Duo "twoWell" begeistert mit musikalischer Virtuosität in Waldsassen
Erfrischende Klassik auf "Bayrisch"

Die Well-Geschwister Maria und Matthias verbindet ihre Leidenschaft zur Musik. Im Harmoniesaal beweisen sie, wie perfekt ihr musikalisches Zusammenspiel ist. Bild: zch
Kultur
Waldsassen
27.09.2016
48
0

Erfrischend - nur so kann das Konzert der Well-Geschwister "twoWell" Maria (Violoncello) und Matthias (Violine) am Sonntag im voll besetzten Harmoniesaal bezeichnet werden. Unter dem Titel "Klassik trifft Bayerisch" reißt die dritte Generation der bekannten Musikerdynastie Well (Biermösl-Blosn, Wellküren) die Zuhörer von Anfang an mit, durch ihre Spielfreude, Virtuosität und außergewöhnlich perfektes Zusammenspiel, gepaart mit lockerem Humor.

Perfekte Harmonie


Atemlos lauscht das Publikum den Variationen von Johan Halvorsen (1864-1935) in der "Passacaglia" nach Georg Friedrich Händels Suite No. 7 in g-Moll für Cembalo. Matthias Well spielt rasante Läufe auf der Violine, springt von tiefsten in höchste Lagen, und alles sieht so aus, als wäre es ein Kinderspiel. Auf dem Cello tut es ihm Maria Well gleich. In aberwitzigem Tempo tanzen ihre Finger über das Griffbrett, der Bogen über die Saiten. Dass die beiden perfekt zusammen harmonierten, ist angesichts derartiger Souveränität schon fast selbstverständlich.

Feine Klassik, gefühlvoll und überzeugend gespielt, gibt es mit Jean Baptiste Bréval (1753-1823). Nebenbei erfährt das Publikum von Maria Well, in gemäßigtem Bayerisch, warum Mozart nichts für Cello komponiert hat, was für viel Erheiterung sorgt. So soll er über den damals angesagten Cellisten gesagt haben: "Naa, der is a A...loch, für den komponier' i nix!"

Weiter geht es mit sieben abwechslungsreichen Tänzen aus "Huit morceaux" des russischen Komponisten Reinhold Moritzewitsch Glière (1875 -1956) und dem technisch hoch anspruchsvollen "Prélude-Fantasia" aus der Suite für Violoncello solo von Gaspar Cassandó (1897-1966). Eine kleine Programmänderung gibt es mit Erwin Schulhoffs (1894-1942) "Zingaresca", dem zweiten Satz seines Duos für Violine und Violoncello. Einige im Publikum dürften etwas enttäuscht sein, nicht "Paganiniana" für Violine solo von Nathan Milsten zu hören, da sie inzwischen restlos von Matthias Wells brillanten Violinspiel überzeugt sind. Spätestens nach der kleinen Zugabe vor der Pause, eine "Wilde Polka", sind die Zuhörer aber wieder versöhnt und zollen den Vollblutmusikern kräftigen Applaus mit begeisterten Rufen.

Rhythmisch und dynamisch


Nach der Pause setzt sich Maria Well an den Flügel und begleitet ihren Bruder bei dem mitreißenden "Hora Martsorului" von Grigoras Dinicu (1889-1992). Sehr rhythmisch und dramatisch präsentieren sie "Present", ein Duo für Violine und Violoncello des tschechischen Komponisten Ondrej Kukal (*1964). Ein "Tango del Mar" (Phillipe Loli) und "Cárdás" für Violine und Klavier (Vittorio Monti) vervollständigen das Programm.

Besonders viel Applaus erhält "Ein Bogenstück" für Violine und kaputten Bogen, bei dem Matthias Well die Haare aus dem Frosch löst, über die Geige spannt und so alle vier Saiten gleichzeitig spielen kann. Auch für die Variationen über den "Karneval in Venedig" für Violine, Violoncello und Klavier ernten die Geschwister rauschenden Beifall.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.