Ensemble Zephir spielt in Waldsassen Werke aus Barock und Romantik
Kammermusik in Blech

Langanhaltenden Beifall gab es für das Ensemble Zephir in der Waldsassener Basilika. Bild: Zeigler
Kultur
Waldsassen
20.10.2015
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Blasmusik zum Kirchweihtag in Waldsassen der ganz anderen Art gibt es am Sonntag Nachmittag in der Stiftsbasilika. Unter dem Titel "Kammermusik in Blech" präsentiert das Ensemble Zephir (Patrik Arnold, Georg Birner, Markus Burger, Michael Feldner, Patrick Lorbach, Christina Schauer) ein abwechslungsreiches Programm mit Musik aus dem Barock und der Romantik auf Trompeten, Flügelhörnern, Euphonium und Tuba.

Festlich und mit strahlenden Höhen auf den Piccolo-Trompeten beginnt das Konzert mit dem "Einzug der Königin von Saba" von Georg Friedrich Händel. Bedeutsame dynamische Abstufungen lassen den Klang mit großer Ausdruckskraft an- und wieder absteigen.

Wunderbarer Sopran

Dass Christina Schauer nicht nur auf der Tuba spielen kann, sondern auch einen wunderbaren Sopran hat, zeigt sich in "Schafe können sicher weiden" von Johann Sebastian Bach und "Let the Bright Seraphin" von Georg Friedrich Händel. Ihr klarer und reiner Gesang fügt sich wunderbar in die Klänge der Bläser ein. Ob harmonisch ausgeglichen im Duett mit der Trompete, unisono zwischen den Bläserteilen oder strahlend über dem Begleitsatz der Bläser - immer ist es ein Genuss ihrem Gesang zu lauschen. Das romantische Trio "Hebe deine Augen auf" für drei Trompeten von Felix Mendelssohn Bartholdy entführt die Zuhörer in eine ganz andere Klangwelt. Gefühlvolle Harmonien und lyrische Cantilenen erfüllen das Kirchenschiff mit klanglicher Schönheit.

Festlich-glänzender Klang

Besonders die Piccolo-Trompeten sorgen in der Barockmusik für den festlich-glänzenden Klang. Wunderbar kommt dies in "Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter" von Johann Sebastian Bach zum Ausdruck. Über dem gesanglichen Choral der tiefen Blasinstrumente ertönt behände die Piccolo-Trompete mit ihrer facettenreichen Begleitung.

Eine Pause wird den sechs Bläsern gegönnt von Andreas Sagstetter, der das Concerto in G-Dur, BWV 592 von Johann Sebastian Bach auf der Orgel spielt. Mit rhythmischer Vielfalt mit Triolen, punktierten Melodien und rasanten Läufen ist dies eine willkommene Abwechslung im Programm. Fast spanische Klänge ertönen in der Pavane op. 50 von Gabriel Fauré (1845-1924). Die einnehmende Melodie und zwei Piccolo-Trompeten, die ein wunderbares Duett in höchsten Lagen spielten, lassen das Stück zu einem Ohrenschmaus werden. Zwei Werke von Oskar Böhme (1870-1938) zeigen den Übergang von der Romantik in die Neuzeit.

Mit Trompete, Flügelhorn und Tuba wird "Präludium und Fuge" gespielt. Komplexe Rhythmik und Harmonik bestimmen das Klangbild, genauso wie in dem "Trompetensextett", in dem die Melodie munter von Instrument zu Instrument springt. Nach dem großartigen Fanfaren-Finale, gibt es langanhaltenden Beifall, für den sich die sechs Bläser mit einer Zugabe bedanken.
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