"Heut ist der Tag der Freude"

Jetzt ist Weihnachten, die vier Wochen zuvor waren Advent
Kultur
Waldsassen
31.12.2015
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Die Männer in ihren roten Jacken mit dem Notenschlüssel auf der Brust lieferten ein imposantes Bild vor dem Hochaltar, flankiert von den beiden großen Christbäumen. Aber die Sänger waren natürlich nicht nur optischer Blickfang.

Mit seinem zweiten Weihnachtskonzert "zwischen den Jahren" bereitete der Männergesangverein (MGV) 1865 Waldsassen den Besuchern in der Basilika am Dienstagabend eine besondere Stunde. MGV-Vorsitzender Peter Kohl, der seit Jahrzehnten dem Vorstand angehört und mit dem Vorschlag eines solchen Angebots früher vielfach gescheitert war, fühlte sich nach dem Konzert bestätigt und glücklich: Die Bankreihen waren dicht gefüllt, selbst die Stühle im vorderen Kirchenschiff besetzt. "Jetzt ist Weihnachten, die vier Wochen zuvor waren Advent", schien Stadtpfarrer Thomas Vogl in seiner Begrüßung eine vielfach herrschende Meinung korrigieren zu wollen, wonach das Fest der Geburt Christi schon nach der Bescherung an Heiligabend vorbei wäre. Pfarrer Vogl übernahm während der Konzertstunde auch die Rolle des Sprechers - mit Gedichten und nachdenklich stimmenden Texten rund um Weihnachten.

Kraftvoll und präzise


Und so war die Zeit an diesem Dienstagabend eine Gelegenheit für die vielen Besucher, sich angenehm entführen zu lassen in die besondere Stimmung des bedeutendsten christlichen Festes. Die 27 Sänger starke Truppe unter Leitung von Kirchenmusiker Andreas Sagstetter hatte Bewährtes und Bekanntes ins Programm gepackt und überraschte auch mit neuen Stücken - etwa gleich zu Beginn mit "Heut ist der Tag der Freude", eine Bearbeitung auf das bekannte Gospellied "Go tell it on the Mountain". Schnell wurde deutlich, dass der MGV-Chor die bekannten Klassiker am besten beherrscht - Stücke, die immer wieder gesungen werden und deshalb rundherum passen - kraftvoll, engagiert und präzise gesungen, ohne Unsicherheiten und Schwächen in den insgesamt ausgewogenen Tenor- und Bass-Stimmen: "In dulci jubilo", "Es ist ein Ros' entsprungen" oder das gefühlvoll dargebrachte "Heilige Nacht". Immer wieder ein Erlebnis das "Transeamus usque Bethlehem". Andreas Sagstetter begleitete dabei den Chor am Orgelpositiv, das sich harmonisch zum Gesang fügte.

Nach den traditionellen Stücken war der Abschluss vor allem alpenländischer Weihnachtsmusik vorbehalten. Josef Schwägerl begleitete die Sänger auf dem Akkordeon bei den mitunter vielfach gehörten Stücken, etwa der Volksweise "Es wird scho glei dumpa". Besucher der großen Adventskonzerte in der Basilika werden zum Abschluss Stücke aus dem Alpenländischen Weihnachtsoratorium von Hans Berger wiedererkannt haben: "Im Wald is so staad" sowie "Christ ist geboren" hatte Sagstetter mit seinem Männerchor einstudiert, den er zu immer neuen Herausforderungen zu führen weiß. Mit dem "Andachtsjodler" setzten die Sänger einen würdigen und leisen Schlusspunkt, auf den der Applaus des Publikums folgte.
Jetzt ist Weihnachten, die vier Wochen zuvor waren AdventStadtpfarrer Thomas Vogl
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