Neubau der Schule käme teurer

Erstmals lag den Waldershofer Stadträten ein Wirtschaftlichkeitsvergleich vor. Der zeigt, dass die Kosten einer Sanierung der Jobst-vom-Brandt-Schule (Bild) deutlich unter denen eines Neubaus liegen. Im Vordergrund des Bildes ist die planierte Fläche zu sehen, auf der demnächst die neue Sporthalle entsteht. Bild: hd
Politik
Waldershof
01.06.2016
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Jeder will doch das Beste für unsere Kinder. Zitat: "Stefan Müller (CSU)"

"Die Zahlen sprechen für sich", kommentierte Bürgermeisterin Friederike Sonnemann die Studie. Die Stadt Waldershof hatte prüfen lassen, was günstiger kommt: Neubau oder Sanierung der Grundschule. Eine Entscheidung traf der Stadtrat noch nicht.

Nach Anträgen von CSU und Wählerbund, die auf einen Neubau der Jobst-vom-Brandt-Schule zielten, war ein Wirtschaftlichkeitsvergleich in Auftrag gegeben worden. Architekt Peter Kuchenreuther präsentierte die Zahlen in der Stadtratssitzung am Dienstagabend. Zur Abstimmung des Raumprogramms hatte er vor dem Erstellen der Studie mit Schulleitung und Regierung der Oberpfalz gesprochen. Die Zahlen beziehen sich laut Kuchenreuther auf ein abstraktes Raumprogramm mit Ganztagsbetreuung, wobei eine oder auch zwei Gruppen berücksichtigt wurden. Der Architekt ermittelte die Kosten für Neubau, Generalsanierung und abschnittsweise Sanierung im Bestand. Letztlich legte Peter Kuchenreuther die Zahlen für neun Varianten vor.

Der Vergleich zeigte unter anderem: Bei einem Neubau mit einer Gruppe Ganztagsbetreuung bekommt die Schule eine Gesamtnutzfläche von 1500 Quadratmetern, bei zwei Gruppen von 1680 Quadratmetern. Der Bestand: 2750 Quadratmeter. Ein Neubau der Jobst-vom-Brandt-Schule käme in der kleinsten Variante auf 4,3 Millionen Euro. Die Stadt müsste einen Eigenanteil von knapp 3 Millionen Euro schultern. Die Kostenschätzung für eine Generalsanierung: 3,265 Millionen Euro. Darin enthalten sind laut Peter Kuchenreuther die Kosten für eventuell nötige Container, in denen die Kinder während der Bauphase unterrichtet würden. Der Eigenanteil der Stadt beträgt bei dieser Variante 2,2 Millionen Euro. Eine abschnittsweise Sanierung käme auf rund 2,9 Millionen Euro. Davon müsste die Stadt 1,93 Millionen tragen.

Großzügigkeit erhalten


Angesichts der Zahlen war für Bürgermeisterin Friederike Sonnemann der weitere Weg klar. Auch wies sie auf die Wünsche von Schulleitung und Elternbeirat hin, die vorhandenen großzügigen Räume in der Jobst-vom-Brandt-Schule zu erhalten. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Durch Gewerbeansiedlungen und das Ausweisen weiterer Bauplätze würden die Einwohnerzahlen und damit die Zahl der Kinder wieder steigen, so Sonnemann.

Mario Rabenbauer, Sprecher von CSU und Wählerbund, hakte nach, ob die Zahlen alles an Ausgaben enthielten, was in Zusammenhang mit Inklusion und Energieeinsparverordnung anfalle. Von Architekt Peter Kuchenreuther kam ein klares Ja. Stefan Müller (CSU) verwies auf in der gesamten Region zurückgehende Schülerzahlen. "Ich erwarte steigende Schülerzahlen", hielt Bürgermeisterin Friederike Sonnemann dagegen. "Es ist ratsam so zu planen, dass man auf Veränderungen reagieren kann."

Planung für 100 Schüler


Auf Nachfrage der CSU-/WB-Fraktion informierte Peter Kuchenreuther, dass er bei den Berechnungen vier bis fünf Klassen mit insgesamt 100 Schülern zugrunde legte. Ein Neubau-Klassenzimmer habe 58 Quadratmeter. Bürgermeisterin Friederike Sonnemann erinnerte in der Debatte mehrfach an die Wünsche der Schulleitung. Dazu Mario Rabenbauer: "Die Wünsche sind das eine, das Machbare das andere." Sonnemann fragte an CSU und Wählerbund gewandt: "Was spricht denn dagegen, die Schule in der aktuellen Größe zu belassen und auf die Bitten von Schulleitung und Elternbeirat einzugehen?" Stefan Müller (CSU) antwortete: "Natürlich respektieren wir diese Wünsche." Dennoch sei es sinnvoll, die Kosten in Ruhe zu betrachten. "Jeder will doch das Beste für unsere Kinder." Aber es müsse erlaubt sein, über alle Varianten zu reden, so Stefan Müller. Hilmar Wollner (CSU) fügte hinzu: "Man muss auch die Folgekosten eines großen Geländes im Blick haben." Eine Sanierung sei eine komfortable Lösung, meinte Günter Raithel von der SPD. Die vorgelegten Zahlen zeigten, dass eine Sanierung keinesfalls teurer als ein Neubau sei. Raithel bat, möglichst schnell in die Schuhe zu kommen. "Aber klar ist, dass wir nicht heute entscheiden." Bürgermeisterin Friederike Sonnemann: "Das war das perfekte Schlusswort."

Jeder will doch das Beste für unsere Kinder.Stefan Müller (CSU)


Die Wünsche sind das eine, das Machbare das andere.Mario Rabenbauer (CSU)


Was spricht denn dagegen, die Schule in der aktuellen Größe zu belassen und auf die Bitten von Schulleitung und Elternbeirat einzugehen?Bürgermeisterin Friederike Sonnemann
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