Gericht lehnt Klage eines Weidener Unternehmens ab
Die Kappl bleibt frei von Windrädern

Die Dreifaltigkeitskirche "Große Kappl" in Münchenreuth. In ihrer unmittelbaren Nähe wird es keine Windräder geben. (Bild: Thomas Schaller)
Archiv
Waldsassen
21.05.2015
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Die drei Windräder in unmittelbarer Nähe der Dreifaltigkeitskirche Kappl werden nicht gebaut. Das hat das Verwaltungsgericht Regensburg nach über vier Stunden Verhandlung entschieden. Geklagt hatte ein Weidener Energieunternehmen, dem der Kreis Tirschenreuth und die Stadt Waldsassen im vergangenen Jahr keine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für sein Bauvorhaben erteilte.

Das Verwaltungsgericht war ebenfalls der Auffassung, dass die Errichtung der drei Windkraftanlagen im Ortsteil Münchenreuth die Wirkung des Denkmals "Große Kappl" erheblich beeinträchtige. Dies betonte auch ein von den Beklagten hinzugezogener Sachverständiger des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege mehrmals während der Verhandlung.

So handle es sich bei der Waldsassener Klosterlandschaft mit der Kappl, der Basilika, dem Kloster sowie einer Vielzahl weiterer Denkmäler um eine herausragende Sakrallandschaft mit erheblicher städtebaulicher sowie religiöser Bedeutung. Das Umfeld der Kirche sei von Erbauer Georg Dientzenhofer bewusst so gewählt worden. Windkraftanlagen in der Nähe könnten erhebliche Auswirkungen auf die Erscheinung haben.

Ein Argument des Energieunternehmens war, dass die Kirche keine Hauptschauseite habe und es somit egal sei, von wo sie betrachtet werde. Durch die geplanten Windräder würden lediglich rund zehn Prozent der Sicht auf sowie von der Kirche verdeckt werden. Wie der Denkmalpflege-Sachverständige betonte, sei auch das schon zu viel.

Negativer Einfluss

Gerade die Rundumsicht sowie die damit zusammenhängenden Wechselwirkungen und Blickbeziehungen mit anderen Denkmälern seien ein wichtiger Aspekt der Waldsassener Klosterlandschaft. Auch der von Klägerseite angemerkte, benachbarte Funkmast habe einen negativen Einfluss auf das Erscheinungsbild. Dieser sei aufgrund seiner baulichen Eigenschaften jedoch geringer. Eine Berufung wurde vom Verwaltungsgericht Regensburg ausgeschlossen, kann vom Kläger aber beim Verwaltungsgerichtshof beantragt werden.
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