Regina Zrenner und Christine Böhm
Sie biegen Eisen und brechen Stein

Vielseitig wie die Künstler selbst sind deren Werke. Von links: Skulptur von Wolfgang Horn, Gemälde von Gabi Neppl, Metallarbeit von Regina Zrenner und Schieferdurchbruch von Christine Böhm. Ab 29. April präsentieren sie ihre Schöpfungen im Raiffeisensaal in Waldsassen.
Freizeit
Waldsassen
19.03.2016
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Regina Zrenners Werkzeuge sind Schweißgerät, Flex, schwere Hämmer und die elektrische Blechschere. Gerätschaften, die man bei der zarten Person eigentlich nicht vermutet.Damit zwingt sie die widerspenstigen, rechteckigen Bleche in die Form, die sie sich vorstellt. Grobe Skizzen und ein fortgeschrittenerer Plan im Kopf weisen ihr dabei den Weg zur wahren Form. Dreiecke, Kreise, Rechtecke und zahlreiche Mischungen aus geometrischen Formen entstehen dabei. "Oft auch anders als geplant", gesteht die Künstlerin. Denn wenn es das Material verlangt, lässt sie sich auch gerne von ihm führen. "Fertig ist ohnehin nie etwas zu 100 Prozent. Das ist auch ein Reifeprozess. Man lernt ständig dazu und auch die eigene Denkweise verändert sich mit der Zeit. Regina Zrenner produziert Stücke aus Eisen und Edelstahl für Garten und Wohnung sowie Modeschmuck. Aber sie sorgt auch mit Kunst im Wortsinn für Aufsehen. Seit 18 Jahren biegt sie Metalle, hat viel ausprobiert, ist mutiger geworden. Dass sie mit ihren Werken richtig liegt, beweisen die Anfragen auf der Internetpräsenz.

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Weitere Informationen:

www.biegsam-metallkunst.de



Christine Böhm war lange Zeit in einer Dachdecker-Firma zu Hause. "Vielleicht kommt daher die Liebe zum Schiefer." Zumindest hatte sie da zum ersten Mal Kontakt mit dem Werkstoff aus dem sie mittlerweile Deko-Artikel und hochwertige Kunst macht. Beim Versuch Bilderrahmen anzufertigen entdeckte sie, eher zufällig, wie sie diese spezielle Arbeitsweise nennt, die Schieferdurchbruchs-Technik. Beim Ausschlagen entstanden Gebilde, etwa an Tiere oder ein Mädchen mit Luftballon erinnerten. Deshalb sage sie auch oft über ihre titellosen Werke, "das sieht aus wie ..." Oft vervollkommnet sie Werke mit Lamberts-Glas. Rot bevorzugt sie dabei, "weil das eine ausdrucksstarke Kombination ergibt." Die größten Teile sind über einen Meter groß und wiegen um die 15 Kilo. Was bei ihrer Arbeit entsteht, überlässt sie eher dem Zufall. Profilbilder, die sie nach Fotovorlagen fertigt, lassen sich hingegen perfekt steuern. Haubrücke und Schieferhammer sind im Prinzip die einzigen Werkzeuge, die sie für ihre Arbeit braucht. "Das wichtigste dabei ist das Gefühl", sagt sie. Eigentlich kommt Christine Böhm aus dem Kunsthandwerk, die wahre Kunst sei aus dieser Arbeit gewachsen.

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Weitere Informationen:

www.stadelgalerie.de
Fertig ist ohnehin nie etwas zu 100 Prozent.Regina Zrenner
Das Wichtigste bei der Arbeit ist das Gefühl.Christine Böhm
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