Nach dem Tod ihres Mannes spricht Bürgermeisterin Friederike Sonnemann aus Waldersdorf
"Ich lasse mich nicht aufreiben"

Friederike Sonnemann ist dankbar für Gesten und Briefe, in denen Bürger ihre Solidarität bekundeten. Das baue auf. Seit Montag arbeitet sie wieder im Rathaus. Ab Mitte Mai nimmt die Waldershofer Bürgermeisterin auch wieder öffentliche Termine wahr. Bild: hd
Politik
Waldershof
30.04.2015
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Noch vor der Trauerfeier für Uwe Sonnemann kursierten erste Gerüchte, Bürgermeisterin Friederike Sonnemann wolle zurücktreten. Sie entbehren jeglicher Grundlage. Friederike Sonnemann stellt klar: "Ich will weiter gute Arbeit zum Wohl der Stadt Waldershof leisten."

Es gab Anrufe im Rathaus, üble Anfeindungen. Dabei ist es Friederike Sonnemann wichtig, Berufliches von Privatem zu trennen. Aber sie sagt im Gespräch mit unserer Zeitung auch: "Der Tod meines Mannes ist eine Tragödie für Waldershof - nicht nur für mich und meine Familie." Uwe Sonnemann, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, hatte sich nach einer Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe und den sich danach verstärkenden Anfeindungen das Leben genommen.

Halt in der Familie

Friederike Sonnemann: "Mein Mann wollte mich stets schützen, nicht mit den Ermittlungen belasten. Ich wusste nichts von der Gerichtsverhandlung. Mein Mann hat mit niemandem darüber gesprochen." Bereits im Wahlkampf habe es Anfeindungen gegeben. Dabei sei versucht worden, Privates mit dem Amt der Bürgermeisterin in Verbindung zu bringen. Doch die Familie habe ihr immer Halt gegeben.

Die Arbeit für Waldershof habe ihr und ihrem Mann stets Spaß gemacht, erzählt die Bürgermeisterin, die seit Montag wieder im Rathaus arbeitet, öffentliche Termine aber erst wieder ab Mitte Mai, einen Monat nach dem tragischen Tod ihres Mannes, wahrnimmt. "Ich bitte da um Nachsicht und darum, mir Zeit zu geben, dass ich wieder zu Kräften komme."

Viel aufgebaut

Die mit deutlicher Mehrheit gewählte Bürgermeisterin betont: "Es war immer klar, dass ich weitermache." Sie habe im zurückliegenden Jahr hart gearbeitet und viel aufgebaut. "Ich habe viel von dem verwirklicht, was ich mir vorgenommen hatte. Dabei ist wichtig, nah an der Bevölkerung zu sein." Oft seien es die kleinen Dinge, die das Leben in der Stadt verändern, besser machen. Als Beispiele nennt die Rathauschefin das gemeinsame Mittagessen in der Schule, den Sportsamstag im Stadtpark, aber auch den Bürgertreff im Alten Rathaus. "All das macht das Leben wertvoll." Bürgermeisterin Sonnemann: "Ich will mir treu bleiben und die Dinge umsetzen, die mir etwas bedeuten und den Bürgern nützen." Ziel müsse bleiben, die Lebensqualität in Waldershof zu steigern. "Dafür bin ich angetreten und dafür stehe ich auch in Zukunft."

Zusammenarbeit ist wichtig

Vieles sei auch schon auf den Weg gebracht worden: die neue Sporthalle, die Sanierung und Umgestaltung des Stadtparks. Gerade die Verwirklichung der Wasserfläche und des Spielplatzes im Stadtpark dienten den Bürgern. "Davon haben sie sofort einen Nutzen." Friederike Sonnemann fährt fort: "Die Wiederbelebung der Rosenthal-Brache läuft perfekt." Investoren, die größer einsteigen wollten, hätten bei der Stadt bereits angeklopft. Vertragsverhandlungen dazu stünden bald an. "All das müssen wir weiterführen", erklärt die Bürgermeisterin und schiebt mit Nachdruck nach: "Mit dem gesamten Stadtrat." Effektvoll lasse sich nur arbeiten, wenn nicht in Parteischienen gedacht werde. "Dafür habe ich mich immer eingesetzt."

"Professionell und gut"

Friederike Sonnemann verspricht: "Ich lasse mich nicht aufreiben." Sie ist dankbar für gezeigte Solidarität - in Gesten, Anrufen und über 350 Briefen. Das gebe Kraft, das baue auf. "Ich arbeite hart daran, bald wieder vollen Einsatz für Waldershof zeigen zu können." Das sei sie den Bürgern schuldig. "Die persönliche Tragödie verarbeite ich privat. Unabhängig davon möchte ich meine Arbeit im Rathaus professionell und gut fortsetzen." Der größte Wunsch der Bürgermeisterin: "Ich möchte, dass alle Bürger gemeinsam daran arbeiten, Waldershof in eine gute Zukunft zu führen."
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