Filmteam heftet sich an die Fersen Sonnemanns

Ich freue mich, wenn junge Leute Verantwortung übernehmen.Zitat: Bürgermeisterin Friederike Sonnemann
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Waldershof
30.05.2016
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Etwas nervös ist Friederike Sonnemann schon. Immerhin richten sich am Freitag den ganzen Tag über Kameras auf sie. Der Bayerische Rundfunk startet das Dokumentarfilmprojekt "24h Bayern" und begleitet die Waldershofer Bürgermeisterin. Sie ist gespannt, was da alles auf sie zukommt.

Was immer die Bürgermeisterin tut, ein Kamerateam ist dabei. "Die Filmleute begleiten mich unter anderem beim Joggen", erzählt Friederike Sonnemann im Gespräch mit unserer Zeitung. "Sie drehen auch bei mir zu Hause." Klar, dass Sonnemann deshalb picobello aufräumte. Mittags isst die Bürgermeisterin mit den Kindern in der Jobst-vom-Brandt-Schule. Die Kamera bleibt an. Außerplanmäßig ist am Freitag, 3. Juni, das Reparaturcafé im Alten Rathaus von 15 bis 16 Uhr geöffnet. Das Fernsehteam interessiert sich für Angebot und Nachfrage, berichtet Sonnemann. Geplant ist außerdem ein "Dreh" am Hammerrang. Dort greifen Jugendliche zu Spaten und Schaufel. Sie vollenden die Bike-Strecke, die vor Jahren begonnen worden war, aber dann in eine Art Dornröschenschlaf sank, weil die Arbeiten ruhten. Das Engagement der Jugendlichen belohnt Friederike Sonnemann und unterstützt die Arbeiten mit einer Spende von 500 Euro. Den Scheck überreicht sie am Freitagnachmittag. "Ich freue mich, wenn junge Leute Verantwortung übernehmen." Das Geld stammt aus den Verfügungsmitteln der Bürgermeisterin. Inzwischen habe der TÜV die Bike-Strecke besichtigt und sein Okay gegeben, ergänzt die Bürgermeisterin.

"24h Bayern" erzählt einen Tag in Bayern aus der Perspektive seiner Bewohner - 24 Stunden lang, von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr des darauf folgenden Tages. Alles in Echtzeit, erläutert Bürgermeisterin Friederike Sonnemann. "Im Mittelpunkt stehen die Menschen und ihr Alltag: die Arbeit, das Leben, die Hoffnungen und Enttäuschungen und die Träume, die bleiben. Kinder, die auf die Welt kommen, Kranke, die den Tod vor Augen haben, Arbeiter, die am Fließband stehen, Künstler, die nach Ausdruck suchen. Bauern auf den Feldern, Polizisten im Einsatz, Flüchtlinge auf der Suche nach Schutz", weiß die Waldershofer Bürgermeisterin von den Verantwortlichen der Filmproduktionsfirma.

Erfahrene Regisseure


Insgesamt 100 Filmteams sind am Freitag verteilt auf den ganzen Freistaat Bayern unterwegs, wo sie parallel drehen - so auch in Waldershof. "Die Teams werden von erfahrenen Regisseuren geleitet, die ihren jeweils eigenen Stil in das Projekt hineinbringen. Ausgestrahlt wird das Projekt genau ein Jahr später, am 3. Juni 2017, im Bayerischen Fernsehen und läuft ohne Unterbrechung 24 Stunden lang, von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr morgens", informieren "zero one film" und "megaherz film", die im Auftrag des Bayerischen Rundfunks "24h Bayern" produzieren. Die Regie hat Volker Heise, auf dessen Idee das Projekt zurückgeht. Heise wurde für seine Arbeiten bereits mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

"Das Projekt ist ein ethnologisches Abenteuer, ein repräsentativer Schnitt durch die Gesellschaft, der den Alltag in Bayern einfängt - zuerst für das Fernsehprogramm, dann als visuelles Gedächtnis für die Zukunft. Das gesamte Rohmaterial wird aufbereitet und archiviert und den Menschen in 10, 50 oder 100 Jahren erzählen, wie wir gelebt haben, im Jahr 2016. Eine nachhaltige Chronik und ein Schatz für die Menschen, die nach uns kommen", so "zero one film" in einer Pressemitteilung.

Spannende Aufgabe


Regisseur Volker Heise: "Das Land ist die Herausforderung. Die Weite. Der Raum. Über 12 Millionen Menschen auf 70 000 Quadratkilometern, in der Stadt, auf dem Land. Hoch verdichtete Räume und menschenleere Wälder. Globale Ströme kreuzen sich mit Traditionen. Industrieanlagen neben Wiesen neben einem Autobahnkreuz neben einem Bauernhof. Dutzende Dialekte, Dutzende Landschaften, die erzählt werden wollen. Ein ungeheurer Reichtum - und eine riesige Aufgabe, vor der wir großen Respekt haben."

Ich freue mich, wenn junge Leute Verantwortung übernehmen.Bürgermeisterin Friederike Sonnemann
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