch noch läuft für die in Waldershof seit langem ersehnte Umgehung das Planfeststellungsverfahren. Baurat Frank Viehmann vom Bauamt Amberg-Sulzbach informierte auf Anfrage, dass mittlerweile Einwendungen zum Tekturplan vorliegen; in den nächsten zwei, drei Wochen werden sie bearbeitet und dann an die Planfeststellungsbehörde weitergeleitet, die Regierung der Oberpfalz.

Danach vergehen voraussichtlich vier bis sechs Monate bis zum Erörterungstermin in Waldershof, bei dem erneut Einwände vorgetragen werden können. Daraufhin wird der Plan nachgearbeitet, und es fällt ein Planfeststellungsbeschluss. Der könne möglicherweise Ende 2017 vorliegen, erklärt Henner Wasmuth, Leiter des Bauamts Amberg-Sulzbach. Sollten keine Klagen erhoben werden, dann könnte Ende 2018 der Bau beginnen, "wenn Geld da ist", schränkt der Leitende Baudirektor ein.

Auch Abteilungsleiter Viehmann betont: "Da gibt es noch viele Fragezeichen." Entscheidend dürfte sein, ob Klagen gegen die Trasse erhoben werden. Die würden das Ganze noch einmal um zwei Jahre in die Länge ziehen. Nichtsdestotrotz soll die Impulsgruppe für die Umgestaltung des Marktes heuer ihre Arbeit aufnehmen. Außer den Planern sollen sieben Anlieger und sieben Vertreter der Gewerbetreibenden mitwirken sowie Vertreter der Stadt, des Obst- und Gartenbauvereins und - wegen der Thematik Barrierefreiheit - Stadtrat Günter Raithel.

Eigentlich war vorgesehen, die teilnehmenden Bürger per Losentscheid unter den Interessenten zu ermitteln. Dies stieß in der Sitzung bei einigen Stadträten aber auf Unbehagen, etwa bei Angela Burger, CSU. "Ich bin selber Anliegerin und auch Stadträtin. Da wäre ich schon gerne mit dabei", sagte sie. Das Verfahren zur Bildung der Impulsgruppe soll jetzt noch geklärt werden.

Vorgesehen ist, dass die Gruppe im September eine Exkursion nach Eschenbach, Speinshart, Neustadt am Kulm, Kemnath, Neusorg und eventuell auch Wunsiedel unternimmt, um sich Gestaltungsmöglichkeiten anzusehen. Bei einem weiteren Treffen sollen erste Skizzen gemacht werden. Die könnten in eine Vorplanung einfließen, womit sich dann der Stadtrat auseinandersetzt. Im Jahr 2017 werde man also in die Planung gehen, 2018 folge die Umsetzung - den Bau der Umgehung vorausgesetzt, sagte Kuchenreuther. Wenn die Umgehung einmal fertig sein sollte, dann werden die Waldershofer Durchgangsstraßen umgewidmet. Hier präsentierte Kuchenreuther Planspiele: Im Markt ließe sich die Straßenbreite von jetzt bis zu 8,10 Meter auf künftig 6 Meter verringern. Allein dadurch und mit Maßnahmen an Gehstreifen und Stellflächen würde sich ein erheblicher Freiraum ergeben, den man zu einer angenehmen Aufenthaltsfläche gestalten könnte. Denn derzeit habe der Markt "keine Aufenthaltsqualität"

Solange es mit der Umgehung nicht vorangeht, könnte man laut Kuchenreuther mit der Innenstadt-Entwicklung weitermachen. "Auch hier gibt es Bauparzellen, nicht nur im neuen Wohngebiet." Wer an Neu- oder Ersatzbauten im Innenstadtbereich Interesse habe, könne sich wegen Fördermöglichkeiten an die Stadtverwaltung wenden.
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