"Alpenländisches Weihnachtsoratorium" von Hans Berger begeistert das Publikum in der ...
Besinnliche Musik zur Einstimmung auf Weihnachten

Die Musiker unter Leitung von Hans Berger stimmen die Besucher in der Basilika Waldsassen auf das Fest der Feste ein. Bild: Koch
Kultur
Waldsassen
01.12.2015
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Während man zuweilen immer mehr den Eindruck bekommt, als sei die Adventszeit vor allem dafür gedacht, sich auf Weihnachtsmärkten besonders viele und ausgewählte Einkäufe zu gönnen, gibt es auch Eindrücke der anderen Art. Eindrücke, die das eigentliche Ereignis, worauf der Advent hinweisen will, unmissverständlich in den Vordergrund rücken. Musikliebhaber nehmen besinnliche Adventskonzerte immer mehr als Kontrast zu den hektischen Weihnachtsmärkten wahr und kommen vielzählig zu diesen musikalischen Höhepunkten.

"Heut tut sich auf ..."

Besonders gut gelungen ist diese Vermittlung von adventlichen Eindrücken am Nachmittag des ersten Adventsonntags in der vollbesetzten Basilika von Waldsassen. Eigentlich ist die Kirche noch Baustelle, aber im weiträumigen Bereich vor dem Altar erklingt für die vielen Besucher ein "Alpenländisches Weihnachtsoratorium". Dort, wo keine Gerüste mehr stehen und das Publikum die Schönheit des renovierten Kirchenraums umso klarer bewundern kann, kommen Musikfreunde in den Genuss des Oratoriums. Unter dem Titel "Heut tut sich auf das Himmelstor" vertont Hans Berger entsprechende Texte oder bearbeitet Vertonungen für sein Ensemble. Der Fachbegriff "Alpenländisch" soll dabei noch extra auf den Umkreis der gewählten Musik hinweisen und vermeiden, dass man bei dem Begriff "Oratorium" an die sonstigen großen Werke mit dieser Bezeichnung denkt.

So beginnt das "Große Instrumenten-Ensemble Hans Berger" in Ruhe eine getragene Melodie zu spielen, dann setzt der "Chor der Basilika Waldsassen", den Andreas Sagstetter einstudiert hat, ein und singt fein abgestimmt "Herr send herab uns deinen Sohn". Die Stimmung der Adventszeit als Zeit des Singens und Musizierens vertiefen die "Audorfer Sängerinnen". Traudl Seebacher, Birgit Sporer und Anni Pichler singen a cappella in lieblichem Zusammenklang "De staade Zeit steht jetz ins Haus" und weitere Gesangsstücke.

Das instrumentale Vorspiel, das daraufhin folgt, gestaltet das Ensemble gemeinsam und tadellos. Hans Berger ist nicht nur Leiter aller Musiker und dirigiert sie, er sitzt auch an der Zither, die er gekonnt beherrscht. Insgesamt ist das Oratorium mit 40 Einzelstücken ausgestattet, die in intensiver Gedankenarbeit angefertigt und zusammengestellt worden sind, und nacheinander in passender Abwechslung erklingen.

Der Chor begeistert mit Stücken wie "Wacht auf, ruft uns die Stimme", ferner "Jauchzt Gott", "Und draus'd geht da Wind" mit einer Anspielung auf das winterliche Wetter: "Es sturmt und es schneibt, es wedat, es treibt. Koa Mensch lassts ned rei, ja derf denn des sei?". Die Instrumentalisten begleiten nicht nur, sie gestalten auch den "Krumpmoos-Landler", den "Fuchsstoa-Boarischen" und andere eindeutige Charakterstücke in überzeugender Manier.

Bairisch-feierlicher Schluss

Auch Gesangssolisten zeigen ihr Können. Katharina Blassnigg brilliert als Maria und Susanne Kurz als Engel. Traudl Seebacher singt Elisabeth und Andreas Smettan gibt den Evangelist zum besten. Mit dem fulminanten Abschlusschor "Groß ist der Herr" endet die Aussage des Oratoriums. Doch fügen die drei Solistinnen und der Chor den "Andachtsjodler" hinzu. Das Werk schließt also auch sehr bairisch-feierlich. Insgesamt ist das Konzert die richtige Art, sich auf das kommende wichtige Ereignis der Christenheit vorzubereiten.
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