Feuerwehrleiter zu Gott

Eingerahmt von den Fahnenabordnungen der Vereine hielt Pfarrer Bernd Philipp den Festgottesdienst. In seiner Predigt verwies er darauf, dass die Leiter sowohl bei der Feuerwehr als auch im christlichen Glauben eine große Rolle spiele. Bilder: kro (2)
Vermischtes
Waldershof
20.09.2016
33
0
 
"Der Feuerwehrdienst ist kein Hobby." Zitat: Markus Schultes, Vorsitzender der Feuerwehr Poppenreuth

130 Jahre sind ein stattliches Alter für einen Verein. Noch dazu, wenn die Aktiven sich seit Generationen für das Leben und die Sicherheit ihrer Mitbürger einsetzen.

Poppenreuth. "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" lautet der Wahlspruch aller Feuerwehren. Dem wurden die Poppenreuther am Wochenende mit einem zweitägigen Fest zum Jubiläum gerecht. Dementsprechend war der Festgottesdienst in der Expositurkirche, die vom Musikverein Wiesau musikalisch umrahmt wurde, der Höhepunkt. Der vorherige Kirchenzug musste wegen des anhaltenden Regens entfallen.

Gräben überwinden


Im Gotteshaus dankte Pfarrer Bernd Philipp in seiner Begrüßungsrede den Feuerwehraktiven für ihren Einsatz am Nächsten, aber auch für die Übernahme so mancher Aufgaben in der Pfarrei. Der Geistliche verwies darauf, dass einige Katastrophen nicht zu verhindern seien und deshalb die Menschen in Angst versetzten. "Die Menschen sind deshalb auf die Hilfe Gottes angewiesen, der sie begleitet und trägt."

In seiner Predigt betonte Pfarrer Philipp, das die Leiter eine wichtige Rolle bei den Feuerwehren spiele. Sie diene zum Retten von Mensch und Tier, zur Überwindung von Höhendifferenzen oder zum Absperren. Dabei müsse jeder Handgriff sitzen, besonders bei jenen Geräten, die seltener gebraucht würden. Sinnbildliche Leitern seien aber auch im christlichen Glauben wichtig, beispielsweise bei der Überwindung von Gräben zwischen den Menschen.

Alles Tun freiwillig


Mittels der Leiter wolle man gelegentlich auch die Höhendifferenz zu Gott überwinden, erinnerte der Pfarrer an den Turmbau von Babel: "Es gibt immer wieder Versuche, näher zu Gott zu kommen." Auch gläubige Menschen erlitten immer wieder Schicksalsschläge, währenddessen dem Nachbarn, der nie in die Kirche gehe, scheinbar nichts passiere. "Im Endeffekt denken alle so, aber das ist Selbstgerechtigkeit", merkte der Prediger an. In der Leiter entdeckte er auch die Form eines Kreuzes. Wer diesem vertraue, der finde den Weg zu Gott. "Jesus zwingt uns nicht dazu. Jeder hat die Wahl, die Leiter zu Gott zu betreten. Gottes Leiter ist das Kreuz, über allem ist Heil und Erlösung."

Die Grußworte fanden ebenfalls in der Expositurkirche statt. Markus Schultes, Vorsitzender der Poppenreuther Wehr, freute sich über viele Ehrengäste, Feuerwehrkollegen, kirchliche und weltliche Vereine. Schultes betonte: "Der Feuerwehrdienst ist kein Hobby, so wie viele Jugendliche sagen, sondern eine sehr sinnvolle Freizeitbeschäftigung, um Menschen in Not zu helfen."

In Poppenreuth werde dies nun schon seit 130 Jahren praktiziert, früher mit einfachen Mitteln, heute mit hoch technisierten Geräten. Bei allem Tun stehe stets das Wort "freiwillig" im Mittelpunkt, und dies Tag und Nacht. Der Vorsitzende dankte allen, die in der Vergangenheit bei der Poppenreuther Wehr tätig waren und die sich aktuell einbringen.

Die Grüße der Stadt Waldershof überbrachte dritte Bürgermeisterin Gisela Kastner: "130 Jahre Dienst für die Bürger sind ein verdienter Anlass, dies zu würdigen." Sie dankte für den ehrenamtlichen Einsatz und die vielen Stunden, die dafür geopfert werden. Die Feuerwehrleute müssten bestens ausgebildet sein, viele Übungen stünden dahinter. "In Poppenreuth ist eine leistungsfähige Truppe vorhanden", stellte Kastner fest. Wichtig sei es auch, immer wieder Nachwuchs heranzubilden und mit der anspruchsvollen Materie vertraut zu machen. In Poppenreuth gebe es derzeit acht Jugendliche, die dafür bereit seien. "Das ehrenamtliche Engagement ist heute keine Selbstverständlichkeit. Umso mehr ein großes Dankeschön seitens der Stadt Waldershof", sagte die dritte Bürgermeisterin.

Frühschoppen mit Musik


Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler bemerkte: "Strahlendes Wetter, ein schöner Spätsommer, so hat man sich den heutigen Tag vorgestellt, doch es ist anders gekommen." Entscheidend sei jedoch nicht das Wetter bei solch einem Jubiläum, sondern die positive Einstellung zur Feuerwehr. Im ehrenamtlichen Bereich ragten besonders zwei Gruppierungen heraus, die Feuerwehren und das Rote Kreuz. Ihnen gelte es, ganz besonders "Dankeschön" zu sagen. Im Namen des Landkreises überreichte er an Vorsitzenden Markus Schultes einen Scheck.

Nach den Ansprachen bewegte sich ein kleiner Festzug zum nahen Feuerwehrhaus. Dort lud die Jubelwehr zum Frühschoppen ein, begleitet vom Musikverein Wiesau.

Der Feuerwehrdienst ist kein Hobby.Markus Schultes, Vorsitzender der Feuerwehr Poppenreuth


In Poppenreuth ist eine leistungsfähige Truppe vorhanden.Dritte Bürgermeisterin Gisela Kastner
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.