Motorradgottesdienst in der Basilika Waldsassen
Gott bringt das Leben in Fahrt

Das hat Tradition: Stadtpfarrer Thomas Vogl im Beiwagen des Motorrad-Gespanns von Raimund Pritzl. Bild: kro
Freizeit
Waldsassen
06.06.2016
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In schwarzer Motorradkluft und mit Stola feierten Pater Otto Grillmeier (links) und Stadtpfarrer Thomas Vogl den Motorradgottesdienst. Bild: kro

In der katholischen Kirche sind Weihnachten und Ostern die größten Feiertage. Dann sind die Bankreihen überfüllt. In der Basilika hat sich ein weiteres "Hochfest" entwickelt. Die Kirchenbesucher kommen in schwarzer Kluft.

Zum Motorradtreffen und dem Gottesdienst des Motorradclubs Waldsassen am Sonntag pilgerten mehr als 250 Motorradfreaks aus der Region nach Waldsassen. Nach einem Motorradkonvoi, angeführt von Raimund Pritzl und Stadtpfarrer Thomas Vogl im Beiwagen, folgte eine besondere Feier. Mit dabei war Pater Otto Grillmeier: Der gebürtige Kondrauer war zum Treffen mit seiner Maschine aus Bozen nach Waldsassen gekommen und zelebrierte den Gottesdienst.

Stadtpfarrer freute sich in der vollbesetzten Basilika den "lieben Otto", der schon vergangenes Jahr für das Motorradtreffen angekündigt wurde, willkommen zu heißen. "Er ist einer von euch, er ist einer von uns, er ist aus unserer Pfarrei". Pater Otto Grillmeier meinte, er wäre schon etwas aufgeregt, weil der Motorradgottesdienst für ihn eine Premiere bedeutete. Beiden Priester feierten den Gottesdienst in schwarzer Motorradkluft. Einziges liturgisches Gewandstück war eine Stola. In seiner Predigt freute such der Pater aus Südtirol über eine voll besetzte Basilika mit den vielen Motorradfahrern, Soziusse und manche "Trittbrettfahrern", die wohl ganz bewusst in diesen Gottesdienst gekommen seien. Er fragte, wie passe das zusammen, Mönch und Motorradfahren, er könne es nicht erklären. Es sei aber ein Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit.

"OSBMW"


OSB stehe für den Benediktinerorden, er werde deshalb auch oft "OSBMW" genannt, denn er fahre eine BMW, sagte er lachend. Er habe sein Motorrad mit nach Südtirol mitgenommen. Denn es bedeute für ihn Freiheit. "Ich kann einfach mal drauf los fahren, einfach mal so, für einen Tag oder für ein ganzes Leben lang". Vielleicht sei das auch mit dem Glauben so, wenn man sich mit Gott einlasse, dann nehme das Leben Fahrt auf. Wenn sich der Mensch mit Gott einlasse, dann komme er oftmals auf neue, unbekannt Wege. Die Begegnung mit Gott hole einem ins Leben, ja man wandele im Leben. Dies sei einfach bezaubernd, sagte Pater Otto und forderte: "Feiern wir diesen charmanten Gott. Amen." Musikalisch wurde der einmal mehr als eindrucksvolle Gottesdienst von der Band "Exit" umrahmt, einer Kirchen-Band, die viele zu "Gänsehautfeeling" forderte. Sogar Stadtpfarrer Thomas Vogl sagte: "Dies war ein tolles Erlebnis".

Die abschließenden Worte blieben Sophie Schoefl vorbehalten, die nachdenkliche Worte und Gedanken an die Motorradfahrer richtete. Und Pater Ottos Abschiedsworte in der Kirche lauteten: "Gehet hin, fahrt in Frieden!" Nach dem Gottesdienst fand noch eine Fahrzeugsegnung statt, ehe eine kleine Stiftland-Rundfahrt von Waldsassen über Querenbach, Neualbenreuth, Wernersreuth und Pfaffenreuth anstand. (Kasten)

Stadtpfarrer Thomas Vogl ernannte zum Ende des Gottesdienstes Pater Otto Grillmeier kurzerhand zum "Titularprediger": Er muss einmal im Jahr nach Waldsassen kommen und beim Motorradgottesdienst die Predigt halten. "Ich werde extra nach Bozen fahren und dies mit dem Abt besprechen."

Er ist einer von euch, er ist einer von uns, er ist aus unserer Pfarrei.Stadtpfarrer Thomas Vogl über Pater Otto Grillmeier "OSBMW"
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