Leserbrief
Gegen Fällen der alten Allee Widerstand leisten

Zartes Grün schmückt in diesen Tagen die über 100 Jahre alten Linden neben der Rosenthal-Brache. Sie bieten Lebensraum für Vögel, Fledermäuse und Insekten. Bild: jr
Politik
Waldershof
11.05.2016
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Zur geplanten Rodung von Bäumen auf der Rosenthal-Brache in Waldershof:

Als früheren Waldershofer macht es mich wütend, wie die Führung der Stadt mit der Natur umgeht. So sehr das Flächenrecycling der früheren Porzellanfabrik zu begrüßen ist, muss verhindert werden, wie dort mit dem noch verbliebenen Rest der Natur umgegangen werden soll. Zur Schaffung ebener Flächen für weitere ausgedehnte Firmengebäude wurden im Zuge des Abbruchs bereits Hunderte Bäume gefällt. Ein Klimaschutzkonzept ist ein schönes Stück Papier, aber technischer Umweltschutz ist nur die eine Seite. Es könnte zwar eine CO2-arme Stadt entstehen, aber in der sind außer Menschen keine Lebewesen mehr zu finden, weil ihnen der Lebensraum geraubt wurde. Wie soll eine neu gepflanzte Baumreihe über zwanzig hundertjährige Bäume ersetzen, die Lebensraum für Vögel, Fledermäuse und Insekten sind und obendrein kostenlos Sauerstoff produzieren, den man teuer durch andere Klimaschutzmaßnahmen kompensieren müsste. Natur und Wirtschaft sind keinesfalls unvereinbare Gegensätze. Das riesige Gelände bietet enorme Entwicklungsmöglichkeiten und da muss es möglich sein, eine Baumreihe, die einen kleinen Bruchteil der Fläche ausmacht, durch eine andere Stellung von Gebäuden zu erhalten. Die Stadt Waldershof hat zwar in den letzten Jahren eine Ausgleichsfläche am Hammerrang angekauft, aber das Vielfache an außerorts gelegenen Flächen versiegeln lassen. Und bezeichnenderweise wurde auch nach Jahren dort noch keine Bepflanzung durchgeführt. Bleibt zu hoffen, dass das Geschäft mit Mountainbikes dauerhaft gut läuft und man den Flächenfraß nicht eines Tages bereuen muss. Ich freue mich, dass die örtliche CSU das Thema Naturschutz aufgreift und rufe die Waldershofer auf, gegen das Fällen der alten Allee am früheren Weg nach Marktredwitz massiv Widerstand zu leisten.

Gerald Hoch Brand in der Oberpfalz

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