Ausstellung im Raiffeisenbank-Foyer
Kunst, die dem zweiten Blick standhält

Das Künstlerquartett vor dem Gemeinschaftswerk "Halbschatten". Stehend von links: Gabi Neppl und Regina Zrenner. Knieend von links: Christine Böhm und Wolfgang Horn.
Kultur
Waldsassen
04.05.2016
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Grandiose Werke von vier Waldsassener Künstlern sind in der Raiffeisenbank im Stiftland ausgestellt. Drei Frauen und ein Mann zeigen, dass die Klosterstadt auch in der zeitgenössischen Kunst Akzente setzt. Eine Präsentation, die man gesehen haben muss - nicht nur als Waldsassener.

Bei dem Künstlerquartett handelt es sich um keine Unbekannten. Christine Böhm, Gabi Neppl, Regina Zrenner und Wolfgang Horn sind schon "echte Hausnummern", wenn es um kreatives Schaffen geht. Da ist zum einen die äußerst vielseitige Gabi Neppl die immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln ist. Wolfgang Horn glänzt mit seinen Holzskulpturen, mit denen spannende Geschichten erzählt. Christine Böhm hat längst den Bogen raus und beeindruckt mit ihren Schieferarbeiten. Regina Zrenner schließlich formt Eisen und Stahl und verleiht dem kalten Metall Wärme.

Zum Innehalten bewegen


Alle vier Aussteller gehören zum "Kunsthaus Waldsassen". Die unterschiedlichen Materialien und Ausdrucksweisen verschmelzen durch gekonnte Präsentation zu einer gelungenen Symbiose.

Bei der Ausstellungseröffnung zitierte Marktbereichsleiter Tilo Scharnagl keinen Geringeren als Oskar Wilde, der einmal gesagt hat: "Die Mission wahrer Kunst ist es, uns zum Innehalten zu bewegen, damit wir etwas ein zweites Mal betrachten." Was sei uns heute noch einen zweiten Blick wert?, fragte der Sprecher. Visueller Überfluss führe dazu, dass die Augen das Gesehene nur noch flüchtig registrierten. Aber in einem Korb voller Äpfel würden wir die Orange wahrnehmen. Genauso wie das Schwarzweißfoto in der bunten Hochglanz-Illustrierten. Es bedürfe des Außergewöhnlichen, um genau hinzuschauen. Das fände der aufmerksame Betrachter hier.

Dass alle vier Künstler aus der Stadt Waldsassen kommen, freute zweiten Bürgermeister Karlheinz Hoyer besonders. Es mache ihn stolz, dass sich in einer Stadt dieser Größenordnung so eine enorme Kunstszene etabliert habe.

Klaus Rosner aus Konnersreuth, studierter Musiker, Lehrer an der Kreismusikschule, Solokünstler und Mitglied diverser Ensembles zeichnete auf dem Marimbaphon für den musikalischen Kunstgenuss an diesem Abend verantwortlich.

Schiefer und Glas


Wolfgang Horn stellte seine Künstlerkollegen vor. Mit Schiefer arbeite Christine Böhm schon lange. Seien es anfangs Schieferherzen und Sprüchetafeln gewesen, die sie fertigte, habe sie immer mehr zur wahren Kunst gefunden. 2009 sei sie damit an die Öffentlichkeit gegangen und mittlerweile sei sie eine echte Meisterin auf dem Gebiet.

Sie kombiniere ihre Werke gerne mit Lamberts-Glas und sei vom gegenseitigen "In-Szene-setzen" der unterschiedlichen Materialien immer wieder beeindruckt. Böhms Werke fänden sich in einem Erzählcafé in Bremen genauso, wie in einer Kunstgalerie am Zürichsee.

Fundierte Ausbildung


Gabi Neppl habe eine fundierte künstlerische Ausbildung hinter sich. Unter anderem bei Alfred Dada, Arthur Reuter, Simon Fletcher, Sigi Braun und Stephan Geisler. Immer wieder führte sie ihr künstlerischer Werdegang ins Atelier von Professor Jo Bukowski. Inspiration hole sie sich aus dem "ganz normalen Alltag" und auf kleinen und großen Reisen.

Metall in allen nur erdenklichen Variationen und Formen, das sei die Passion von Regina Zrenner. Mal poliere sie die Oberflächen auf Hochglanz. Dann wieder nähme sie sich Wind und Wetter zu Hilfe und lasse die Naturgewalten am Objekt arbeiten. Blechschere, Schweißgerät und Fantasie seien die Werkzeuge die sie brauche, um aus dem widerspenstigen Werkstoff ansprechende Kunstwerke entstehen zu lassen.

Wolfgang Horn schätzt hingegen den viel wärmeren Werkstoff Holz. Alles fing für den gelernten Schreiner damit an, dass er ein Holzscheit nicht einschüren wollte, weil er darin etwas ganz Besonderes gesehen hat. Längst ist er über diese Größenordnung hinausgewachsen und fertigt Objekte die Mannshöhe bei weitem übertreffen.
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