250 Jahre Antonius-Kapelle Hohenhard
Ort des Friedens und der Ruhe

Mit fröhlichen Klängen und einem Standkonzert begleiteten die "Steinwaldmusikanten" aus Pullenreuth den Einzug der Festgäste ins Zelt. Bild: wro
Vermischtes
Waldershof
23.06.2016
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In einem Festzug ging's hinauf zum Feuerwehrhaus. Dort fand der weltliche Teil des Jubiläums der Antonius-Kapelle statt. Bild: wro

250 Jahre Antonius-Kapelle Hohenhard: Die "Anäider" feierten am Sonntag mit Festzug, Gottesdienst, vielen Ehrengästen, einem Standkonzert der Pullenreuther "Steinwaldmusikanten" und natürlich gutem Essen.

Hohenhard. Dass der Platz im Inneren des Kirchleins nicht ausreichen würde, war klar. Fleißige Helfer hatten daher Bänke auf dem Platz vor der Kapelle aufgebaut. Vorsorglich war die vorbeiführende Straße zur Fußgängerzone erklärt worden. Viele Gläubige verfolgten den Gottesdienst im Freien - vor der beeindruckenden Kulisse des Fichtelgebirges. Darüber spannte sich ein strahlend weiß-blauer Himmel.

Die frisch geschnittenen mächtigen Linden gaben den Blick frei zum Glockenturm. Die Jahreszahl über dem Eingang zur Kapelle war frisch vergoldet worden. Die Renovierungsarbeiten konnten rechtzeitig abgeschlossen werden. Den Festgottesdienst zelebrierte der Waldershofer Pfarrer Bernd Philipp. In seiner Predigt erinnerte der Seelsorger an den beliebten Volksheiligen, der alles andere sei als nur derjenige, der helfe Verlorenes wiederzufinden. Er habe sich als vielseitiger Schutzpatron bewährt. Weiter erinnerte Bernd Philipp an das Wirken des als Einsiedler lebenden gottesfürchtigen Predigers. Reichtum mache nicht glücklich. Wichtiger sei der innere Friede, mahnte der Pfarrer abschließend. Hohenharder Kinder sprachen die Fürbitten; musikalisch wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor der Pfarrei Poppenreuth unter der Leitung vom Christa Köllner umrahmt. Vereine und Fahnenabordnungen begleiteten die Kirchgänger anschließend zum - von Pfarrer Philipp empfohlenen - weltlichen Teil des Hohenharder Antoniusfestes. Rund ums Feuerwehrhaus war der Platz von den Dorfbewohnern zu einer großen Festwiese umgestaltet worden. Gerhard Schinner, Vorsitzender des Heimat- und Musikvereins, verwies auf die Spendenaktion für das Antonius-Kirchlein. Der Erlös des Festes diene der Renovierung. In ihrem Grußwort erzählte Bürgermeisterin Friederike Sonnemann von ihrer Liebe zu diesem Ort, hoch über der Stadt Waldershof. Hier könne man Ruhe finden. An die "Anäider" gewandt sagte sie: "Mit Stolz und Freude dürft ihr heute euer Fest feiern. Vergelt's Gott für euer Engagement." Bei "Motor" Gerhard Schinner bedankte sie sich: "Dankeschön für das ewige Antreiben." Dank zollte Sonnemann auch Christa Köllner und Josef Bauer für die Pflege des Hohenharder Wahrzeichens.

Heiliger AntoniusDer als Fernandus Patavinus um das Jahr 1195 geborene Volksheilige entstammte einer portugiesischen Adelsfamilie. Bereits mit 15 Jahren wurde er Augustiner-Chorherr. Antonius studierte in Lissabon und Coimbra, anschließend empfing er die Priesterweihe. Wenige Jahre später trat er zu den Franziskanern über. Dort nahm er den Ordensnamen des spätantiken Wüstenvaters Antonius Eremita an. Nach dem Vorbild des hingerichteten Märtyrers des Franziskanerordens zog Antonius als Missionar nach Marokko. Antonius fiel durch seine außergewöhnliche Redebegabung auf. Daher wurde er im Herbst 1223 beauftragt, in der Romagna zu wirken, die zu dieser Zeit von politischen Unruhen erschüttert wurde. Erschöpft von seinen zahlreichen Aufgaben und Reisen zog er sich 1230 von seinen Ämtern zurück. Am 13. Juni 1231 verstarb Antonius, bereits ein Jahr später wurde er heiliggesprochen. (wro)
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