Unterschriftenaktion gegen Asylbewerber-Wohnheim

Standort, aber auch Größe der in Waldershof geplanten Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende sind umstritten. Nun hat ein Waldershofer eine Unterschriftenaktion gestartet, die sich gegen die geballte Unterbringung von über 150 Flüchtlingen richtet. Die Kewog will das Heim auf ihrem derzeit noch ungenutzten Grundstück (Bild) an der Ritter-von-Wagner-Straße bauen. Bild: hd
Politik
Waldershof
21.01.2016
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"So kann Integration nicht gelingen", ärgert sich Adolf Heib. Er startete eine Unterschriftenaktion gegen den Bau einer Gemeinschaftsunterkunft für über 150 Asylsuchende in Waldershof. Denn die geballte Unterbringung von so vielen Menschen schaffe Probleme.

Anfang der Woche zog Adolf Heib mit seinen Unterschriftenlisten los, legte sie an der Tankstelle, bei Schreibwaren Schug und in der Bäckerei Schug aus. Über 100 Waldershofer haben schon unterschrieben, erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihm gehe es um eine tragfähige Lösung. Die Bürger müssten die maximale Personenzahl kennen, die nationale Zusammensetzung und die Familiengliederung der Asylbewerber.

Ich habe grundsätzlich nichts gegen Asylsuchende.Adolf Heib

Den Waldershofer stört die Konzentration von "so vielen Asylsuchenden an einem Ort". Im Gespräch mit Bekannten und Nachbarn habe er erfahren, dass vielen die geplante Größe der Unterkunft in unmittelbarer Nähe zum Senioren-Servicehaus nicht gefalle. So bestärkt habe er die Unterschriftenaktion gestartet. "Ich habe gemerkt, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine dastehe. Manche haben schon darauf gewartet, dass da einer etwas macht." Er wohnt in der Nähe der geplanten Unterkunft. Doch das habe mit der Unterschriftenaktion nichts zu tun. "Das hätte ich auch gemacht, wenn ich auf der anderen Seite der Stadt leben würde." Adolf Heib ist wichtig: "Bei einem Projekt in der Größe muss der Bürger einbezogen werden." Dabei stellt er heraus: "Ich habe grundsätzlich nichts gegen Asylsuchende." Fakt sei: "Den Menschen muss geholfen werden." Doch das gelinge nur über ein Miteinander. "Sonst wird das keine Integration."

So wie er stünden viele Waldershofer Flüchtlingen nicht negativ gegenüber. Das zeige sich auch bei den derzeit über 20 in Waldershof lebenden Asylbewerbern. Grundsätzlich meint Adolf Heib, dass Integration in kleineren Wohneinheiten eher gelinge als in großen Heimen. Diese Erfahrung habe er als Asyl-Sachbearbeiter im Ausländeramt des Landratsamtes Hof Anfang der 90er Jahre gemacht. Er verweist dabei auf zahlreiche Postkarten von Menschen, die sich bei ihm für die Hilfe bedankt hätten.

Genügend Wohnungen


Der in Waldershof angedachte Standort für die Gemeinschaftsunterkunft nehme keine Rücksicht auf die Bevölkerung, klagt Heib, der den Bauherrn, die Kommunale Entwicklungs- und Wohnungbaugesellschaft (Kewog), kritisiert und Gewinnstreben vermutet. Denn seine Recherchen hätten ergeben, dass es in der Region Waldershof genügend leerstehende Wohnungen gebe, um Asylsuchende unterzubringen. Auch die Kewog präsentiere auf ihrem Internetauftritt zahlreiche Mietwohnungen. Gut sei, dass Bürgermeisterin Friederike Sonnemann frühzeitig informiert habe, was Landratsamt und Kewog in Waldershof vorhaben. Bereits im Pressegespräch am Freitag nannte Sonnemann die Herausforderungen, unter anderem die Eingliederung anerkannter Asylbewerber in den Arbeitsmarkt. Denn Arbeit sei wesentlicher Bestandteil einer guten Integration. Angesichts der geplanten Größe der Gemeinschaftsunterkunft hält es Adolf Heib für "sehr fraglich, ob das der Arbeitsmarkt in Waldershof hergibt". Er bekräftigt: "Dieser Ansicht sind viele Menschen."

Herr Lippert, planen Sie um.Adolf Heib

Gemeinsam Lösung suchen


Adolf Heib appelliert an Landrat Wolfgang Lippert: "Planen Sie um." Ziel müsse sein, zusammen mit Bürgermeisterin Friederike Sonnemann und den Waldershofer Stadträten eine für die Bürger tragfähige Lösung zu finden. Mit Blick auf die Unterschriftenlisten sagt Heib: "Jeder, der da unterschreibt, ist nicht gegen Asylsuchende, sondern gegen die geballte Unterbringung in Waldershof."
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