Drei Bäume zur Erinnerung an die Wiedervereinigung gepflanzt - Bewegende Ansprachen
Die Kronen sollen zusammenwachsen

Pflanzaktion im Kösseinebad: Mit dabei waren Ideengeber Stefan Müller (links) sowie der Initiator dieser deutschlandweiten Aktion, Werner Erhardt (Vierter von links), sowie eine Reihe von Stadträten. Bild: jr
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Waldershof
08.05.2016
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"Drei Bäume für Deutschlands Einheit." Unter diesem Motto fand am Samstagvormittag eine besondere Pflanzaktion im Kösseinebad statt. Die Fraktionen der im Stadtrat vertretenen Parteien pflanzten jeweils eine Buche, Kiefer und Eiche in Erinnerung an die Wiedervereinigung. Die Pflanzaktion fand auf Initiative von Stadtrat Stefan Müller statt. Die Bäume wurden in Form eines Dreiecks gepflanzt. Später sollen sich die Kronen der drei Bäume vereinen, so das Ziel der Organisatoren. Vor Ort mit dabei waren Ideengeber Werner Erhardt und Zeitzeuge Karl-Dietfried Adam. Der gebürtige Chemnitzer floh aus der DDR.

Der Bauhof der Stadt Waldershof hatte im Kösseinebad drei Erdlöcher ausgehoben, so dass sich die Stadträte mit Unterstützung von Ursula Schimmel (Bund Naturschutz) etwas leichter taten. Nach kurzen Erdarbeiten wurden ein Buche (für den Westen Deutschlands), eine Kiefer (für den Osten Deutschlands) und eine Eiche (als Baum der Deutschen) gepflanzt. Stefan Müller tränkte die Bäume mit Wasser aus dem Kösseinebad. Dritte Bürgermeisterin Gisela Kastner dankte nach getaner Arbeit ihrem Stadtratskollegen Stefan Müller für die Idee zu dieser Aktion. Werner Erhardt aus Wunsiedel stellte sein Projekt "Drei Bäume für Deutschlands Einheit vor". Nach seinen Worten fand die Pflanzaktion bislang in rund 250 Orten im gesamten Bundesgebiet statt. Bäume dieser Aktion stehen unter anderem in Marktredwitz, Wunsiedel, aber auch in Tirschenreuth, Neusorg und Waldeck. "Ich will ein lebendiges Denkmal schaffen. Dieses Denkmal verändert sich, so wie sich Deutschland auch verändert", sagte Erhardt. "Später sollen sich dann die Kronen der drei Bäume vereinen. Ich werde es wohl nicht mehr erleben, aber meine Enkel." Erhardt: "Mein Ziel ist, dass durch die Baumpflanzaktion die Wiedervereinigung Deutschlands nicht vergessen wird. Ich hoffe, die drei Bäume im Kösseinebad wachsen und gedeihen." Dritte Bürgermeisterin Gisela Kastner unternahm einen kurzen geschichtlichen Streifzug. Sie erinnerte an markante Ereignisse, wie die Schaffung zweier deutschen Staaten im Jahre 1949, an die Flüchtlingswelle, an den Mauerbau und schließlich an das Ende der innerdeutschen Grenze. Nachdenklich stimmte Zeitzeuge Karl-Dietfried Adam, er wohnt seit fünf Jahren in Marktredwitz. Geboren in Chemnitz, lebte der heute 84-Jährige bei Kriegsende in Dresden. "Ich war dort Mitglied des berühmten Dresdner Kreuzchores. Ich bin der Musik bis heute treu geblieben, sie prägte mein Leben." Später wohnte seine Familie in Cottbus, von wo aus sie sich zur Flucht in den Westen Deutschlands entschloss. Dies war 14 Tage vor dem Mauerbau. "Wir haben alles liegen und stehen lassen und sind mit der S-Bahn nach Westberlin gefahren. Kurze Zeit später war mit dem Bau der Mauer die innerdeutsche Grenze dicht." Adam verhehlte nicht, dass es anfangs in Westdeutschland nicht ganz leicht war, "aber ich habe die Flucht keine Minute bereut". Adam abschließend: "Die deutsche Einheit ist ein großes Geschenk, für mich persönlich schließt sich ein Kreis."
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