Jungdesignerin aus Waldsassen entwirft Obelisk für Hof
Filmpreis wird zur Lichtersäule

Nathalie Horn strahlt nicht weniger als die von ihr designte Säule: Immerhin ist sie die Designerin eines bedeutenden Filmpreises.. Bild: hfz
Kultur
Waldsassen
03.11.2016
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23 Jahre jung startet Nathalie Horn mit enormen Schwung in eine bedeutende berufliche Karriere: Sie ist die Designerin des Hofer Filmpreises. Und das kommt nicht von ungefähr.

Erst vor wenigen Tagen machte sich Nathalie Horn auf den Weg nach Hof. In ihrer Tasche hat sie eine Einladung zur Preisverleihung der Internationalen Hofer Filmtage. Tini Tüllmann, eine Jungregisseurin, wurde an diesem Freitag der Heinz-Badewitz-Preis vor großem Publikum verliehen für ihren Film "Freddy Eddy".

Zwar ungesehen und nicht wie die Stars im Rampenlicht umjubelt, verfolgte Nathalie Horn das Geschehen hinter den Kulissen mit. Dennoch war ihr Beitrag dazu nicht eben unbedeutend. Die Waldsassenerin hat die kleine Lichtersäule designt, die Tüllmann stolz ihrem Publikum als Heinz-Badewitz-Preis erstmals präsentierte.

"Es ist eine große Ehre für mich", freut sich Nathalie sehr über diesen Erfolg. Ihr junges "Schicksal" als Filmpreis-Designerin nahm in der Selber Fachschule für Produktdesign erst vor zwei Jahren seinen Lauf. Nathalies Klasse erhielt den Auftrag, Entwürfe für einen Filmpreis zu gestalten. Zwei junge Männer und vier Mädchen stellten sich dieser Herausforderung, darunter Nathalie. "Jeweils zwei von zehn Vorschlägen kamen in die engere Auswahl", erzählt sie. Es galt, ein Monument zu gestalten, das in der Hofer Altstadt dauerhaft die Internationalen Hofer Filmtage repräsentiert.

"Ich dachte an den Adventskalender", berichtet Nathalie. Ihre Idee fand in der Jury Gefallen: Eine Lichtersäule, die zuerst dunkel da steht, wird täglich heller. Jeden Tag werden drei Lampen zuschaltet, bis 1095 LEDs zur Filmtage-Eröffnung die komplette Säule erstrahlen lassen. Die Hofer dürfen sich dank Nathalies Kreativität damit auf "Dauer-Rampenlicht" einstellen: Nur einen einzigen Tag im Jahr nach Ende der Filmtage wird das neue Monument dunkel sein. Um auch der Technik gerecht zu werden, holte sich die Waldsassenerin den Döhlauer Architekten Hermann Beyer ins Boot.

Dass die Lichtersäule auch in Miniaturform an die Preisträger als "Heinz-Badewitz-Preis" direkt verliehen wird, entsprang erst in diesem Jahr der Idee der Hofer Bürgerstiftung, um damit das Gründungsmitglied Heinz Badewitz zu würdigen. Er ist im März unerwartet verstorben. Bisher gibt es den Preis nur ein einziges Mal. Und er gehört der Jungregisseurin Tini Tüllmann. Für den später einmal drei Meter hohen Obelisk in der Hofer Innenstadt sind die Planungen derzeit am Laufen, die Bürgerstiftung sucht aber unter anderem vorerst Sponsoren.

Nathalie freut sich auf den Tag, an dem ihre strahlende Lichtersäule als drei Meter hohes Monument den Beginn der nächsten Hofer Filmtage ankündigt. Sie selbst hat selbstverständlich auch noch anderes zu tun: Die Jungdesignerin arbeitet seit September in Zirndorf für das Weltunternehmen Playmobil. Vielleicht finden ihre kreativen Ideen ja eines Tages in den Kinderzimmern der ganzen Welt Einzug.
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