Engagierte Musikgemeinschaft
Konzert des Waldsassener Kammermusikkreises

Das Orchester mit 20 Musikern setzt sich aus Mitgliedern und Freunden des Waldsassener Kammermusikkreises zusammen. Bei ihrem Koinzert begeisterten die Musiker mit Werken von Vivaldi, Bach und Respighi. Bild: tie
Kultur
Waldsassen
13.04.2016
103
0

Von Reinhold Tietz

Waldsassen. Da sage einer etwas gegen Laienmusiker. Natürlich können sie nicht mithalten, was die Routine des Orchesterlebens betrifft. Aber ein Musikwerk angemessen zu interpretieren, dazu verhilft neben Routine ebenso Engagement und Begeisterung. Beide Eigenschaften zeigen die Mitwirkenden des Konzerts in der Aula der Abtei Waldsassen in hervorragender Weise.

Anlass der Veranstaltung ist die Erinnerung an die Gründung des "Waldsassener Kammermusikkreises" im Jahr 1947. Andreas Sagstetter bedankt sich bei den Musikern für ihr Mitwirken. Wie die "Freunde des Waldsassener Kammermusikkreises musizieren" - so das Motto der Veranstaltung - ist ihnen nur zur langen Existenz dieses Vereins zu gratulieren und weitere Erfolge zu wünschen.

Das Konzert selbst beginnt festlich mit dem "Concerto a- moll für 2 Violinen, Streichorchester und Basso continuo" op 3/8 RV 522 von Antonio Vivaldi. Forsch wird das "Allegro" von Jonas Schröder und Moritz Heindl, Soloviolinen, den Streichern und Andreas Sagstetter am Cembalo dargeboten. Leise und doch berührend erklingt das "Larghetto e spiritoso", umso schneller wirkt das ruhelose Vorwärtsdrängen des Finales. Vom ersten Geigenpult aus leitet Konzertmeister Matthias Krug, früher Mitglied der Bamberger Symphoniker, souverän das Orchester.

Orchestrale Wirkung


Eine andere Welt eröffnet sich in den beiden "Impromptus" op 5/5 + 6 von Jean Sibelius. Auch in der Streicherfassung wirken die ursprünglichen Klavierwerke schwermütig und ganz typisch für den finnischen Komponisten. Dann tritt die junge Sophie Legat nach vorne und spielt auf ihrer Blockflöte das "Allegro" aus dem "Konzert für Flöte, Streicher und B.c." op 10/1 RV 433 von Antonio Vivaldi. Präzise und tonschön verläuft allgemein ihre solistische Darbietung. Natürlich ist in diesem Alter die Nervosität groß. Aber sie traut sich und vermittelt ihren Zuhörern schöne musikalische Momente.

Darauf folgt das Hauptwerk des Konzerts, das "3. Brandenburgische Konzert" von Johann Sebastian Bach. 3 Violinen, 3 Violas, 3 Violoncelli, 1 Kontrabass zeigt die Besetzungsliste und jede Stimme ist einmal besetzt. Die Leistung der Spieler ist nun, dennoch im Zusammenspiel orchestrale Wirkung zu erzielen. Das gilt für das "Allegro moderato" des 1. Satzes, die zwei Takte "Adagio" - Überleitung und das "Allegro" des raschen und packenden Finales. Exakt und mitreißend wird musiziert und alle Anforderungen des Werks sind erfüllt.

Hochvirtuose Zugabe


Nach der Pause gibt es keine Barockmusik mehr, dafür ertönen Werke zweier Komponisten des 20. Jahrhunderts. Erst erklingen drei Nummern aus den "14 kleinen Stücken" von Bela Bartok, die voll tonal elegische und aufmüpfige Stimmungen vermitteln. Dann werden die Sätze der "Suite 3: Abtiche Danze ed Arie per Liuto" von Ottorino Respighi dargeboten. Der Titel besagt schon, dass es um Tanz und Gesang im althergebrachten Sinn geht, nicht um moderne Aufgeregtheiten. Weit gefächert demnach die Grundstimmung jedes einzelnen Satzes, die Anforderungen der Überschrift verwirklichend.

Hochvirtuos schließlich die Zugabe: Das "Presto" aus der "Sinfonia alla Rustica" op 51/4 RV 151 von Antonio Vivaldi ist geprägt von neun Achteln und drei punktierten Vierteln pro Takt, die ruhelos rasend bis zum Schluss durchhalten. Vivaldi eröffnet und beschließt eindrucksvoll dieses schöne Konzert des "Waldsassener Kammermusikkreises".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.