Eröffnung bereits zum Bürgerfest
Kunsthaus als Kulturzentrum

Mittels Fotodokumentation zeigten Architekt Markus Braun, Schriftführerin Maria Wurm und Vorsitzender Wolfgang Horn (von rechts) Bürgermeister Bernd Sommer (links), welche Eigenleistungen am Kunsthaus bisher getätigt wurden. Zu einem neuen Arbeitseinsatz rief Horn für Montag auf: Die Vereinsmitglieder dürfen Malerarbeiten im Keller erledigen. Bild: ubb
Kultur
Waldsassen
31.01.2016
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Bürgermeister Bernd Sommer will das Kunsthaus Waldsassen bereits zum Bürgerfest eröffnen. Der Malzerstadel soll Veranstaltungsort für die vielfältige Kunstszene der gesamten Region sein. "Jeder kann mitmachen."

Sollen Ausstellungen zwei oder gleich vier Wochen dauern? Wie kann man Schulen, Senioren oder sogar die Wirtschaft ins künstlerische Konzept einbinden? Wie stellt sich der Verein Kunsthaus Waldsassen die Zusammenarbeit mit Tschechien vor? Werden Ehrungen der Stadt künftig im Kunsthaus stattfinden? Die zahlreichen engagierten Mitglieder bombardierten Vorsitzenden Wolfgang Horn und Bürgermeister Bernd Sommer bei der Jahreshauptversammlung des Vereins Kunsthaus Waldsassen (KuWa) im Gasthaus Pirkl regelrecht mit Fragen.

Für dieses große Interesse gab es am Samstag einen ausschlaggebenden Grund: Die einjährige "Durststrecke" des Vereins ohne Bleibe ist so gut wie überstanden. Der Umbau des Malzerstadels werde wie geplant Anfang Juli abgeschlossen. "Und zum Bürgerfest feiern wir Eröffnung", verkündete Bernd Sommer. An Plänen, Ideen und Innovationen für die Zukunft mangelte es nach der Entlastung des Vorstands durch die Mitglieder nicht, so dass sich der Abend höchst kreativ in die Länge zog. Bürgermeister Bernd Sommer berichtete, wie sich die Stadt als Träger die Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus als Förderverein vorstellt. Sommer stellte lachend in den Raum: "Das wird eine spannende Zeit. Hier kann sich Kunst und Kultur austoben." Jeder könne mitmachen, betonte Sommer und bezog mit Beispielen aus der Wirtschaft (wie Ghost oder Glashütte Lamberts) sowie einer Krippenschau alle mit ein.

Film und Design


Der Bürgermeister kann sich auch junge Filmemacher, Designer oder Software-Entwickler mit Workshops im Kunsthaus gut vorstellen. Große Pläne hat die Stadt selbst: Ehrungen verdienter Mitglieder, Stadtausstellungen oder Teilbereiche des städtischen Kulturprogramms sollen im Kunsthaus stattfinden. "Es wird eine in der Region einmalige, neue Kunstszene entstehen", sind sich die Macher sicher.

Ideen bündeln


Die gute Nachricht zur Finanzierung: Es konnten Mittel aus Leader+, einem europäischen Förderprogramm, gewonnen werden. "Im fünfstelligen Bereich", verriet Wolfgang Horn. Herbert Schlittenbauer, Profi-Fotograf und Künstler aus Josephshof, lobte den Vorstand für die bisher geleistete Arbeit im Sinne der Künstler. Vorsitzender Horn bedankte sich bei den Mitgliedern für die Eigenleistungen am Kunsthaus und bei der Stadt für die große Unterstützung: "Der Verein hätte das bisher Geleistete niemals alleine stemmen können." Nun gelte es, die vielen kreativen Gedanken des Abends erst einmal logistisch sinnvoll zu bündeln. Dafür wollen Verein und Stadt in den kommenden Wochen mittels fachbezogener Gremien ein Konzept entwickeln.

Kleinkunstbühne und wechselnde AusstellungenDer Verein "KuWa" wurde vor vier Jahren gegründet. Aktuell gehören ihm 73 Mitglieder an. Die Künstler kommen aus unterschiedlichen Sparten, von Malerei über Bildhauerei bis hin zu Fotografie, Design, Architektur, Kunsthandwerk, Schriftstellerei und anderem. Die Stadt ist Träger des Kunsthauses. Die Sanierungsarbeiten kosten rund 750 000 Euro; gut 80 Prozent sind förderfähig. "KuWa" betreut das Kunsthaus als Förderverein. Veranstaltungen finden zum Bürgerfest, am Weihnachtsmarkt sowie durch fortlaufend wechselnde Ausstellungen statt. Es gibt eine Kleinkunstbühne; auch können Workshops stattfinden. Angeregt wurde eine Plattform für Nachwuchs-Kabarettisten, Auftritte von Musikern, die Gründung eines "Waldsassener Literaturpreises" für junge Autoren, Literaturabende sowie ein philosophischer Stammtisch unter Leitung von Wolfgang Minssen. Der ehemalige Gymnasialdirektor sei für sein Fachwissen bereits durch seine "philosophischen Spaziergängen" an der Volkshochschule bekannt. Für Eigenleistungen bei den Umbaumaßnahmen können sich freiwillige Helfer gerne melden. Neue Mitglieder aus der gesamten Region, ob Künstler oder an Kultur interessierte Personen, sind im "KuWa" willkommen. (ubb)
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