Bund Naturschutz fordert mehr Grün in Waldershof - Unterstützung angeboten
Bäume vielfach bedeutsam

BN-Geschäftsstellenleiterin Ursula Schimmel, Kreisvorsitzender Josef Siller und Naturschutzwart Konrad Zier (von links) forderten bei einem Ortstermin an der Lindenallee beim Waldershofer Gewerbegebiet mehr Rücksichtnahme auf Bäume und Naturflächen. Bild: lpp
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Waldershof
01.10.2016
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Entlang der ehemaligen alten Straße von Waldershof nach Marktredwitz stehen imposante Linden. Im Umfeld dieser Allee befindet sich ein Biotop, das für Artenvielfalt steht. Nach dem Abbruch der ehemaligen Porzellanfabrik an der Dr.-Zimmer-Straße sollen die frei gewordenen Flächen als Gewerbegebiet angeboten werden. In diesem Zuge müssen auch die Linden weichen - so hat es der "alte" Stadtrat beschlossen. Der Bund Naturschutz wünscht sich nach wie vor einen Erhalt der Bäume.

Die Stadt Waldershof hat inzwischen die Genehmigung für die Fällung der Linden erhalten. "Weil sie die gesetzlich erforderlichen Ausgleichsflächen vorweist, gibt es keine rechtliche Möglichkeit, diese Fällung zu verhindern", erklärte jetzt bei einem Ortstermin Josef Siller, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe im Landkreis Tirschenreuth. Der Bund Naturschutz würde den Verlust dieses Biotops sehr bedauern, auch weil hier die Chance vertan worden sei, Ökologie und Ökonomie zu verbinden. Eine Forderung des BN geht dahin, zumindest die Bäume an den Grundstücksgrenzen zu erhalten.

Sollte die Stadt die Fällung tatsächlich vornehmen, so verlangt der BN, dass sie alle Maßnahmen unternimmt, um die entstandenen Umweltschäden soweit wie möglich zu kompensieren. Dazu gehörten insbesondere die schnelle und vollständige Umsetzung aller Ausgleichsmaßnahmen, der Schutz und die Pflege der Bäume und Sträucher im Stadtgebiet und eine stärkere Durchgrünung der Innenstadt im Zuge der Stadterneuerung.

Man fordere weiter die Entwicklung von Kleinbiotopen auf städtischen Flächen durch angepasste Pflege sowie die vorgeschriebene Eingrünung von Industrieanlagen, die schnell und vollständig erfolgen müsse. Einige Firmen seien damit um Jahre im Verzug, sagte Josef Siller. Außerdem verlangt der BN die Pflanzung eines Grüngürtels um die Stadt und die Pflanzung einer neuen Lindenallee im Stadtgebiet. Dies habe Bürgermeisterin Friederike Sonnemann bei mehreren Anlässen bereits versprochen. Die Stadt Waldershof sei bereits bemüht, Natur in die Stadt zu bringen, so der BN-Vorsitzende.

Kein Umweltreferent


Bei der Planung und Umsetzung dieser Maßnahme biete der BN der Stadt Waldershof Unterstützung an. Die bisherige partielle Zusammenarbeit könne gerne weiter gepflegt werden. Allerdings kritisiert der BN, dass es in Waldershof im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen bis heute keinen Umweltreferenten gebe. Man wünsche sich einen kompetenten Ansprechpartner, an den sich die Bürger mit Natur- und Umweltthemen wenden können.

Der Bund Naturschutz betont, dass Stadtnaturflächen Menschen, Tieren und Pflanzen zugute kämen. Bäume wirkten als Lärmschlucker und Bodenschützer, Grünflächen seien Wohlfühloasen für die Bürger, Kindern böten sie zudem Möglichkeiten zum Spielen und zur unmittelbaren Naturerfahrung. Bäume wirkten vor dem Hintergrund des Klimawandels auch als natürliche Klimaanlage. Der BN verweist hier auf Wasserverdunstung und den Kühl- und Beschattungseffekt. Für Fragen rund um das "Grün in der Stadt" stehe die BN-Kreisgruppe gerne zur Verfügung.
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