"14 Stationen" von Nikodemus Löffl
Risse wie Schreie

"14 Stationen" nennt Nikodemus Löffl seine Darstellung des Kreuzwegs, der in der Fastenzeit in der Basilika zu sehen ist. Bild: pz
Kultur
Waldsassen
09.02.2016
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Auf den weißen Flächen vorm Gerüst wirken die 14 Objekte besonders gut. Ein etwas anderer Kreuzweg bereichert die Basilika.

"14 Stationen" nennt Künstler Nikodemus Löffl (Jahrgang 1960) aus Wartenberg seine Darstellung des Kreuzweges. Er ist anlässlich des diözesanen Kunstprojektes "Da-Sein in Kunst und Kirche" während der Fastenzeit in der Basilika zu sehen. Für erste Diskussion hat die Arbeit schon gesorgt: Der Künstler hatte die Eichenholz-Tafeln - jede gut einen halben Meter lang und breit und zwei Zentimeter dick - bereits vergangene Woche an den Seitenwänden der Einhausung im Hauptschiff der Basilika aufgehängt.

Überwindung des Leidens


Anfangs mögen Betrachter freilich nur einfache Holzscheiben erkennen. Doch wer die in der Basilika aufgelegte Broschüre durchliest, der wird Zugang erhalten zur Inspiration des Bildhauers. Denn ein schweres Stück Holz, das Kreuz, hat Jesus auf seinem letzten Weg mitgeschleppt. Für Christen aber sei der unschuldige Kreuzesstamm zum blühenden Baum des Lebens, zum Symbol für die Überwindung allen Leidens.

Für alte Bäume, so heißt es in der Broschüre, habe Bildhauer Nikodemus Löffl ein besonders Gespür. "An einem riesigen Eichenstamm deckte er mit der Säge alte Verwundungen auf. Längst vernarbt liegen sie nun wieder offen da, schneiden tief für erlittenen Schmerz." Die klaffenden Risse vom Trocknen des Holzes wirkten "... wie Schreie von neu aufflammendem Schmerz". Aber es gebe auch Anzeichen von Befriedung. In den Schicksals-Spuren dieses Baumstamms habe der Bildhauer ein Echo des Leidensweges Christi erspürt.
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