Ein Mann klarer Worter

Ehrungen und Beförderungen gab es bei den Aktiven. Unser Bild zeigt von links, Carina Härtl, Andreas Preiß, Natascha Fachtan, Christoph Deubzer, Anton Schinhärl, Kommandant Stefan Müller und Bürgermeisterin Friederike Sonnemann. Bild: kro
Vermischtes
Waldershof
25.01.2016
165
0

"Ich kann nicht nur bellen, sondern auch zubeißen", erklärte Kommandant Stefan Müller bei der Jahreshauptversammlung. Er sparte auch nicht mit Kritik an Feuerwehr-Führungsdienstgraden im Kreis.

Müller zeigte einmal mehr, dass er keiner ist, der mit seiner Meinung hinter dem Berg hält. In seinem umfangreichen Rechenschaftsbericht trat er wieder als ein Mann der klaren Worte auf. Ausdrücklich von seiner Kritik sparte er Bürgermeisterin Friederike Sonnemann aus, "wir haben inzwischen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, das passt, das keiner von uns beiden ausnutzen oder enttäuschen möchte."

Bellen und beißen


Er informierte, dass es mittlerweile Gemeinden gäbe, die prüfen lassen wollten, ob die Feuerwehr noch existenzberechtigt wäre. "Da geht bei mir der Puls und der Blutdruck hoch", wetterte Müller. Er habe den Eindruck, dass manche Kommunalpolitikern das, was die Feuerwehrler in mühsamer Arbeit aufgebaut haben, zerstören wollten. Müller schimpfte diesbezüglich: "Welcher Bürgermeister oder Gemeinderat würde sich am 2. Weihnachtsfeiertag von 11 bis 17 Uhr irgendwo im Steinwald auf die Straße stellen, diese kehren und abspritzen und dann um 18 Uhr zu Mittag essen?"

"Niad g'schimpft is globt gnouch." Damit könne er gut leben. Wer aber seinen Wachhund nur schlage und schlecht behandle, der dürfe sich nicht wundern, wenn dieser irgendwann einmal zubeiße. "Wer mich kennt, der weiß, ich kann nicht nur bellen, sondern auch kräftig zubeißen und ich kenn die Stellen, wo es besonders weh tut." Die acht Feuerwehren in Waldershof kosten der Stadt im Jahr rund 150 000 Euro, dies seien pro Jahr und pro Einwohner rund dreißig Euro. Dreißig Euro für ein Rundum-Sorglos-Paket für 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr, rechnete der Kommandant vor.

Keine optimale Lösung


Müller nahm auch die Kreisfeuerwehrspitze aufs Korn, vor allem in Bezug auf die Atemschutzstrecke in Neuhaus. Das sei keine optimale Lösung. Die Waldershofer Wehr werde weiterhin die erforderlichen Streckendurchgänge in Marktredwitz absolvieren. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Landkreisführung, die Kreisbrandmeister Günther Fachtan spüren lasse, dass sie die Waldershofer Entscheidung nicht mit Freude aufgenommen habe.

Müller nahm auch zur Alarmierungsplanung Stellung. Es scheine so, als sei das Aussitzen vorbei und eine Lösung gefunden worden. Am 1. Februar soll eine Besprechung mit den Behörden und Institutionen stattfinden. Müller habe bisher noch keine Einladung, aber auch keine Absage erhalten. Wichtig sei, dass die Alarmierung schneller gehe, damit den Menschen die schnellste und effektivste Hilfe zukomme, "dann haben sich unsere Bemühungen zum Wohle und zum Schutz unserer Bürger mit Sicherheit gelohnt."

Im Berichtszeitraum fanden 35 Übungen statt. Der Kommandant selbst habe rund 2600 Stunden für die Feuerwehr aufgewandt, "da sind auch mehrere Wochen Überstunden und Urlaub nur für die Feuerwehr draufgegangen, mehr war nicht drin!" 2015 wurden die Kameraden zu 68 Einsätzen gerufen, 27 mehr als 2014. Die hauptsächlichen Einsätze waren Unfälle, Ölspuren beseitigen, Unwetter- und Sturmschäden und technische Hilfeleistungen.

Der Gesamtaufwand der Aktiven in der Feuerwehr Waldershof betrug rund 3900 Stunden. Der Kommandant nahm Tanja Stettner, Natascha Fachtan und Carina Härtl in die aktive Wehr, Christoph Deubzer und Anna Maria Stettner in die Jugendgruppe auf. Andreas Preiß zeichnete er für zwanzig Jahre aktiven Dienst, Thomas Herler für 25 Jahre und Anton Schinhärl für vierzig Jahre aus. Aktuell hat die Waldershofer Wehr vierzig Aktive.

Mindestens 42 Aktive


Angestrebt seien mindesten 42 Feuerwehrdienstleister. Für die Neuanschaffung eines LF 20 sei dies Grundvoraussetzung. Dafür gebe es eine Zuschusszusage von 105 000 Euro. Die europaweite Ausschreibung sei durchgeführt. Am kommenden Freitag werde aller Voraussicht nach der Auftrag erteilt, "wahrscheinlich wird es ein Mercedes Atego."

Für die Jugend gab Natascha Fachtan den Bericht ab. Sie verwies auf zahlreiche Unterrichte und Übungen, auch am Jugendleistungsmarsch in Guttenberg war die Gruppe beteiligt. Den Wissenstest haben alle mit Bravour bestanden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Feuerwehr (1115)Waldershof (106)Kommandant (26)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.