Trassenverlauf nicht hinnehmen

"Das Beste wäre, eine römische Münze zu finden, dann wäre Ruh." Zitat: Elke Prechtl,
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Waldershof
25.09.2016
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Gut besucht war die Bürgerversammlung, zu der die BI "Steinwald sagt Nein zur Monstertrasse" eingeladen hatte. Bilder: kro (2)

Diese Woche will Tennet den möglichen Verlauf der Trasse Süd-Ost-Link vorstellen. Sollte die Höchstspannungsleitung tatsächlich durch Waldershofer Stadtgebiet führen, kündigte die Bürgermeisterin schon mal entsprechende Schritte an.

Die Bürgerinitiative "Steinwald sagt Nein zur Monstertrasse" ist realistisch, die Süd-Ost-Stromtrasse wird wohl kommen. Jedoch nicht auf hohen Masten: "Das haben wir verhindert", hieß es bei der Bürgerversammlung mit Verweis auf die Erdverkabelung. Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird die Stromtrasse auch die Region Steinwald tangieren. Es sei denn, es geschieht noch ein Wunder, wie Elke Prechtl von der BI sagte: "Das Beste wäre, eine römische Münze zu finden, dann wäre Ruh'." Alle Bürger wurden bei der Versammlung aufgefordert, seriöse Aspekte, die gegen den geplanten geradlinigen Trassenverlauf sprechen, der Betreibergesellschaft Tennet zu melden.

Gründe für Veränderungen seien unter anderem die Ausweisung eines Neubaugebiets, das Finden von seltenen Pflanzen oder Tieren oder auch der Neubau eines Pflegeheims sowie historische Ereignisse oder gar Ausgrabungen. In der Aula der Jobst-vom-Brandt-Grundschule freute sich Bürgermeisterin Frederike Sonnemann über den hervorragenden Besuch. Damit werde das Interesse an diesem hochaktuellen Thema unterstrichen.

Sonnemann verwies darauf, dass die Notwendigkeit der Energiewende unumstritten sei. Fraglich sei aber, welcher Weg beschritten werde. Dabei betonte sie, dass die Bürger bei dieser Entscheidung mitgenommen werden müssten: "Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg darf es nicht geben." Die Stadt Waldershof werde den aktuellen Planungsstand genau analysieren, der am 28. September vorgestellt werden soll. Man werde entsprechende Schritte einleiten, sollte die Trasse tatsächlich durch das Waldershofer Stadtgebiet laufen.

Andreas Burger von der BI verwies darauf, dass diese Stromtrasse eigentlich gar nicht nötig sei. "Aber es geht um das große Geld, um den Strom der riesigen Braunkohlekapazitäten in den Süden zu bringen und es geht um den europäischen Strommarkt." Wenn es politisch gewollt gewesen wäre, hätte man die Speicherung von Strom sicherlich mehr fördern können, stellte er fest. Die BI fordere eine Neuregelung des Bundesbedarfsplanungsgesetzes und die Überprüfung der Notwendigkeit dieser Trasse. Die BI fordere weiterhin dezentrale Lösungen bei der Energiewende.

Laut den Mitteilungen von Tennet werde die Trasse wohl über Bayreuth-Ost und den Landkreis Tirschenreuth verlaufen, wobei vor allem die Bereiche Waldershof, Pullenreuth und Neusorg betroffen wären. Der östliche Landkreis Tirschenreuth komme eher nicht in Frage, "denn hier gibt es zu viele Teiche", sagte Burger. Tennet wolle am 29. September die Verlaufsvorschläge online stellen, des Weiteren am 6. Oktober die Bürgerinitiativen einladen. Zudem will Tennet Info-Märkte in den Kommunen veranstalten. Wie Burger appellierte Martin Wittmann, der den voraussichtlichen Trassenverlauf vorstellte, an die Bürger: "Bitte geht da hin und hakt nach, umso mehr, umso besser." Die BI forderte die Betroffenen auf, so viele ökologische oder historisch begründete Eingaben wir nur möglich bei Tennet abzugeben, die einen vernünftigen Trassenverlauf kaum mehr zuließen. Tennet und die Bundesnetzagentur würden alles sichten und müssten sich rechtfertigen.

Bei der anschließenden Diskussion, die Gerald Braun leitete, stand vor allem die Erdverkabelung im Blickpunkt der Fragen. Dabei wurde klar, dass es noch kaum Erfahrungen damit gebe. Klar sei jedoch, dass der Boden-Bereich um die Kabelstränge wärmer werde. Wie sich dies auf die Natur und das Umfeld auswirke, wisse man noch nicht. Nicht ganz ernstgemeint war der Einwurf: "Vielleicht wachsen dann Ananas?" Die Erdverkabelung erfordere in jedem Fall einen enormen logistischen Aufwand mit vielen schweren Baufahrzeugen.

Das Beste wäre, eine römische Münze zu finden, dann wäre Ruh.Elke Prechtl,
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