Wärme aus der Biogas-Anlage

Gerhard Kaiser, Rudolf Schultes, Nahwärmenetz-Lengenfeld-GbR-Geschäftsführer Bernhard Müller und Hermann Kaiser (von links) informierten über das Projekt. Bild: fpoz
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Waldershof
25.11.2016
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13 Bürger aus Lengenfeld und die Stadt Waldershof investieren rund 240 000 Euro in ein neues Nahwärmenetz. Das Projekt sollte ursprünglich über die Dorferneuerung laufen.

Lengenfeld. Die Dorferneuerung bewegt die Lengenfelder schon seit einigen Jahren. In zahlreichen Veranstaltungen wurden Ideen gesammelt, um die Ortschaft als attraktiven Lebens- und Wohnraum für die Zukunft fit zu machen - gemeinsam mit dem Amt für Ländliche Entwicklung und der Stadt Waldershof. In den nächsten zehn bis zwanzig Jahres soll sich einiges tun.

Auch das Nahwärmenetz war ursprünglich über die Dorferneuerung geplant. Um nicht noch mehr Zeit ungenutzt verstreichen zu lassen, haben sich 13 Einwohner und die Stadt zur Nahwärmenetz Lengenfeld GbR zusammen geschlossen. Die Gesellschafter investieren 240 000 Euro in das neue Nahwärmenetz. Dazu sind derzeit die Bauarbeiten in vollem Gange. Spatenstich war vor wenigen Tagen. Die notwendige Leitung wird auf einer Länge von 1004 Metern durch das Dorf verlegt. Bernhard Müller, Geschäftsführer der Nahwärmenetz Lengenfeld GbR, hofft, dass die Erdarbeiten - vorausgesetzt die Witterung spielt mit - bis zum Jahresende abgeschlossen werden können. "Die Zeit drängt, da zwei Familien, die derzeit Häuser bauen, so schnell wie möglich die Nahwärme nutzen wollen", sagt Bernhard Müller. Die Betreiber gehen von einem Jahresverbrauch von 670 000 Kilowattstunden an Wärme pro Jahr aus. Gespeist wird das Nahwärmenetz von der Biogasanlage der Familie Schultes. Um Störungen und einen Ausfall der Biogasanlage zu überbrücken, wird ein 400-Kilowatt-Gaskessel installiert. Außerdem sorgt ein 16-Kubikmeter-Pufferspeicher für das Auffangen von Überkapazitäten. Die Wärmeleitung ist technisch so ausgelegt, dass sich in Zukunft noch der eine oder andere Nutzer in die GbR einbringen kann.

Ohne Ölheizungen


Die Stadt Waldershof nimmt das Wärmeangebot für das ehemalige Schulhaus, das aktuell von der Feuerwehr und der Dorfgemeinschaft genutzt wird. Einige der neuen Nahwärmenutzer verzichten komplett auf ihre alte Ölheizungen. "Dadurch wird eine enorme CO2-Einsparung erreicht", erklärt Gerhard Kaiser. Die Biogasanlage in Lengenfeld wird unter dem Namen "Green-Power GbR" von Rudolf und Michaela Schultes seit 2005 ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben. Die elektrische Leistung liegt bei 590 Kilowatt, die Wärmeleistung bei über 700 Kilowatt.
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