Chor der schottischen St. Giles Kathedrale überzeugt Waldsassener Publikum mit Vokalmusik aus ...
Kraftvolle Klänge mit größter Präzision

Die Stimmgewalt der Frauen und Männer des schottischen Chors beeindruckte die Zuhörer. Bild: Zeigler
Kultur
Waldsassen
21.07.2015
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Vom ersten Ton bis nach dem Verklingen der letzten Akkorde hält Leiter Michael Harris den Chor der St. Giles Kathedrale in Edinburgh auf Spannung. In der Waldsassener Stiftsbasilika treten die Sänger am Sonntag vor Oberpfälzer Publikum auf und bieten mit britischer Vokalmusik aus fünf Jahrhunderten ein Konzert der Extraklasse.

"O clap your hands"

Das Programm ist in drei Abschnitte aufgeteilt, zwischen denen Organist Peter Beckhouse je ein Orgelsolo spielt. In jedem Abschnitt kommt Chorgesang mehrerer Jahrhunderte zu Gehör. Die Frauen und Männer zeigen makellosen Gesang mit größter Präzision. "O clap your hands", eines der bekanntesten Chorstücke von Ralph Vaughan Williams (1872-1958), eröffnet das Konzert mit fanfarenartigen, grandiosen Klängen. Ruhiger, fugisch und mit lateinischem Text erklingt "Salvator mundi", eine Motette, die Thomas Tallis (zirka 1505-1585) in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts schrieb. Fast geheimnisvoll erklingen die bedächtigen Passagen in "Jubilate in C" von Benjamin Britten (1913-1976), die von Orgelbegleitung mit kraftvollem Chorgesang eingerahmt werden. Dass die Chormitglieder auch über solistische Qualitäten verfügen, beweisen sie in "O God, thou art my God" von Henry Purcell (1659-1695). Mit beachtlicher Stimmqualität werden dreistimmige Zwischenteile von drei Chormitgliedern makellos präzise gesungen. Das Orgelsolo von Alfred Hollis (1865-1942) "A song of sunshine" verbreitet sommerlich frohe Gefühle und "Farewell to stromness" von Peter Maxwell Davies (*1934) aus dem Musical "The Yellow Cake Revue" erinnert mit seinen vielen Synkopen und charakteristischen Melodieverläufen an Filmmusik.

Zugabe erklatscht

Besonders beachtenswert gelingt das überaus schwer zu singende "O sacrum convivum" des schottischen Komponisten Rory Boyle (*1951). Ineinander verschmelzende Sekundklänge, die sich immer wieder in klassische Dur- oder Mollharmonien auflösen, verlangen größte Konzentration von den Chorsängern und dem Dirigenten. Mit den Chorklängen in festlichem Fortissimo erklingt zum Finale "Blest pair of sirens" von Hubert Parry (1848 -1918). Das beeindruckte Publikum kann sich noch eine Zugabe erklatschen.
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