"Gächinger Kantorei" stimmt in voll besetzter Basilika auf die Weihnachtszeit ein
Fesselnde und jubilierende Lieder

Das Weihnachtskonzert in der Waldsassener Basilika mit der "Gächinger Kantorei" begeistert das Publikum bei festlichem Ambiente. Bild: Koch
Kultur
Waldsassen
08.12.2015
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Bekannte und beliebte Lieder zur Adventszeit standen am Wochenende im Mittelpunkt der Weihnachtskonzerte in der Stiftsbasilika Waldsassen. Zu Gast war die "Gächinger Kantorei", die unter Leitung von Hans-Christoph Rademann viele Musikfreunde in das Gotteshaus lockte. Unter dem Titel "Wie uns die Alten sungen" stimmten sie die Zuhörer auf die kommenden Feiertage ein. Dass der Chor aus hervorragenden Sängern besteht, wird von Anfang an deutlich. "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" von Max Reger eröffnet den ersten Teil des Konzerts mit Liedern zum Advent.

Max Reger in Forte-Klang

Grandiose Dynamik ist erneut bei Reger zu hören. Mit anschaulichen Gesten holt Hans-Christoph Rademann einzelne Stimmen in den Vordergrund, feuert den Chor zu volltönendem Forte-Klang und bringt sie zu zartestem Pianissimo wieder zurück. Nichts überlässt er dem Zufall und die Sänger verfolgen seine Gesten mit größter Aufmerksamkeit.

Präzise Einsätze von Tenor und Bass in "O Heiland reiß die Himmel auf" von Johannes Brahms und ein perfekter, hingehauchter Schlusston der dritten Strophe lassen das altbekannte Lied in wunderbar neuem und aufregendem Glanz erstrahlen.

Besonders beeindruckend ist "Meine Seele erhebt den Herrn" von Heinrich Schütz für den Doppelchor. Es gibt zahllose Einsätze der Stimmen, jeder mit größtmöglicher Präzision. Dass dabei einmal ein Tenor-Einsatz kaum spürbar wackelt, kann man getrost überhören. Raffinierte Echo-Effekte springen zwischen den Chören hin und her, stets makellos kontrolliert von Rademann.

Die Lieder zur Geburt werden eingeleitet mit "Es ist ein Ros entsprungen" von Michael Praetorius in einer Bearbeitung von Jan Sandström. Das gesamte Lied ist in zartestem Pianissimo gehalten. Der Chor summt einen faszinierenden Hintergrund-Klang, zu dem sieben Solisten das Lied in der bekannten Form singen, immer wieder unterbrochen von langen Gesangs-Phasen des Chores. Das Publikum lauscht atemlos in völliger Stille. Fesselnd, anders kann man die Klang-Effekte die sich da ergeben, nicht beschreiben.

Zugabe nach langem Beifall

Im Gegensatz dazu dann wieder Max Reger mit "O Jesulein süß" und "Unserer lieben Frauen Traum" mit seiner großen Dynamik und fordernder Harmonik. Mit spürbaren Elementen der Volksmusik wird "Als das Christkind ward zur Welt gebracht" von Carl Reinthaler als temperamentvoller Freudengesang nach dem Weihnachtslied von Robert Schumann gesungen.

Der dritte Teil ist den Liedern der Hirten gewidmet und findet in dem glanzvollen "Frohlocket ihr Völker auf Erden" von Felix Mendelssohn-Bartholdy seinen krönend jubilierenden Abschluss. Das Publikum zeigt sich begeistert und nach langanhaltendem Beifall gibt es noch "Freu dich Erd und Sternenzelt" als Zugabe.
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