Selbstheilung aktivieren

Georg Schöner (links) referierte im voll besetzten kleinen Saal des Pfarrheims über Osteopathie. Im Kern gehe es darum, Widerstände zu lösen, die der Heilung im Weg stehen. Bild: lpp
Vermischtes
Waldershof
02.02.2016
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Osteopathie geht Krankheiten auf den Grund. "Eine ganzheitliche Behandlungsform, die Körper, Geist und Seele umfasst", erläuterte Georg Schöner bei einem Vortrag, zu dem die katholischen Verbände ins Waldershofer Pfarrheim eingeladen hatten.

Das Interesse an "Osteopathie für Groß und Klein" war enorm. Die Plätze im kleinen Saal des Pfarrheims reichten kaum aus. Referent war Heilpraktiker und Osteopath Georg Schöner aus Thurndorf. Er arbeitete viele Jahre als Zahntechniker und absolvierte eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Seit 1994 führt er seine eigene Heilpraktikerpraxis und bildet sich laufend weiter, erst zum Reiki-Meister, dann auf dem Gebiet der osteopathischen Therapie für Erwachsene und Kinder. Er ist Dunkelfeldtherapeut und seit 2013 erster Vorsitzender des Bundesverbandes Osteopathie. Sein Osteopathiestudium schloss er mit dem Bachelor of Science 2013 ab. Schöner arbeitet in Alexandersbad. Dort betreibt er zusammen mit einem Kollegen die freie Akademie für Osteopathie im Markgräflichen Schloss.

Das Wort Osteopathie komme aus dem Lateinischen und setze sich aus Knochen und Leiden zusammen. Der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still entdeckte die Prinzipien der Osteopathie vor rund 120 Jahren, führte Schöner ins Thema ein. Ein Osteopath stelle sich stets die Frage, was die Osteopathie für den einzelnen Menschen machen könne. Die Osteopathie behandle keine Krankheiten, sondern gehe den Krankheiten auf den Grund und frage nach, warum eine Krankheit ausgebrochen sei. "Sie wird meist sanft ausgeführt, ohne Medikamente und Geräte."

Blockaden ertasten


Die Augen, der Geruchssinn und die Finger des Osteopathen seien seine "Geräte", so Schöner. Ein Osteopath ertaste beispielsweise Blockaden und Beeinträchtigungen. "Er regt die Selbstheilungskräfte des Patienten an, indem er Widerstände löst, die der Heilung im Weg stehen." Ein Osteopath sei kein "Allesheiler", kein Notfallmediziner und kein Chirurg. "Es ist gut, dass es Ärzte gibt", betonte Schöner. Bei der Behandlung durch den Osteopathen stünde der Mensch und nicht die Krankheit im Mittelpunkt.

In Bewegung


Georg Schöner ging auf die drei Körpersysteme ein und beschrieb die Beweglichkeit der Organe. Denn alles sei im Fluss, so der Therapeut. Wenn alles in Bewegung sei, stelle sich Wohlbefinden ein. Die Behandlungsdauer der Patienten sei sehr unterschiedlich, so wie die Menschen. Osteopathie eigne sich für Menschen jeden Alters, vom Neugeborenen bis zum Greis. Sie finde Anwendung bei Schreikindern, Schiefhals, Zahnregulierung, Unterleibsbeschwerden bei Frauen, bei Vor- und Nachsorge bei Geburten, Kopf- und Kreuzschmerzen, Wirbelsäulen-, Schulter- und Nackenproblemen, Entwicklungsverzögerungen, Folgen von Autounfällen, Verdauungsproblemen, Narben und Rheumatismus.

Nach seinen Ausführungen stellte sich Georg Schöner den Fragen der Zuhörer. Aus dem Publikum kamen auch Erfahrungsberichte. Abschließend dankte Marita Philipp, die Vorsitzende der KAB, Georg Schöner mit einem Präsent für seinen Vortrag.
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