2015 weniger Instandhaltungskosten - Bilanzgewinn fällt erheblich geringer aus
Mietnomaden schaden Genossenschaft

Vorstand Andreas Herrmann, Bürgermeister Karl Busch, Aufsichtsrat Josef Gmeiner, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Matthias Hasselbacher und Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Kellner (von links). Bild: lpp
Vermischtes
Waldershof
26.09.2016
82
0

Ein strikt verordneter Instandhaltungsstopp für das Jahr 2015 bei der Allgemeinen Baugenossenschaft schlug sich deutlich auf die Bilanz nieder. Im Gasthaus "Zur Kösseine" erläuterte Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Kellner die Bilanz, die mit rund 1,1 Millionen Euro abgeschlossen wurde.

Die Summe ist rund 27.000 Euro niedriger als im Vorjahr, eine Folge der Abschreibungen und geringeren Investitionen. Die Mitglieder stimmten zu, den Bilanzgewinn von 2960 Euro den Rücklagen zuzuführen. Eine Ausschüttung wäre größtenteils der Bürokratie zum Opfer gefallen, rechnete Kellner vor.

Bezahlbarer Wohnraum


Bezahlbarer Wohnraum ist das Ziel der Baugenossenschaft Waldershof. Daher falle auch der Gewinn nicht überdimensiert hoch aus. Da der Umsatz weniger groß war, weil weniger instandgesetzt wurde, sank der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Man habe jedoch vernünftig gewirtschaftet und das Geschäftsjahr ohne Verluste über die Bühne gebracht, so Kellner.

2015 investierte die Baugenossenschaft rund 60.000 Euro in die Sanierung. Mit dem Einbau von Heizkörpern, Fenstern, Fußböden und der Erneuerung von Sanitär- und Elektroanlagen wurden zahlreiche Wohnungen aufgewertet.

"Ganzer Zoo" und Müll


Vorstand Andreas Herrmann ging auf Mietschulden und Mieterhöhungen aufgrund energetischer Sanierungen bei einigen Häusern ein. Grundsätzlich sei jedoch der Mietpreis von 4 Euro pro Quadratmeter nicht überschritten worden. Im Jahr 2015 erlebte die allgemeine Baugenossenschaft einen nie dagewesenen Mieterwechsel, sagte der Vorstand. Ein "ganzer Zoo" und reichlich Müll fiel in einer Wohnung bei sogenannten Mietnomaden an.

Derzeit habe die Baugenossenschaft alle Wohnungen vermietet, freute sich Herrmann. Für das noch laufende Betriebsjahr stünden weitere Sanierungsarbeiten beispielsweise in der Sonnenstraße an. Andreas Herrmann sprach allen Mietern, die sich regelmäßig an Säuberungsarbeiten auf Straßen und Gehwegen beteiligen, sowie allen, die die Gärten und Blumen pflegen, ein herzliches Dankeschön aus. Kritik übte er jedoch auch an vor allem jüngeren Mietern, die es nicht für nötig erachteten, die Hausordnung einzuhalten. Mehrkosten für alle Mieter seien die Folge. In Extremfällen drohe die Kündigung, sagte der Vorstand.

128 Mitglieder


Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Kellner ging auf den frühen Versammlungstermin im September ein. Man habe im November Terminüberschneidungen vermeiden wollen und sei nun dennoch zum gleichen Termin wie die anberaumte Bürgerversammlung zusammengekommen. Kellner gedachte der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder der Baugenossenschaft. Der Aufsichtsrat habe sich zu vier Sitzungen getroffen und sei stets umfassend informiert worden, Prüfungen, beispielsweise am Inventar, hätten keine Beanstandungen ergeben, Renovierungsarbeiten seien stets gemeinsam besprochen worden.

Die Baugenossenschaft zählte am Jahresende 2015 fast unverändert 128 Mitglieder. Bei der Pflege des Wohnungsbestandes müsse wirtschaftlich und kritisch vorgegangen werden, um alles in Schuss halten zu können, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende. Dies koste sehr viel Aufwand. Kellner dankte den beteiligten Handwerksfirmen und dem gesamten Vorstand für die gute Zusammenarbeit.

Unter der Leitung von Werner Spörrer wurden die Aufsichtsratsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt beziehungsweise neu gewählt. Dies sind Andreas Herrmann, Josef Gmeiner und (neu) Martina Fachtan. Die Grüße der Stadt Waldershof überbrachte zweiter Bürgermeister Karl Busch. "Ihr helft mit, dass es in Waldershof vorwärts geht", dankte er für den Einsatz. Positiv hob er die Beteiligung regionaler Handwerksbetriebe bei den Wohnungssanierungen hervor. Überrascht zeigte er sich über die "Sonderfälle" unter den Mietern, die negativ auffielen.

Sorgen der Mieter


Abschließend trugen die Mitglieder ihre Sorgen vor. Ein großer Baum, der die Hauswand schädigt, abfallendes Laub und somit verschmutzte Straßen und Gehwege, Mieter, die ihre Hausordnung nicht machen, standen dabei unter anderem auf dem Plan. Hubert Kellner versprach, dies bei den nächsten Sitzungen des Aufsichtsrates auf die Tagesordnung zu setzen. Er wünschte sich abschließend ein verständnisvolles Miteinander, machte aber auch deutlich, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden könnten. "Es geht hier immer ums Gemeinwohl", dankte er für das vernünftige Zusammenleben der Mieter.
Weitere Beiträge zu den Themen: Hubert Kellner (2)Baugenossenschaft Waldershof (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.