„Heart of Europe Brass“ in der Bssilika
„Lobt den Herrn mit Posaunen und Trompete

Mit Werken von großen Komponisten lassen die Blechbläser von "Heart of Europe Brass" feierlich die Basilika in Waldsassen erklingen. Bild: zch
Kultur
Waldsassen
11.10.2016
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"Lobt den Herrn mit Posaunen und Trompete, mit Hörnern und Pauken" - unter diesem Thema steht das Bläserkonzert mit sakraler Musik aus vier Jahrhunderten am Sonntag in der Waldsassener Basilika. Die 13 Blechbläser und ein Paukist von "Heart of Europe Brass" bieten in ihrem Programm transparent und gut artikulierte Musik.

Sehr feierlich beginnt das Konzert mit Fanfare und Chorus von Dietrich Buxtehude (um 1603-1707). Vier abwechslungsreiche Werke der italienischen Meister der Spätrenaissance Giovanni Croce (1557-1609), Lodovico Grossi Viadana (1564-1645) und Giovanni Gabrieli (1557-1612) sind im Stil der venezianischen Doppelchörigkeit komponiert. Die Bläser spielen klar und rein mit ruhigen sanften Klängen, tarantella-artigen Tanzrhythmen und mit reizvollen Echo-Effekten.

Ein Höhepunkt sind das Choralvorspiel und Choral über "Nun danket alle Gott" von Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung von Franz Lahm, Mitbegründer des Ensembles. Mit einem wohlklingenden Trompeten-Duett, kontinuierlich von der Tuba begleitet, wird der feierliche Choral eingeleitet. Auch das wunderbar romantische "Heilig ist Gott der Herr" von Felix Mendelssohn Bartoldy ist doppelchörig von Lahm bearbeitet. Erstmals erklingen hier die Pauken, die dem Werk noch mehr Feierlichkeit verleihen.

Die Unisono-Einsätze der Trompeten in höchsten Lagen gelingen nicht immer mit optimalem Ansatz, doch der Gesamteindruck ist von großer Präzision und tonaler Reinheit geprägt. Zwei weitere doppelchörige Werke von Franz Josef Schütky (1817-1893) und Anton Bruckner (1824-1893) bestechen durch gewissenhaft akkurate Wechsel zwischen hohen und tiefen Instrumenten. Den Übergang zur Neuzeit bildet Max Reger. "Und unser lieben Frauen Traum" ist ruhig und sanft, bei "Allein Gott in der Höh sei Ehr" erzielen die Bläser einen besonderen Effekt durch eine Trompete, die die Hauptstimme dezent von einer Position hinter den restlichen Bläsern spielt.

Die "Begleitung" hat hier die führende Rolle mit vielen ausgeschriebenen Melodieverläufen, die sich oft am Rande der Tonalität bewegen, jedoch immer wieder zu einem harmonischen Akkord finden. Kurz und rhythmisch prägnant ist "Allein Gott in der Höh sei Ehr" von Franz Lahm (*1954). Fanfare und Intrade von Hans Melchior Brugk (1909-1999) erinnert mit dem Paukensatz von Lahm an mitreißende Filmmusik.

Jazzige Klänge


Einige versteckte jazzige Klänge sind in Intrada und Festmusik Nr. 1 des Komponisten zu hören. Zum Abschluss wird es mit "Großer Gott, wir loben dich" von Christoph von Reitzenstein (*1937) mit einer strahlenden Piccolotrompete noch einmal sehr festlich. Nach langanhaltendem Beifall geben die Blechbläser noch zwei Zugaben.
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